52 Milzbrandcarbunkcl
heit auf Jnfection durch diese kleinsten Organismen >beruhe, immer mehr an Boden; den Parasiten hai^man lkaoiklus aiwttraeis genannt. Da der M. als!Blntkrankheit alle Organe befallen kann, so ist esschwer, ein für alle Fälle passendes Krankheitsbildvon demselben zu entwerfen. Stets ist Fieber vor-handen , das sich durch große Wechselfälle anszeich-net. Nebenbei nervöse Znsälle, Mnskelzittern undSehnenhüpfen. Die Secretionen sind enorm unter-drückt. Stets sind bedeutende venöse Stauungen an-zutrefscn. Innere Blutungen sind sehr häufig. Fer-ner kommt es sehr häufig zu Blutungen unter derHaut, wodurch die sogen. M-geschwülste entstehen;der Inhalt dieser Geschwülste hat außerordentlicheNeigung zur Zersetzung; alsdann sammeln sich unterder Haut Gase an: knisternde Beulen, Wind-geschwülste. Nach dem Tode tritt ungewöhnlichschnelle Fäulniß ein. Die Auftreibung des Hinter-leibes ist enorm. In allen Organen findet man Blut-stauungen, häufig mit brandiger Zerstörung. DasFleisch sieht wie halb gar gekochtes aus. Meist findetman die Milz enorm geschwellt, dunkel geröthet undmürbe; wegen dieser fast constanten Erscheinung hatman der Krankheit den Namen M. beigelegt. DerM. verläuft durchweg höchst acut und endigt in vie-len Fällen mit schlagartigem Tode, ist überhaupt fastabsolut tödtlich. Schmidt.
Milzbrandcarbunkcl (kuotnla maliMa,schwarze Pocke), eine umschriebene Brandbildnng beiMenschen, infolge von Ausnahme des Milzbrandgif-tes. Sie kommt am häufigsten vor am Gesicht undan den Händen bei Personen, die mit an Milzbrandgestorbenem Vieh zu thnn gehabt haben (Abdeckern,Gerbern, Hirten), vorzugsweise, wenn kleine Haut-verletznngen das Eindringendes Giftes erleichterten.Auch durch Fliegenstiche wird das Gift übertragenn. sollen nicht allein die mit einem Stechorgan ver-sehenen Mücken die Übertragung vermitteln können,sondern auch Fliegen bloß mit dem Rüssel, wenn anletzterem Milzbrandgift anhaftet. Im letzteren Fallegeschieht die Uebertragnng ohne Verletzung der Ober-haut nach alleiniger Deponirung des Giftes auf derHaut. Nach geschehener Ansteckung entsteht sehr baldein Brennen und Jucken an der betr. Stelle, dannunter Hautröthnng ein kleines rothes Knötchen undaus dessenHöhe ein Bläschen mit klarer od. gelblicherFlüssigkeit. Das Bläschen wird meist aufgekratzt, n.nun sieht man einen bräunlichen Fleck, der sich baldschwärzlich färbt, einen trockenen Brandschorf bildetu. gegenüber der geschwollenen, gerötheten und miteinem Ringe von kleinen Brandbläschen besetztenUmgebung tellerförmig einsinkt. Die brandige Stellenimmt immer mehr an Umfang zu, während gerötheteStreifen, die entzündeten Lymphgefäße, von dersel-ben noch die nächsten Lymphdrüsen sichtbar werden.Nach einigen Tagen sängt der Kranke an heftig zufiebern, wird betäubt, es gesellen sich Delirien hinzuu. der Kranke stirbt nach Verlauf von 6—8 Tagenin »mein typhösen Zustande. Kommt es zur Ge-nesung, so stößt sich das Brandige unter Eiterung abu. schließlich bleibt eine strahlige Narbe zurück. DieBehandlung besteht in möglichst frühzeitiger tieferAtzung der betr. Stelle am besten mit dein Glüh-ciscn n. nachherigcm Verbände mit Carbolöl. Kunze.
Milzfnrn ist Letoraott (Meinarnill.Milzkörperchen, s. Milz.
— Milzkrankheiten.
