310 Die Frühjnhrssession des Reichstages 1884.
Reiches wäre. Der Herr Abgeordnete Richter hatte einesehr geringe Meinung, eine sehr viel geringere Meinungüber die Möglichkeit der Annäherung und der Prüfung,die er heute zugegeben. Ich glaube, ich hätte am Mon-tag Abend besser geschlafen, wenn er sich damals so aus-gesprochen hätte, wie heute. (Heiterkeit.)
Der Herr Abgeordnete Richter hat vorausgesetzt,daß ich es bedauerte, daß die Beratungen sich hinzögen,und hat sich darüber gefreut, daß gerade dieses HinzieheuGelegenheit zu interessanten Aussprachen nach dieser Seitegegeben habe. Ich habe mein Bedauern nicht sowohlauf das Hinziehen, auf das Verschleppen gerichtet, alsauf die ganz hoffnungslose Stellung, die bei der erstenBeratung, wo ja eigentlich nur der Herr AbgeordneteBamberger gesprochen hatte — es blieb für andere keineZeit mehr übrig — (Heiterkeit), und bei der Kommissions-beratung sich geltend machte. Da mußte ich den Ein-druck bekommen: die Sache mag sich hinziehen, so langesie will, und mag nach dem Zeugnis der ganzen zivili-sierten Welt eine nützliche und zweckmäßige sein; so langedas Land das Unglück hat, diese jetzige Verwaltung ander Spitze zu haben, wird sie nie den Beifall und dieStimme der Herren zu erwerben vermögen, die einmaldas proton pssnäos darin erkennen, daß ich nach22 Jahren noch immer von diesem Platze nicht beseitigtwerden konnte. Aber warten Sie nur noch 22 Jahre,meine Herren! (Heiterkeit.) Der Herr Abgeordnete hatuns vorgeworfeu, wir hätten drei bis vier Monate Zeitgebraucht, um uns über die Sache zu orientieren. Dasist leicht möglich; darüber sind eine Menge Erkundigungennötig gewesen, die hier nachher leicht ignoriert werden.Und die Herren Abgeordneten brauchten eine gleiche Frist