Chateau Cambrcsis 1559 die Bischöfen, die Capitelvon M., Toul u. Verdun als Bundesgenossen, ob-gleich sie nicht seine Unterthancn waren, in den Frie-den mit ein, und Kaiser Ferdinand I. forderte 1560diese Bisthüiner vergeblich zurück, im Gegcntheilschloß Heinrich I V. dieselben ebenfalls als vom Deut-schen Reiche getrennt wieder mit in den Frieden vonBervins ein, n. um die Bürger im Zaum zu halten,wurde 1566 die Citadellc gebaut. Die nachherigenKönige von Frankreich begnügten sich mit der bloßenSchntzherrschaft über M., bis 1633 Ludwig XIII.ein Parlaipent in M. entsetzte nnd anfing, sich alsunbeschränkten Souverän von M. zu betrachten, u.allen kaiserlichen Protestationen zum Trotz erhieltFrankreich im Westfalischen Frieden 1648 die volleSouveränität über die drei Städte. 1814 wurde M.nur beobachtet und zeitweise ceruirt.
d) Geschichte der Belagerung 1870. Schonam Abend der Schlacht bei Gravelotte schloß sich derKreis der Cernirnng um M. Am folgenden Tagewurde aus der 1. Armee (1., 7., 8. Armcecorps) u.Thcilen derL.Armee (2., 3., 9. u. 10. Armeecorps)nebst der 3. Reserve-Division nnd der 1. und 3. Ca-valerie-Division die Einschließnngsarmee unter demOberkommando des Prinzen Friedrich Karl gebildet.Das 1. Armeecorps, die 3. Nes.-Div. u. die 3 Cav.-Div. nahmen auf dem rechten Moselufer, die übrigenArmeecorps n. I.Cav.-Div.aufdemlinkenMoselufersolche Aufstellung, daß ein feindlicher Durchbruch inwestl. u. nördl. Richtung, der allein Erfolg versprach,verhindert, in östlicher u. südlicher Richtung dagegennur die Verbindung der Festung mit der Außenweltabgeschnitten wurde. Die deutschen Vorposten stan-den in einem Kreise von etwa 7000 m Radius umdie Festung herum, etwa 2500 in von den vorge-schobenen Forts und etwa 2000 m von den franz.Vorposten entfernt. Die Cernirungslinie wurdedurch fortificatorische Anlagen, Schützengräben, Ver-haue, Befestigung derDorflisieren rc. verstärkt. Wegeu. telegraphische Verbindungen von den Cantonne-mentsplätzen der rückwärts der Vorpostenlinic lagern-den Reserven wurden hergestellt nnd Beobachtungs-Posten aus den die Festung umgebenden Höhen eta-blirt, über die Mosel ober- n. unterhalb der Festungendlich zahlreiche Pontonbrücken geschlagen. Diefranz. Armee lagerte mit dem 4. Corps auf den Ost-abhängen der Berge St. Quentin und Plappeville,dahinter das Garde-Corps in Ban St. Martin undDevant les Ponts, das 6. Corps in dem Raume vonWoippy bis zur Mosel auf dem rechten Ufer, das3. Corps zwischen oberer Mosel und Seille, das 2.Corps in dem Raume zwischen Seille und untererMosel, die Cavalerie ans der Insel Chambiere. DerMannschaftsbestand und die Munition der Armeewurde ergänzt, die noch im Bau begriffenen Außen-forts provisorisch zur Verthcidigung eingerichtet», dieVorpostenlinie durch fortificatorische Anlagen ge-sichert. Lebensmittel für die Armee waren etwa für40 Tage vorhanden. Die Civilbevölkernng wardurchAufnahme der Einwohner aus den umliegenden Ort-schaften nm etwa 2000 Menschen angcwachsen nndwar infolge dessen nicht ausreichend verproviantirt.In der ersten Woche der Cernirnng kam es zwischenden beiderseitigen Armeen nur zu kleinen Schar-mützeln innerhalb der Vorpostenlinie n. zu Beschieß-ungen der auf Len Einschkießungslinien beschäftigten
