Unser gutes Verhältnis zu Frankreich. 323
— sind gerade so freundschaftlich und vertrauensvoll,nne zu jeder anderen in Europa, und es ist keine Be-fürchtung vorhanden, daß es in der Möglichkeit einesoppositionellen Redners liegen würde, uns dadurch Ver-legenheiten mit Frankreich und dessen jetziger Regierungzu bereiten, daß er die Möglichkeit eines französischenKrieges, wenn sie einmal besprochen wird, sehr in denVordergrund drängt. Zwischen unserer und der Re-gierung in Frankreich herrscht volles Vertrauen auf dieEhrlichkeit und Aufrichtigkeit der gegenseitigen Bezie-hungen und auf das Wohlwollen, mit dem wir jedefranzösische Bestrebung betrachten, die nicht gerade aufdie Wiederherstellung der früheren unnatürlichen Ein-richtung, die von Ludwig XIV. her datierte, gerichtetwäre. Es ist aber kein Grund, augenblicklich zu be-fürchten, daß die französische Politik dahin ginge, undes freut mich, daß der Herr Abgeordnete Richter durchseine Wiedererwähnung des Wortes Metz mir Gelegen-heit gegeben hat, nicht nur den Reichstag, sondern unsereganze Bevölkerung über die Möglichkeit eines Kriegesmit Frankreich, soweit menschliche Voraussicht reicht,jetzt und für die Zukunft vollständig zu beruhigen.(Bravo! rechts.)
Auf die halbe Entschuldigung, die Abgeordneter Kapp ineiner persönlichen Bemerkung für sich versuchte, erwiderte derReichskanzler:
Der Herr Abgeordnete Kapp sagt, er hätte vonmehreren glaubwürdigen Seiten gehört, daß die Vorlageschon seit Monaten bei mir gelegen habe, ohne bearbeitetzu werden.
Dann hat der Herr Abgeordnete Kapp von diesen