>14 Die Frühjnhrssession des Reichstages 1884.
diese hohe Versammlung, indem ich hier die Gründeauseinandersetze, die mich bewogen hatten, eine an ihreAdresse gerichtete Mitteilung nicht zu befördern. Zweitenserfülle ich damit eine Pflicht meines Auswärtigen Amtes,indem ich feststelle, daß die Vorgänge, um die es sichhandelt, weder als Wirkung noch als Ursache mit denfreundschaftlichen Beziehungen, die uns mit den Ver-einigten Staaten von Nordamerika verbinden, in irgend-welchem Zusammenhangs stehen.
Ich hätte zweifelhaft sein können, ob es noch opportunist, nach den ausführlichen Debatten in der Presse, dieüber diesen Vorfall zum Teil voreilig stattgefunden haben,die Sache noch von neuem zu berühren, wenn ich nichtdurch die Art, wie er hier vor einigen Tagen besprochenworden ist, genötigt würde, jeden Zweifel schwinden zulassen.
Der Herr Abgeordnete Richter hat sich darüber be-klagt, daß die Sache, ich weiß nicht wie, verdorben wäredurch eine unberufene oder unbefugte Einmischung desReichskanzlers. Wenn das wahr wäre, so könnte dasja so aussehen, als wenn ich mutwilligerweise eine fürkeinen der Beteiligten angenehme und bequeme Amts-handlung vorgenommen hätte, die mir nicht zustand. Eskönnte das in Amerika, wenn es wirklich so wäre, daß !ich mich unberufen in die Sache gemischt hätte, den Ein-druck machen, als wenn mir die Erhaltung unserer guten ;Beziehungen weniger am Herzen läge, als es in derThat der Fall ist; und bei der Wichtigkeit der Stellung,die der Herr Abgeordnete Richter an der Spitze der zahl-reichsten Fraktion dieses Hauses einnimmt, bei seinerlangjährigen parlamentarischen Erfahrung, bei seiner ge-nauen Kenntnis unserer versassungs- und staatsrechtlichen