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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
32
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32 Mikroskop.

Gang der Lichtstrahlen ist ansFig. 10 zu ersehen. DasObjectiv ab ist einekleinc Linsevonsehr kurzer Brenn-weite, also sehr starker Vergröberung u. erzeugt zu-nächst von dem etwas unterhalb ihres Brennpunktsbefindlichen Object r 8 ein stark vergrößertes, um-gekehrtes, reelles Bild 8K, das bei richtiger Ent-fernung der Linsen unter Las Ocular u. innerhalbder Brennweite desselben zu liegen kommt. DasOcular e ä ist eine große Linse von schwacher Ver-größerung. Durch sie wird das vom Objectiv er-zeugte Bilb 8R wie Lurch eine Loupe nochmals ver-größert u. in die deutliche Sehweite des Auges ge-rückt. Die Vergrößerung 8'kft unter der das um-gekehrte Bild des Objects nunmehr dem Auge er-scheint, ist das Product der Vergrößerungen jederder beiden Linsen. Vergrößert also das Objectiv50fach, das Ocular 6fach, so vergrößert das M.300fach. Bei dieser einfachen Form der Linsen wür-den indessen die Bilder nicht viel deutlicher n. reinersein, als beim einfachen M. Man setzt vielmehr stattder kleinen, stark gekrümmten, einfachen Objectiv-linse zur Vermeidung der sphärischen und chromati-schen Abweichung mehrere schwächer gekrümmte,achromatische Doppellinsen ans einander u. wendetstatt des einfachen Oculars zur Vergrößerung desGesichtsfeldes u. zur Verminderung der Abweichun-gen ein System von zwei getrennten, in ein kurzesRohr eingeschlossenen, planconvepen Linsen (ein sogen.Campanisches Ocular)an. Dieuntere, etwas größere,Las Collectiv, fängt die von dem Objectiv kom-menden Strahlen, noch ehe sie sich zu dem Bild 8Kvereinigen, auf u. erzeugt ein etwas kleineres Bildinnerhalb der Brennweite der oberen eigentlichenOcularlinse, die wiederum als Loupe dient. DerNachtheil einer Verkleinerung desBildcS wird durchden Vortheil einer erheblichen Vergrößerung desSehfeldes ausgewogen. Endlich ist an der Stelle,wo das Bild des Objectivs liegt, eine ringförmigeBlendung (Diaphragma) angebracht, welche dasSehfeld soweit einschränkt, daß die der Deutlichkeitdes Bildes schädlichen Randstrahlen abgehalten wer-den. Meist trägt das Diaphragma ein Fadenkreuzvon Spinnfäden, welches den Mittelpunkt des Ge-sichtsfeldes angibt, oder mehrere parallele Spinn-fäden von bekanntem Abstand, um annähernd dieGröße des Bildes zu messen. Bei größeren M-enist auch wol eine in dem Objecttisch ausgeschnittenerunde Platte um die Achse des M-s drehbar odernoch eine besondere Blendung für die Beleuchtungs-strahlen angebracht. Jn Fig. 9 befindet sich die letz-tere in dem Cylinder g. der durch den Schlitten ioan dem Objecttisch verschiebbar ist. Man hat meistzu einem M. mehrere Objective u. Oculare; solchemit größerer Schärfe und weiterem Gesichtsfeld zurvorläufigen Orientirnng über den Gegenstand undsolche mit bedeutender Vergrößerung, aber kleinemGesichtsfeld zur Detailuntersuchung. Die stärkstenVergrößerungen erzielt man durch die sogen. Im-mersion. Hierbei wird auf das Object oder dasobere Deckgläschen ein Tropfen Wasser oder Glyce-rin gebracht, in welche das Objectiv eintaucht. DerTropfen wirkt gleichzeitig vergrößernd u. erhellend.Die hierfür eingerichteten, schärferen Objective heißenJnmiersionsobjective, die anderen Trockenobjective.Mit dem Trockensystem erreicht mtrn etwa eine 2000-,mit dem Jmmersionssystem eine 3—4000sache Ver-

