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Milzkraut -
lieben Speckmilz auch Speckleber und Speckniereu,doch pflegt die speckige Entartung der Milz den An-fang der übrigen speckigen Degenerationen im Kör-per zu machen. Eine Heilung ist wol in allen Fällenunmöglich. Von den Geschwülsten kommen sehrhäufigTuberkel in secundärer Weise in der Milz vor, u.zwar sind dieselben meist sehr klein; ferner Echino-coccen, die bisweilen Faustgroße erreichen u. nurj kleineReste von der Milzsubstanz übrig lassen. Kunze.
Milzkraut, die Pflanzengatt. Oirr/sosplsniuin.
Mime, bei den Griechen u. Römern eine bes. Artder dramatischen Poesie, in denen Menschen in man-cherlei Verhältnissen des Lebens redend u. handelndausgestellt wurden. M-»dichter (Mimographi)nahmen den Stofs aus dem gemeinen u. häuslichenLeben, bes. auf Treue und Natürlichkeit in der Dar-stellung der Sitten u. der verschiedenen Lagen in derEiitwitkelungder aufgestellten Charaktere achtend. DieM. waren theils (vorherrschend) scherzhaft, dabeioft unzüchtig und leichtfertig, theils ernster; Frag-mente sind sehr wenig übrig. Dergleichen mimischeDarstellungen finden sich bei den Griechen, wie beiden Römern schon frühzeitig; kunstmäßig zu einerbesonderen Gattung der dramatischen Poesie wurdendie M. zuerst in Siciliendurch Sophron (420 v. Chr.)am Hofe zu Syrakus, worauf sie Platon auch imeigentlichen Griechenland bekannt machte. Außer So-phron ist dessen Sohn Lenarchos als M-dichter be-kannt, öks elfteren M. waren so vorzüglich, daßPla-ton sie selbst noch auf dem Todteubette studirte n. sostark benutzte, daß Aristoteles einmal meinte, diePlatonischen Dialoge seien eigentlich nur eine Art M.,deren Erfindung dem Alsxamencs von Teos zuge-schrieben werde. Auch Theokrst bildete zwei Idyllennach der M. des Sophron. Römische Mimographenwaren Decimus Laberius u. sein Zeitgenosse PubliusSyrus. Die Darsteller dieser Gattung des Dramasnannte man auch M., ein Name, welcher dann aufalle DarstellerkomischerRollen überging ».heutzutagefür Schauspieler überhaupt gebraucht wird. Kürschner.
Mimetesit (Arsenbleispath), Mineral, erscheintin säulenförmigen, taselartigeu od. pyramidalen Kry-stallen des hexagonalen Systems, od. in rosettenför-migen, traubigen, kugeligen od. nierenförmigen Ag-? gregaten, Bruch muschelig bis uneben, Härte 3 bis 4,spec.Gew. 7,lg bis 7, 25 , wachs-od. honiggelb, zuweilenfarblos, fett- bis diamantglänzcnd, durchscheinend;besteht aus arseniksaurem Bleioxyd und Chlorblei;wird zur Gewinnung des Bleies, sowie in der Glas-^ fabrikation angewendet; Fundorte: Johanngeorgen-! stadt, Zinnwald, Badenweiler, Phenixville in Penn-s sylvanien, Zacatecas in Mejico.
! Mimik (griech.), 1) (als Kunst), die zweite in der
i Reihe der Künste der Bewegung (s. Art. Kunst und^ Bildende Künste). Wie die Musik sich zur Architek-^ tur, die Poesie zur Malerei, sa verhält sich die M.zur Plastik, n. wie man die Poesie als redendeMale-rei definirt hat, so kann man die M. als redende(d. h. bewegte) Plastik definiren. Der Beweis, daßdie M. zur Ausnahme in das System der Künsteim engeren Sinne berechtigtist (was zuerstvon Schas-ler in seiner Geschichte der Ästhetik geschehen) liegtschon darin, daß die Ausdrucksclcmente der Poesie,s besonders in der höchstenForm derselben, dem Drama,
nämlich Tonsprache n. Gebsrdensprache, die hier zuMomenten herabgesetzten Elemente der dieser (der
- Minnkric.