^ Arbcitcrabtheilnngen. Als indeß Marschall BazaineNachrichten über eine erhebliche Verminderung derdeutschen Strcitkräfte vor M. erhalten hatte, glaubteer die Zeit zn einem Dnrchbrnchsversnch gekommen.Er beabsichtigte seinen Weg über die Nordfestnngenzu nehmen, um sich möglichst schnell mit dem Heeredes bei Chnlons stehenden Marschall Mac Mahonzn vereinigen. Am 26. Aug. wurde die Rheinarmeeans dem rechten Moseluscr vor den Forts St. Julienn. Les Bordes concentrirt. Zur Deckung des Auf-marsches gingen Morgens die franz. Vorposten gegendie Stellungen des 1. Armcecorps vor. Indessenbrach der franz. Oberbefehlshaber infolge eines imSchlosse Grimont abgehaltenenKriegsrathes das be-gonnene Gefecht bald wieder ab und ließ die Corpsin ihre bisherigen Lager zurückgehen. Maßgebendfür diesen Entschluß waren einerseits die Angabendes Artillerie-Geuerals Soleille, daß die vorhandeneArtillerie-Munition der Armee nur für den Bedarfeiner Schlacht ausreiche, und daß Man sich dahernach gelungenem Durchbruch wehrlos zwischen dendeutschen Heeren befinden werde; und anderseits derAusspruch des General Coffinicres, daß M. nach demAbmarsch der Armee einen regelmäßigen Angriffgegenüber bei dem unzureichenden Vertheidigungs-zustande seiner Werke, sich nicht länger als 14 Tagewerde halten können. Der Kriegsrath glaubte dahermit der Erhaltung der Armee und der Festung demVaterlande den besten Dienst zu erweisen. Die Trup-pen erhielten einen dreitägigen eisernen Mnndvor-rath, um bei günstiger Gelegenheit zu sofortigemAusbruche bereit zn sein. Am 29. August empfingBazaine 2 Depeschen, die ihm den Abmarsch der Ar-mee MacMahons gegen die Maaslinie in der Richt-ung anf Stenay, wo dieselbe am 27. Äug. eintreffensollte, meldeten. In der Voraussetzung, daß MacMahon seitdem seinen Vormarsch nach O. ungehin-dert fortgesetzt haben und daher in nicht allzngroßerEntfernung von M. angetroffcn werden würde, be-schloß Bazaine nnnmehr den Durchbruch ans demrechten Moseluscr in der Richtung auf Diedcnhofenzn versuchen und concentrirte dazu am 31. Ang. dieArmee wiederum auf dem rechten Ufer. Zu einemGefechte kam es am Vormittag nur vor der Frontder 2. Jnf.-Div., deren Vorposten durch Übermachtans dem Dorfe Colombey vertrieben wurden; derAufmarsch der französischen Armee verzögerte sich biszum Nachmittag. Dieselbe begann dann abznkochen,wobei große Rauchwolken die von ihr cingenom-menenStellungenbezeichnten. JmdeutschcnHaupt-quartier glaubte man infolge dessen das Gefecht erstfür den nächsten Tag erwarten zu können, als plötz-lich um 4 Uhr Nachmittags ein heftiges Geschützfeuerans dem Fort St. Julien und aus cingegrabenenBatterien neben demselben den ernstlichen Kampf be-gann. Das 4. franz. Corps setzte sich auf der Straßenach St. Barbe, das 3. auf Nonilly n. Noisseville,das 2. auf Relonfay in Bewegung, während das 6.auf Rnpigny vorging. Aus dem linken Flügel des1. deutschen Armeecorps gingen durch die mit großerÜbermacht ansgeführten Angriffe die Dörfer Au-bigny, Coincy (Brigade Lapasset gegen Rcgim. 45)und Montoy, Noisseville (Divisionen Moniandon u.Bastonl gegen die 3.Jnf.-Brig.)nach heftigemKampseverloren. Im Centrum blieben indeß die Dörfer Ser-vigny, Poix, Failly, Dank der aufopfernden Thätig.