Metz.
keit der vor denselben aufgefahrencn Artillerie, trotzder heftigsten Angriffe des 3. u. 4. franz. Corps inden Händen des 1. u. 41. Juf.-Neg. unv auch das6. franz. Corps vermochte der 25. Jnf.-Div. gegen-über nicht über die Linie der Dörfer Chienlles undVany vorzndringen. Inzwischen hatte sich die Frontder deutschen Truppen durch die 3. Res.-Div. undTheile des 9. n. 10. Arnieecorps erheblich verstärkt.Nachdem das Gefecht gegen Abend auf der ganzenKampflinie verstummt war, brachen die Frauzosenwährend der Dunkelheit plötzlich nochmals gegenServigny vor, während die Deutschen zur selben ZeitNoisseville wiederzunehmen versuchten, beide Ortegeriethen vorübergehend in den Besitz der Angreifer,gingen aber beim Eingreifen der Reserven wiederverloren. Beide Heere bivouakirten die Nacht Uber,auf Gewehrschußweite getrennt, in den am Tage er-kämpften Positionen. In der Hauptrichtung desDurchbruches den Straßen nach Antilly n. St. Barbehatte die Rheinarniee keine Fortschritte zu erzielenvermocht. Am Morgen des 1. Sept. versuchte Gene-ral v. Mantenffel mit der 2. n. 3. Jnf.-Brigade demFeinde die Dörfer Noisseville n. Montoy wieder zuentreißen, die Angriffe scheiterten indeß an der Über-macht der Franzosen. Dagegen wurden die DörferCoincy und Flanville der franz. Div. Bastonl durchdie 28. Jnf.-Brig. wieder abgcnommen. Im Cen-trum vermochten die Franzosen auch an diesem Tagenicht vorwärts zu kommen. Auf dem linken Flügelrichteten sich die Anstrengungen des 6. franz. Corpsauf die Wegnahme der Dörfer Failly und Rnpigny,es vermochte jedoch nicht über den Bach von Chienl-les vorzudringen. Als dann im Laufe des Vormit-tags auch Noisseville von den Deutschen wieder besetzt wurde und die wiederholten franz. Angriffe aufPoix u. Servigny scheiterten, gab Bazaine den Durch-brnchsversuch auf u. zog um Mittag seine Corps indie vor der Schlacht innegehabtcn Stellungen zurück.Am ersten Schlachttage hatten der etwa 120,000 Mannstarken franz. Armee nur 40,000, am zweiten etwa74,000Deutsche gegenübergestanden. DerGesammt-verlnst der Franzosen belief sich auf etwa 3500, derder Deutschen auf etwa 3000 Mann. Da nach derVernichtung der Armee des Marschall Mac Mahonbei Sedan ein Lmrchbrnchsversuch der Nheinarmeenach N. od. NW. nicht mehr zu erwarten stand, viel-mehr ein Ausbrechen derselben in südlicher Richtung,nm in die noch nicht occupirlen Theile des Vater-landes zu gelangen, allein Aussicht auf Erfolg ge-währte, wurde der Schwerpunkt der Einschließungauf die Südseite der Festung verlegt. Prinz Fried-rich Karl nahm sein Hauptquartier in Corny, das8. Ärmeecorps rückte in den Raum zwischen Moselu. Seille, demselben schloß sich rechts das 7. an bisin Höhe von Noisseville u. dann das 1. Arnieecorpsbis zum Walde von Failly, während die 3.Res.-Div.den Raum von dort bis zur oberen Mosel deckle. Aufdem rechten Ufer hielten das 10., 3. und 0. Armeecorps, letzteres im Anschluß an das 8. Arnieecorps,die Einschließnngslinie fest, während das 2. als Reserve bei Gorze Cantonnements bezog. Bazaine, derAussicht beraubt, einem anrückendcu Entsatzheere dieHand zu bieten, beschloß, vor der Hand sich in ernst-liche Kämpfe nicht einzulassen, sondern die weitereEntwickelung der Verhältnisse in Frankreich unter denMauern von M. abzuwarten. Abgesehen von einzel-
