Druckschrift 
13 (1891) Bis an die Schwelle der Kolonialpolitik
Entstehung
Seite
307
Einzelbild herunterladen
 

Richters Wohlwollen.

307

von dieser Vorlage Abschied, sondern ich sage ans Wieder-sehen! (Bravo! rechts.)

In der lebhaften Fortsetzung der Debatte wiederholte denFreunden der kolonialen Entwicklung gegenüber der AbgeordneteB amberger seine Warnungen, während der Abgeordnete R ichtersichtlich bemüht war, in Bezug auf das Programm des Reichskanz-lers einen minder gehässigen Ton anzuschlagen. Ihm erwiderteFürst Bismarck aufs neue:

Der Herr Abgeordnete Richter hat eine eigentüm-liche Gabe, über die mein Nachbar, Herr Minister vonBötticher, sich neulich schon aussprach, die Gabe, dieAeußerungen der Regierungsredner in einer Weise zurecht-zustellen, daß sie ihm den Angriff erleichtern, aus unserenAeußerungen den Stoff herauszunehmen, um wirksameAngriffe auf uns zu machen und ihnen eine Gestalt zugeben, in der wir unsere eigenen Aeußerungen gar nichtwiedererkennen. Ich will es nicht Entstellung nennen;denn ich glaube, es ist keine Absichtlichkeit dabei, esschwebt ihm selbst so vor. Selbst, wenn der AbgeordneteRichter wie heute zu meiner Ueberraschung und Freudein vielen Fällen mit mir einverstanden ist und mir an-erkennende Worte ausspricht, so wird doch im ganzenjeder, der die Rede hört und liest, darüber Nachdenken:welcher Stachel liegt hierin verborgen? denn es ist leiderzur Gewohnheit geworden, daß schon der Ton und derName des Abgeordneten Richter mit einer Anerkennungder Regierung im Publikum für unverträglich gehaltenwird. (Widerspruch links. Sehr richtig! rechts.) Beidem Wohlwollen für alle Menschen und für mich persön-lich, das ihn beseelt, bin ich ja überzeugt, daß er alles,was er mir zu sagen hat, in der schonendsten und freund-lichsten Weise immer Vorbringen wird, und deshalb bin