168 Die Frühjahrssession des Reichstages 1884.
den Gegenstand das Wort nehme, so kann es nicht meineAbsicht sein, in erschöpfende Aeußerungen über das aus-gedehnte Gesamtgebiet des Gegenstandes, der uns be-schäftigt, einzugehen, und noch weniger der Spezialdebatteüber die große Anzahl von Artikeln, die die Vorlage hat,in irgend einer Weise vorzugreifen. Ich halte aber dochfür notwendig, über die Stellung der verbündeten Re-gierungen zu der Genesis der heutigen Vorlage und zuden Absichten, welche sie mit derselben verbinden, einigeWorte zu sagen, die ich wohl am besten an eine Be-sprechung derjenigen Einwendungen knüpfe, welche in derbisherigen Debatte gegen das Prinzip des Gesetzes imallgemeinen gemacht sind, um dadurch einen Leitfaden zuerhalten.
Ich wende mich zuerst den Aeußerungen des erstenHerrn Redners, des Abgeordneten von Vollmar, zu, dieich vorgestern zwar gehört, aber doch im Augenblick nurgegenwärtig habe nach Maßgabe eines Auszuges, dersich in meinen Händen befindet, da ich mit zu vielenandern Geschäften in den ersten Tagen meines Hierseinsüberhäuft bin, um die Sache so gründlich zu prüfen undzu beleuchten, wie es sonst meine Pflicht sein würde.
Der Herr Abgeordnete von Vollmar hat zuerst einegewisse Genugthuung, die nicht frei von Schadenfreudewar, darüber ausgesprochen, daß die hochfliegenden sozia-listischen Pläne, die der ersten Einbringung dieser Vor-lage zu Grunde gelegen hätten, verschwunden wären.Ja, meine Herren, das ist doch nur scheinbar der Fall.Die Aehnlichkeit unserer dreimaligen Vorlage mit denfibrMnischen Büchern ist keine vollständige; dasjenige,was wir heute nicht mit vorlegen, ist nicht deni Feuerüberantwortet, sondern nur zurückgelegt. Wir haben eine