größerung. Die Prüfung eines M. bezieht sicheinmal auf die Vergrößerung, dann auf die Deut-lichkeit. Die Vergrößerung mißt man, indem manmit dem einen Auge durch das M. ein als Objectuntergelegtes Glasmikrometcr (s. Mikrometer?), mitdem anderen, freien Auge einen daneben gelegtenMaßstab betrachtet. Gehen z.B. lOTHeile des Mi-krometers ans 1 cm des Maßstabs und enthält dasMikrometer 4000 Theile ans 1 ein, so ist die Ver-größerung lOOfach. Anderseits dient das Glasini-krometer, indem es aus die Blendung des Ocularsgelegt wird, zur Messung mikroskopischer Objecte.Genauer noch für diesen Zweck ist eine Mikrometer-schraube (s. Mikrometer). Die Deutlichkeit des Bil-des wird beurtheilt durch die sogen. Mikrometerpro-ben, die theils künstlich, theils natürlich sind. Zuden ersten gehören die Nobertschen Platten, das sindGläser, auf Lenen in 15 Gruppen je 10, immer engerstehende Parallellinien eingeritzt sind. Die Deut-lichkeit des M-s schätzt man nach der Zahl der vonihm aufgelösten Gruppen. Zu den natürlichen ge-hören die Flügelschuppen einiger Schmetterlinge(bes.Lixxaroblallaniia), deren äußerst feineLängs-u. Querrippen nur durch vorzügliche Instrumenteerkannt werden; neuerdings bes. noch gewisse Dia-tomeen (KIsurosiZma anFulatmm u. a.) mit höchstfeinen Zeichnungen auf dem Kieselpanzer. Die Deut-lichkeit ist meist am größten beinur3—400facherBer-größerung; im Allgemeinen geht man auch bei wissen-schaftlichen Untersuchungen nicht über KOOfache Ver-größerung hinaus. Die besten M-e werden in Deutsch-land angefertigt von Hartnack (Oberhäusers Nach-folger, früher in Paris, seit 1871 in Potsdam), Zeißin Jena, E. Leitz (Kellners Nachsolger, vormalsBelthle u. Leitz) in Wetzlar, Winkelin Göttingen u. A.Nach den neuesten Verzeichnissen (Hartnack 1876,Zeiß 1877) stellen sich die Preise guter M-e bis zu600facher Vergrößerung für wissenschaftliche Zweckeauf 150—300 N, von kleineren für Ärzte, Tech-niker rc., bis etwa zu 300sacher Vergrößerung aus60—120 Ll. 3) Von anderen M-eu erwähnen wirdie Spiegel-M-e, die man zum Unterschied vonden bisher betrachteten dioptrischenM-en auch kat-optrische M-e nennt. Dieselben beruhen auf einerCombination von Hohlspiegeln und Sammellinsen;die Strahlen gehen den umgekehrten Weg wie beimNewtonschen Spiegelteleskop (Optik, Taf. I. Fig. 8).Die vorzüglichsten derselben, von Amici (s. d.) con-struirt, haben eine bedeutende Vergrößerung ohneFarbenzerstreuung u. gestatten die Betrachtung gro-ßer, selbst unter Wasser befindlicher Gegenstände.Ferner das Sonnen-M., welches nur aus einemObjectiv besteht und im Princip mit der ImtsrnainaAiea übereinstimmt. Indem es die Bilder kleinerObjecte stark vergrößert auf eine weiße Wand odereinen transparenten Schirm wirft, macht es diesel-ben gleichzeitig mehreren Personen zugänglich. DerGegenstand wird umgekehrt vor ein, dem Objecti»des zusammengesetzten M-s ähnliches Linsensystemgestellt, etwas jenseit des Brennpunkts. Je näherdas Object diesem Punkte liegt, desto größer erscheintdas Bild, desto stärker aber muß es auch erleuchtetwerden. Dies geschieht beim Sonnen-M. durch dasvon einem Planspiegel (Heliostat) reflectirte u. durcheine Linse concentrirte Sonnenlicht: beim Hydro-Oxygen-Gas-M. durch einen im Knallgasgebläse