nen Kanonaden und unbedeutenden Vorpostenschar-mützeln lagen sich daher beide Heere geraume Zeitfriedlich gegenüber, sich in ihren Stellungen immermehr befestigend. Nach u. nach begannen indeß inder Festung die Lebensmittel knapper zu werden, be-sonders trat Mangel an Schlachtvieh ein, so daß be-reits vom 4. Sept. ab an die Truppen Pferdefleischverausgabt werden mußte. Um die Vorräthe zu ver-mehren, beschloß Bazaine Ende September die gewalt-same Wegnahme aller erreichbaren Lebensmittel inden Ortschaften vor n. innerhalb der deutschen Vor-posten, was am 22., 23. u. 27. Sept. zu kleinerenAusfallgefechten führte, in denen es den Franzosengelang, die Orte Crepy, Peltre, Mercy-le-Haut, laMaxe u. a., zum Theil allerdings mit erheblichenVerlusten an Mannschaften, anszufonragiren. DieDeutschen schafften infolge dessen alle Lebensmittelu. Fonrrage aus den Ortschaften der Vorpostenlmiefort. Unter dem Drucke der täglichen Verminderungder Vorräthe gab Bazaine in einem am 4. Oct. zusam-menbernfenen Kriegsrath die Absicht kund, nochmalseinenDnrchbruchzu versuchen. Nachdem diczumVer-bleiben in M. bestimmtenTrnppentheile ausdrücklichbezeichnet, die übrigen Mannschaften bezüglich ihrerMarschfähigkeit ärztlich untersucht n. Alles'zum Auf-bruch vorbereitet war, gab er indeß das Unternehmenplötzlich auf u. beschränkte sich nur auf einen größerenVorstoß in nördlicher Richtung, dessen ausgesprochenerZweck wieder in der Heranschaffnng von Lebens-mitteln bestand. Am 7. Oct., Mittags, gingen dieGarde-Voltigeur-Div. u. Theile des 4. u. 6. franz.Corps gegen die Ortschaften Bellevue, St. Remy,Grandes n. Petites Tapes in der Moselniederung,so wie auf den Berghäugen zur Seite derselben voru. trafen hier auf die Vorposten der 3. Res.- n. der5. Jnf.-Div. Dieselben wichen vor der Übermachtaus der ersten befestigten Linie zurück, bis die her-beieilenden Reserven Vas Gefecht in Höhe von Belle-vue u. der Waldparzellcn in der Nähe desselben zumStehen brachten und endlich gegen Abend die franz.Colonnen, denen die Fortführung von Lebensmittelnnicht gelang, in die Festung zurllckvrängten. Aufdem rechten Moselufer hatten sich die Franzosen aufleichte Demonstrationen beschränkt. Der Verlust derDeutschen betrug etwa 1700, der der Franzosen etwa1200 Mann. Es war dies seitens der Einschließnngs-armee die letzte Unternehmung größerer Art, nurhin und wieder fanden noch Kanonaden gegen diedeutschen Vorposten statt, die lebhaft erwidert wurden.Die Lage der eingcschlossenen Armee wurde unterdem moralischen Druck und bei den zu erduldendenphysischen Leiden eine immer traurigere. Die Regen-tage des October machten dieBivouacs in dem lehmi-gen Boden unerträglich. Der Krankenstand nahm er-schreckend zu, der Festungscommandant erklärte am8. Oct., daß die Lebensmittel nur noch bis zum 20.reichen würden. In einem infolge dessen einberufe-nen Kriegsrath am 10. Oct. beschloß man trotzdem,daß das Ansharren in M. noch immer der besteDienst sei, den die Rheinarmee dem Vaterlandc leistenkönne, weil ein starkes deutsches Heer dadurch vorden Mauern der Festung gefesselt und für die Rüst-! ungen im Lande Zeit gewonnen würde. Indessenwollte manschen jetzt BerhandlnngenmitdemGegner'anknüpfcn, um, wenn unannehmbare Bedingungeni gestellt würden, einen letzten Durchbruch zu versuchen.