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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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servative Friedenspolitik fortsetzte; 1841 durch den'Tractat vom 13. Jnli gelang cs ihm, Frankreichwieder in den Bund der Großmächte zu ziehen, undseit die Tories in England wieder am Ruder waren,verband er sich immer inniger mit England, um demÜbergewicht Rußlands entgegcuzuwirken, besondersin Bezug aus die Türkei u. Griechenland. Den ru-higen Gang seiner Staatsverwaltung störte im Febr.1846 der polnische Aufstand in Galizien. Eine Folgedes wieder hcrgestellten Einvernehmens mit Rußlauvwar der Wiener Bertrag vom 6. Nov. 1846, wo.durch der Freistaat Krakau dem österreichischen Kai-serstaate ciuverlcibt wurde. Als 1847 infolge derReformen im Kirchenstaate die italienische Bewegungdie Macht Österreichs dort zu erschüttern drohte,mißbilligte M. das Verfahren des Papstes offen undhielt in der Lombardei das zcither befolgte Systemstreng aufrecht, bewilligte aber dem Grafen Radetzkydie von diesem verlangte Vermehrung der Streitmachtnur unvollständig. Wenn auch den Wünschen derDeutsch-Österreicher nach gleichmäßiger Erweiterungder ständischen Rechtenicht geneigt,entschloß er sichdochzu einigem Nachgcben; günstiger aber stellte er sichgegenüber denWünschen Lerllngarn nach Verbesser-ung der Lage des Landes und Fortschritt. Bei denWirren in der Schweiz unterstütztcM. die katholischenKantone, und nur der Einspruch Englands und derrasche Sieg Dufours im Sonderbnndskriegehindertenihn, den Erfolg der radicalen Sache anfznhalten.Bei dem nach der Februarrevolution auch in Öster-reich losbrechendcn Sturme wollte er anfangs nichtweichen, indessen da sich gegen ihn die allgemeineStimme richtete, so erhielt er vom Kaiser noch amAbend des 13. März 1848 seine Entlassung. Per-sönlich gefährdet, nachdem das Volk bereits seineVilla am Rennwege angegriffen hatte, ging er alsGraf vonMiltigau durch Böhmen über Dresden u.Leipzig nach Holland und England, wo er bei derAristokratie eine sehr günstige Aufnahme fand. An-sang Nov. 1849 siedelte er nach Brüssel über, bezogin der ersten Hälfte des Juni 1851 den Johannis-berg im Rheingau, kehrte 23. Sept. 1851 nach Wienzurück und st. hier 11. Juni 1859, bis dahin immernochRathgeberdesKaiserhauses. M.,einaimablerMensch u. perfekter Cavalier," wie ihn sein Lehrer,Fürst Kaunitz, nannte, u. darum bald ein noch per-secterer Hofmann, war von Hause aus trefflich ta-lentirt/aber leider siegte bei dem im Geiste der Di-plomatie seiner Zeit gebildeten Diplomaten bald überalle guten Eigenschaften nicht nur sein Talent desVcrmittelns, Vertuschens n. Jntriguirens, sondernauch seine Genußsucht. Nachdem er Österreich ge-hoben aus den schwersten Demuthigungen und eineneue Ordnung der europäischen Dinge hergestellt,suchte er, wenn er nüt seinem staatsmännischen Blickeauch wol unter der geglätteten Oberfläche schwereStürme sich ansammeln sah, um jeden Preis, wenig-stens so lange er lebte, diese Ruhe, das Bestehende zuerhalten. Das war sein System, und er verfolgtedasselbe um so strenger, ja rücksichtsloser, als derLebemann unter demselben sich ungestört den Ge-nüssen des Lebens hingeben konnte. Seine Leichewurde in der Familiengruft zu Plaß in Böhmen bei-gesetzt. M. war vermählt zuerst seit 1795 mit Grä-fin Eleonore von Kaunitz (gest. 1825); bann seit 1827mit Marie Antonie von Leykam , Gräfin von Beil-

