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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
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Metternich, altes rheinlLndnches Dynastenge-schlecht, welches, ursprünglich ein Zweig derer vonHemmerich (Hemberg), von dein Dorfe Metternich(Kreis Koblenz) den Namen annahm. Die von denzwölf früheren Linien noch bestehende einzige Linie,M.-Winneburg, erhielt ihre Besitzungen, indemder Kurfürst Erzbischof Lothar M, von Trier (1599bis 1623) die andasKnrsürstenthnm durch Erlöschender Linien Winneburg und Beilstein heiingefallenenHerrschaften u. Güter seinem Vetter Philipp Em-merich von M. zu Lehen gab. Dieser (gest. 1698)wurde 28. Mai 1696 in den Reichsgrafenstand er-hoben mitSitz u. Stimme im Westsäl. Reichsgrafen-collegium. Als beim Luneviller Frieden die genann-ten beiden Stammherrschasten an Frankreich verlorengingen, wurden die M. 1802 durch die ehemaligeReichsabtei Ochsenhausen in Schwaben (bestehendaus dem Flecken Ochsenhauscn, 22 Dörfern, 14Meiereien, 6300 Einw., 70,000 Gulden Einkünfte)entschädigt. Diese Besitzung wurde 1806 zuGunstcnWürttembergs mediatisirt, u. die nunmehrige Stan-dcsherrschaft Ochsenhausen erhielt den Titel einesFürstenthnms Winneburg, nachdem Graf FranzGeorg Karl (geb. 9. März 1746, gest. II. August1818) erst in knrtrierischen, dann in kaiserl. Diensten,Wahlbotschafter bei der Wahl u. Krönung des Kai-sers Leopold II., dirigirendcr Minister in den Nie-derlanden, endlich österr. Principal-Commissarinsbeim Rastadter Congreß, 30. Juni 1802 denRcichs-sürstentitcl erhalten hatte. 1825 verkaufte derFürstClemens M. die Standesherrschaft Ochsenhausen anden König von Württemberg. Die jetzigen Besitz-ungen dieses Hauses sind in Böhmen: die mit denGüternKatzerow, Biela u.Kraschan vercinigteHerr-jchaft Plast (6j^M u. 56 Ortschaften), die HerrschaftKönigswart mit Miltigan, Amons- u.Marcnsgrnn(2,is UM u. 23 Ortschaften); in Mähren: die Herr-schaft Brczezowitz; am Rhein: die Güter Gramme,Bronbach, Obereche, Reinhardstein und die DomäneJohannisberg; am Bodensee das Gut Hcrsbcrg.Wappen: 3 schwarze Muscheln in Silber, im Herz-schild das lothringische Wappen.

Fürst Clemens Wenzeslaus Lothar, österr.Staatskanzler, Sohn des Fürsten Franz Georg Karl,geb. 15.Mai1773 in Koblenz; stndirtc seit 1788 inStraßbnrg, war 1790 Cercinoniennieister bei derKrönung des Kaisers Leopold II., setzte dann bis1794 das Slndinm der Rechte in Mainz fort, be-reiste daraus England, wurde 1795 österreichischerGesandter im Haag, wirkte bei dem Rastadter Frie-denscongreß als Gesandter des Westfälischen Gra-sencolleginms, wurde 1801 österreich. Gesandter inDresden, 1803 in Berlin, 1806 auch in Paris undnach dem Feldzüge von 1809 an Stadions Stelleprovisorisch Minister des Auswärtigen n. scit8.Oct.1809 definitiv Staats- u. Confercnzminister; er be-gleitete dann die Erzherzogin Marie Louise nach

Paris u. war im Mai 1812 bei der Zusammenkunftdes Kaisers Franz II. mit Napoleon. Während desFeldzuges in Russland that er Alles, um den Kaiser-staat im entscheidenden Augenblick gerüstet in dieSchranken treten lassen zu können. Ans seine Mahn-ung wurde 1813 hauptsächlich der Waffenstillstandgeschlossen, und als alle Mittel, die kriegführendenMächte znm Frieden zu bringen, wobei M. in Pragselbst die Unterhandlungen leitete, an NapoleonsHartnäckigkeit scheiterten, entwarf er selbst die Kriegs-erklärung Österreichs gegen Frankreich und Unter-zeichnete 9. Sept. die Quadrupel-Allianz zwischenÖsterreich, Rußland, England und Preußen. Einglänzender Schachzug seiner gegenPreußens deutschePläne gerichteten Politik war der Vertrag von RiedmitBayern, sowie er überhaupt den Hanptfaden stetsin der Hand hielt und damit Österreich den größtenEinfluß ans den Gang der Dinge schaffte. Am Abendnach der Schlacht von Leipzig ertheilte ihm KaiserFranz für sich u.seineNachkommen die österreichischeFürstenwllrde. M. ließ kein Mittel unversucht, um'Napoleon znm Frieden zu bewegen, dirigirte denCongreß in Chatillon vom Hauptquartier des Kai-sers aus und pflog von Dijon ans mit dem GrafenArtois Unterhandlungen; ging dann nach der Er-oberung von Paris dahin, Unterzeichnete den Tractatvon Fontainebleau u. den Frieden von Paris, reistehierauf nach London, wo er die neue Quadrupel-Allianz abschloß, führte dann ans dem Congreß inWien den Vorsitz und nahm als österreichischer Be-vollmächtigter an den Verhandlungen dos zweitenPariser Friedens 1815 Theil. M., der bereits denJohannisberg znm Geschenk erhalten, ward für seineThätigkeit hier und am Wiener Congresse von denverbündeten Monarchen, wie auch später, reichlichmitAnszeichnungen ».Dotationen bedacht, imFebr.1816 vom König beider Sicilien selbst znm HerzogvonPortella mit 60,000 Dncaten Einkünften ernannt.1818 war er österreichischer Bevollmächtigter zumCongreß inAachen, I819prästdirte erbet denKarls-bader, 1820 bei den Wiener Confcrenzen, wohnteLen Congressen in Troppan u. Laibach bei, erhielt1821 den Titel eines kaiserlich königlichen HauShof-nnd Sraatskanzlers, leitete die Verhandlungen ansdem Congresse in Verona, war bei der Zusammen-kunft des Kaisers von Österreich mit dem Kaiser vonRußland in Czernowitz im Sept. 1823, wurde 1824PrasidcntderMinisterialconferenzen für die innerenAngelegenheiten, erhielt 1826 vomKönig von Spa-nien den Rang als Grand erster Klasse n. den Her-zogstitel. Rach der Jnlirevolntion in Paris hielt ersich sehr vorsichtig ».gemäßigt, obschon er den Nach-wirkungen der Revolution überall fest u. sicher ent-gcgcntrat. Die Erneuerung der Heil. Allianz unterden drei Ostmächtcn durch die Congresse von Mün-chengrätz 1833 und Teplitz 1835 waren sein Werk.,wie er überhaupt nach allen Seiten hin seine con-

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PiercrZ Nniversal-Conversations-Lexikon. k. Aufl. XIII. Band.