Poesie) voranfgehenden Künste, nämlich der Musikn. der M., sind. Daß die M. nicht wie die anderenbeiden Künste der Bewegung zu so hoher, praktischerwie ästhetischer, Entwickelung gebracht ist, liegt ledig-lich in der Schwierigkeit der Fixirung ihrer Gestalt-ungen. Könnte für die M. ein ähnliches Fixirungs-mittel gefunden werden, wie die Notenschrift für dieMusik u. die Buchstabenschrift für die Poesie, so würdesic auch eine Geschichte u. damit die Möglichkeit einerkünstlerischen Ausbildung besitzen. Ihr Wesen aberwird durch diesen Mangel nicht berührt. Eine Son-dergattung der M. ist der Tanz, u. gerade das, waswir über die ausdrucksvollen Tänze (Orchestik) derAlten wissen, ebenso wie die höchst charakteristischenNationaltänze der südlichen Cnltur- u. selbst der wil-den Völker stellen die M., als bewegte Plastik ent-schieden in die Reihe der Künste im höheren Sinne,2) (Als Geberdensprache llberhanpt)hatsiedie Fähig-keit, einen Theil dessen, was die Tonsprache durch denartiknlirten Laut und dessen Modulationen ausdrückt,nämlich Empfindungen und Begehrnngcn (nur nichtAnschauungen u. Gedanken) durch Bewegungen desKörpers, namentlich der Hände n. des Kopfes u. indiesem wieder vorzugsweise durch die Veränderungender Gesichtszüge zum lebendigen Ansdruck zu bringen.Als solche bildet sie, nächst der Sprache, ein wesent-liches Darstellnngsmittel für den prosaischen wie denpoetischen Vortrag; hierauf gründet sich die übrigensunwesentliche Eintheilung der M. in ovatorische unddeklamatorische M. Wichtiger ist der Unterschied zwi-schen der freien (productiven) und der reprodnctivenM. Die erstere hildet die Grundlage für die Pan-tomime (s. d.), welche schon auf dem altrömischenTheater zu großer Ausbildung gelangt war u. sichals Traditionin den italienischenPantomimen erhal-ten hat. Die zweite ist ein wesentlicher Theil derdramatischen Darstellung, welche selber —der Dicht-ung gegenüber — reproductiver Natur ist. Sie kannaber auch selbständig anftreten, z. B. in jenen mimi-schen Darstellungen der verschiedenen Temperamente,Charaktere rc., sowie in der humoristischen Copirungbekannter Persönlichkeiten (auch auf dem Theater);u. nach dieser Seite hin kann sie bis zur mimischenKarrikatnr fortgehen. Literatur: Gilbert Austin,Odironomia (deutsch: die Kunst der rednerischen u.theatralischen Declamation), Lpz. 1878; Schebest,Rede und Geberde, Leipz. 1861. Von Wichtigkeitsind die betreffenden Abschnitte in Haslech Lehrbuchder plastischen Anatomie, Stuttgart 1856, namentl.Cap. V. und VI. des ersten Buchs, sowie das IV.Cap. des zweiten Buchs, welches speciell die Panto-mime behandelt; endlich hinsichtlich der inneren Be-ziehungen zwischen den Gesichtsbewegungen n. dendadurch ausgedrückten Empfindungen u. charaktolo-gischen Eigenschaften: Piderit, Wissenschaftliches Sy-stem der M. u. Physiognomik, mit 94 phorolith. Ab-bildungen, Detmold 1867. Schasler.
Mimikrie (v. engl. mimiorzH, eine Art schützen-der Ähnlichkeit bciThieren, welche darin besteht, daßeine Thierart irgend einer anderen, zu einer anderenGattung, selbst zu einer anderen Familie od. Klassegehörigen Art, die eine gewisse schützende Eigenschafthat, tauschend ähnlich sieht u. dadurch den durch jeneihr selbst abgehende Eigenschaft bedingten Schutzmitgcnießt. In den letzten Jahren sind zahlreicheBeispiele von M. beobachtet worden. So ist das süd-