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' stein (gest. 1829); seit 1831 mit Melanie MarieAntonie, Gräfin von Zichy-Ferraris. Er hatte ausseinen drei Ehen drei Söhne u. drei Töchter. Vgl.Fürst Clemens von M. u. sein Zeitalter, vonM.G.Rieder, Lndwigsbnrg 1836; Groß-Hoffinger, FürstM. n. das österr. Staatssystem, Lpz. 1846, 2 Bde.;(Hormayr), KaisersFranzu. M., Berl.s1848; Schinidt-Wcißenfels, Fürst M., Geschichte seines Lebens undseiner Zeit, Prag 1860. Sein ältester Sohn, FürstRichard, ans der zweiten Ehe, gcb. 7.Jan.1829,widmete sich der diplomatischen Laufbahn, wurdeLegatillnssccrctär bei der österreichischen Gesandtschaftin Paris, im April 1856 außerordentlicher Gesand-ter u. bevollmächtigter Minister Österreichs an densächsischen Höfen, während des italienischen Feldzugesvon 1859 nach Verona berufen, um beim Kaiser dasReferat für die Auswärtigen Angelegenheiten zuübernehmen, und ging nach der Unterzeichnung desFriedens vonZürich als Botschafter Österreichs nachParis (accrcditirt 15. Nov. 1859). Hier spielten ern. seine Gemahlin, Fürstin Pauline, geb. Gräfin vonSandor, eine Tochter seiner Stiefschwester, eine her-vorragende Rolle in den kaiserlichen Salons, sie bes.als Freundin der Kaiserin, während von seiner di-plomatischen Thätigkeit wenig bekannt wurde. Seitvem Sturze des Kaiserreichs lebt der Fürst als Pri-vatmann in Wien. Lagai.

ll/Iotteur on pages (franz., Formbildner), derjenigeSchriftsetzer, welcher das Manuskript vertheilt, denSatz von den Stücksetzern in Columnen u. Formenordnet (umbricht), die dabei vorkommenden Rubri-ken, Marginalien, Columnentitel, Noten rc. setzt undalle anderen dabei zu verrichtenden Arbeiten besorgt.

Mettlach, Kirchdorf im Kreise Merzig des prenß.Regbez. Trier, an der Saar; Station der Saar-brücker Eisenbahn; in den Gebäuden der im7.Jahrh.von dem heil. Lutwin gestifteten Benedictinerabteieine berühmte große Steingutfabrik, deren Fabrikate(Vasen, Pokale, die berühmten M ettlach er Plätt-chen rc.) zu den geschmackvollsten Erzeugnissen dermodernen Knnsttöpferei gehören; 1871: 900 Ew.Oberhalb M. ein langer Eisenbahntnnnel. Vergl.Lager, Geschichte der Abtei M., Trier 1875.

Mettmann, 1) Kreis im prenß. Regbez. Düssel-dorf, wird durchschnitten von den Linien Düsseldors-Elberfeld-Hagen, Vohwinkel-Steele u. Haan-Opla-den-Mülheim-Deich der Berg.-Märk. Eisenbahn;250,. 1 » s^Ikin (4,55 ÜM) mit 58,099 Ew. 2) Kreis-stadt darin, in einem Thale an einem Zuflusse derDüffel; Schullehrerseminar; Seiden- u. Baumwol-lenwaarenfabriken u. Maschinenschlossereien; 1875:6500 Ew. Inder Nähedas Gestein, ein romantischesThal an der Düffel, mit Brüchen schwarzen Mar-mors n. der Neanderhöhle, die aber durch Straßen-banten fast ganz zerstört ist. M-, das schon 904 er-wähnt wird, erhielt 1424 Stadtrechte.

Mettus, Fuffetius, Diktator in Alba Longa,veranlaßte, als der Streit zwischen Alba und Romwegen der Oberherrschaft ausbrach, die Entscheidungdesselben durch den Kamps der Horatier u. Curiatier;als aber der römische König Tullns Hostilius vonden den Römern tributpflichtigen Albanern Hilfs-truppen gegen die Vejenter verlangte, und M. seineLeute zu den letzteren überzusühren beabsichtigte, ließihn der König mit Pferden zerreißen.

Metz. Hauptstadt des Bezirks Lothringen im