Druckschrift 
13 (1891) Bis an die Schwelle der Kolonialpolitik
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
 

140 Die Reichstagssession von 188283.

Herren Unterzeichnern des Aufrufs der Abgeordneten vonBaden, Hessen, Bayern, Württemberg, Preußen, welchemir die Ehre erzeigen wollen, mich zu besuchen und dieseFrage mit mir einstweilen vertraulich zu diskutieren, zubitten, daß sie die Freundlichkeit haben wollen, sich heuteAbend um 9 Uhr in meinem Hause zu versammeln, woich dann mit ihnen über die weitere Behandlung derFrage in Verbindung treten würde, hauptsächlich um dieBereitwilligkeit der Herren Abgeordneten zu konstatieren,daß sie sich ihrerseits mit der Verwendung der kaiserlichenBewilligung direkt befassen wollen, weil dem Reiche diedirekten Organe hierzu fehlen, und eine amtliche Korre-spondenz von Regierung zu Negierung abgesehen vonder Schwierigkeit, daß der Kaiser selbst eine richtigeWürdigung der Größe der einzelnen Schäden und einerichtige Verteilung übernehmen müßte zu zeitraubendsein würde, um dem augenblicklichen, mit der eintretendenKälte zum Teil bis ins Unerträgliche gesteigerten Not-stände wirksam abzuhelfen. Der Zweck, zu dem ichhauptsächlich das Wort ergreife, ist also, die Herren, dieich in der kurzen Zeit nicht persönlich konstatieren, er-mitteln kann, um jedem Einzelnen zu schreiben, von dieserStelle aus zu bitten, daß sie mir heute abend uni 9 Uhroder bald nach 9 Uhr behufs Besprechung dieser Fragedie Ehre ihres Besuches erzeigen wollen. sAllseitiger leb-hafter Beifall.)

lieber die im Vorstehenden erwähnte Besprechung bei demReichskanzler berichtete der Abgeordnete Windthorst dem Reichs-tage in der nächsten Sitzung am 11. Januar, daß dieselbe statt-gefunden habe und die Gaben bereits'an die Stellen gebracht wor-den seien, von denen aus sie unmittelbar den Unglücklichen zu teilwerden könnten. Er fügte hinzu:Ich glaube, daß es den einstim-migen Empfindungen des Hauses entspricht, und daß wir den Dank