Müicralalkali -
isomorphe Mischungen in unbestimmten Verhältnis- >seit zu bilden, ohne daß die Krystallform wesentlich Igeändert wird. L-hm-mn.
Mineralalkali, mineral. Laugensalz, ist Natron. :
Mineralbad , s. Mineralwasser. '
Mineralblan, so v. w. Bergblan. !
Mineralbrcmn, so v. w. Umbra. ^
Mineralchemie, so v. w. anorganische Chemie.
Mineralfarben, ans dem Mineralreich gewon-nene Farben, die zur Fresco-, Glas-, Schmelz- undPorzellanmalerei unentbehrlich sind, aber auch zuanderen Malereien n.znm Färben gebraucht werden; isie sind theils natürliche, wie Ocker, Gelberde, Ma-lachit, Röthel, Umbra, Kreide; theils künstliche, wieUltramarin, Smalte, Chromgelb, Chromgrün, Kas-seler Gelb, Mennige, Zinnober, Bergblau, die ver-schiedenenKupferfarben, Bremer Grün, Braunschwei- 'gerGrünrc.,Kobaltgrün,Bleiweiß,Zinkweiß. NachVerschiedenheit der Farben unterscheidet man Mi-neralblan (s. Bergblan), Mineralgelb (s. Gelb-erde n. Kasseler Gelb), Mineralgrün (Kieselmala-chit, Bremer Grün u. Brannschweiger Grün), Mi-neralbraun (s. Umbra). Jmigck.
Mincralfeilen, Schleisinstrumente, welche mandurch Zusammenschmelzen n. darauf folgendes Pres-sen von etwa 3 Thln. seinein Smirgel mit 1 Thl.Schellack erhält. Sie ersetzen Smirgelscheiben undSmirgclhölzer, ja selbst die besten Stahlseilen voll-ständig u. haben vor diesen den Vortheil, einmal ab-enützt, sich durch einfaches Umschmelzen wiederrauchbar machen zu lassen. Glichet.
Mineralgclü, s. Kasseler Gelb.
Mincralgrün, s. Mineralfarben.
Mincralindigo, so v. w. Molybdänblau.
Mineralkermes, s. Antimonialmittel.
Mincrallack, sov. w. viuic-oolour (Nelkenfarbe),eine rosenrothe Farbe, welche in der FayencemalereiVerwendung findet. Man erhält sie durch Vermischenvon 100 Lhln. Zinnsänre, 31 Thln. Kreide, 3—4Thln. Kalinmchromat, 5 Thln. Kieselsäure u. 1 Thl.Thonerde und darauf folgendes, längeres heftigesGlühen dieses Gemenges. Sie erscheint schmutzigrosenroth, nimmt aber durch Waschen mit Wasser,dem etwas Salzsäure zugesetzt worden ist, eine schö-nere Nüance an. Glatzel.
Mineralogie, die Wissenschaft von den Mine,raliennach allen ihren Eigenschaften u. Beziehungen.Die M. behandelt demnach nicht nur die fertigenMineralien, sondern auch dis sich bildenden und ver-gehenden, sowie deren Rolle, welche sie in der an-organischen und organischen Welt spielen; sie ist einTheil der Anorganologie. Im engeren Sinne ist dieM. die Physiographie der fertigen Mineralien, welchedie morphologischen, physikalischen u. chemischen Ei-genschaften derselben darlegt. Eintheilnng: Theileder M. sind die Min erogonie, welche das Werdender Mineralien umfaßt, die Minerognosie oderM. im engeren Sinne; die Paragenesis derMineralien, welche die räumliche Association derMineralien behandelt, u. die Lithurgik, die Lehrevon der Verwendung der Mineralien. Die M. imengeren Sinne zerfällt in einen allgemeinen undeinen speciellen Theil; ersierer umfaßt die Dar-stellnng der morphologischen, physikalischen und che-mischen Eigenschaften der Mineralien, letzterer dieBeschreibung der einzelnen Mineralspecies. Hilfs-
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Wissenschaften der M. sind dicKrystallographie, Phy-sik u. Chemie.