Milzkrankheiten. Sehen wir ab von Len Zer-reißungen der Milz, wie sie nach heftigen Stößenans die Milzgcgend und infolge übermäßig starkerSchwellung bei Typhus n. Wechselfieber beobachtetwerden, so finden wir in der Milz, ähnlich wie inden Lymphdrüsen, vorzugsweise krankhafte Verän-derungen , die durch im Blut kreisende Ttoffe ver-anlaßt werden. Zn diesen Krankheitszuständen ge-hört zunächst der acute Milztumor, eine bis aufdas 4—6sache steigende Vergrößerung der Milzdurch verniehrtenBlntgehalt»., wenigstens in häufi-gen Fällen, durch eine zeitige Wucherung des Milzge-webes. ErwirdbeobachtetbeiTyphns, Wechselfieber,Scharlachsteber, bei jauchiger Blutvergiftung, beimRUckfallsfieber,bisweilenbei Masern,Lungenentzünd-ung,Diphtheritis. Die Krankenverratheh'näufig durchkeine Klagen diesen Krankheitszustand, nur biswei-len wird dumpfer Druck in der Milzgegend gefühlt.Bei der Betastung nimmt man meist ohne Schwie-rigkeit den den Rippenbogen überragenden unterenAbschnitt der Milz wahr, während die Percussiondurch Vergrößerung der Dämpfung deS Schalls dieUnisangznnahme der Milz erkennen läßt. Nach Ab-lauf der betr. Jnfectionskrankheit bildet sich meistauch der acute Milztumor zurück. Eigentliche acuteEntzündungen der Milz sind sehr selten; bis-weilen beobachtete man nach Einschwemmung vonPfröpfen in die Milz Eiterherde von mehr od. min-der erheblicher Größe (eitrige metastatische Infarkte).Sehr häufig ist der chronische Milztumor. DerUmfang der Milz erreicht oft kolossale Dimensionenu. die Milz füllt nicht selten die ganze linke Bauch-seite bis zur weißen Linie an. Das Gewicht steigtin einzelnen Fällen bis auf 10—20 Pfund, die Milz-kapsel ist meist erheblich verdickt, das Milzgewebebald fast normal, bald verhärtet, die Schnittflächenglatt, glänzend. Nicht seltenistFarbstoff reichlich demMilzgewebe eingelagert (Pigmentmilz). Man beob-achtete den chronischen Milztumor des. beim Wechsel-fieber, bei Leukämie (s. d.), bei anhaltenden Blut-stauungen in der Milz infolge von Leber- u. Herz-krankheiten n. endlich (jedoch nicht constant) bei Sy-philis. Die durch den chronischen Milztumor her-beigeführteii subjectiven Erscheinungen sind geringu. die Kranken klagen meist nur über Spannung u.Druck im Untcrleibe u. Athmungsbeeiignng. Bis-weilen beobachtet man blutiges Erbrechen u. Nasen-blntungen. Immer machen sich sehr bald Abmage-rung , hektisches Anssehen, fahle Gesichtsfarbe undBauchwassersucht geltend und der Kranke geht sehrhäufig unter äußerster Entkräftung zu Grunde. DieBehandlung ist nach den ursächlichen Verhältnissenverschieden. VondendegenerativenVorgängenkommtdieAmyloide»tartungin der Milz am häufigste»vor (Speckmilz, Wachsmilz, Schinkenmilz). Dieselbeberrifft entweder nur die Milzfollikel, n. dann tretendieselben als sagoähnliche Knötchen auf der Schnitt-fläche hervor (Sagomilz) od. die ganze Milz ist ent-artet (LiffuseAmyIoidentartung)n.jnanfindetdieMilzbeträchtlich vergrößert, blutarm, unelastisch, hart u.speckartig znschneiden.Gießt manJodlösiing über amy-loidentartetes Gewebe, so färbt sich dasselbe braun-roth. Man beobachtet die Speckmilz des. bei lang-wierigen Eiterungen namentlich der Knochen u. derLungen, bei englischer Krankheit und anderen hocki-dyscrasischen Zuständen. Gewöhnlich findet man