Geschichte. Im Alterthum finden sich sehr we-nige Spuren von mineralogischen Kenntnissen u. nurder unmittelbare Gebrauch, den man von manchenMineralien n. Gebirgsarten machen konnte, trieb zueiniger Erforschung derselben. So bei den Ägyptern,Phönikern, Chinesen. Syenit, Granit und andereMineralmassen wurden von jenen schon in den älte-sten Zeiten bearbeitet, edle Metalle von ihnen undeinigen astatischen Völkern gewonnen und Edelsteineznm Schmucke gebraucht. Dem Bergbau verdanktman bes. die Kenntniß der Metalle; als der erste,welcher Erze grub und verarbeitete, wird Tubalkaingenannt. Daß die Griechen schon mancherlei Mine-ralien kannten, ersieht man aus der Erwähnung vonsolchen in Homeros u. Hesiods Werken, bes. aber ausden Schriften des Aristoteles (384—322 v. Chr.),welcher die Mineralien in und ztercrzzrvrä
(Steine n. Erze) eintheilt, n. des Theophrastos, des-sen Schrift: rw-- lU'Sd hauptsächlich von den
Edelsteinen handelt. Den medicinischen Gebrauchvieler Mineralien zeigten die griechischen Ärzte Hip-pokrates (456—366 v. Chr.), DioskorideS (um 59v. Chr.) u. Galenos (um 150 n. Chr.) Die Schriftdes Pseudo-Orphens: ze'Acor- handelt über die
mystischen Kräfte der Steine als Talismane («zx^r-->«(>,r-a-ccc). Unter den Römern, welche ihre mine-ralogischen Kenntnisse vondenGricchenerhielten, trugPlinius in seiner vistoria naturalis (Buch 33—37)alles über Mineralien ihm bekannt Gewordene zu-sammen. Nach einem langen Stillstände erfolgte erstwieder durch Araber, n. zwar aus Bedürfnis) für dievon ihnen gepflegte Alchemie, eine Anregung zumStudium der M.; Aviccnna (980 —1036 n. Chr.)gab eine mineralogische Schrift heraus: Vs sougs-iaticms st eou^Iutinatious lapiüum, in welcher eineClassification der Miueralkörper in Vapülss. lügus-kaetiva (metallische Substanzen), Zulpliursa u. 8aiiaenthalten ist. In Europa schieb Albertus Magnus(1193—1280) ein Buch: vö miusralibus et robusmstaliieis, worin er aber viel Fabelhaftes aufnahm.Um das Jahr 1500 entstand das Bergbüchlein, dieerste deutsch geschriebene M., welches Basilius Va-lentin zum Verfasser haben soll; es finden sich darinzuerst Namen wie Quarz, Spath, Schiefer, Kiesn. a., welche im Munde der Bergleute gebräuchlichwaren. Den Weg zu einer ans äußere Merkmale ge-gründeten Unterscheidung bahnte zuerst Georg Agri-cola in Chemnitz (1490—1555). Er theilte die Mi-neralien in einfache u. zusammengesetzte, u. die ein-fachen in Erden, Concretionen, Steine und Metalle,und achtete schon auf Gestalt, Spaltbarkeit, Härte,Schwere, Farbe, Glanz rc. der Mineralien. SeineSchriften (Vs ortn st sausis subtsrrausorum, Vsnatura soruna, guao skliuuut sx terra, Os naturakossilium, vo vstsribus st novis instaliis u. Ler-wannus s. äs rs installisa ciiaisAus) haben viel zurVerbreitung mineralogischer Kenntnisse beigetragen.Sein System wurde eine Zeitlang das herrschendeund von Kentmann, Kourad Gesner n. Andr. Cäs-alpin in ihren Schriften befolgt, auch bei vielen im17. Jahrh. erschienenen Beschreibungen von Mine-raliensammlungen zu Grunde gelegt. Die Edelsteinewurden von Bothius de Boot (1609) u. von Brück-mann (1757), die Petresacten von Schenchzer (1776)