134 Die Rsichstagssession von 1882—83.
pro Zentner. Auch diese 7 Pfennige pro Zentner sindschon ein Vorteil, den die Landwirtschaft kein Recht hatvon sich zu weisen, wenn sie auch ihrerseits noch immerfür den Zentner, im Jnlande erbaut, eine Mark direkterAbgaben zu zahlen hat, und auf diese Weise noch immerim ausländischen Interesse und im Interesse des beweg-lichen Handels, des Zwischenhandels, ausgeschlachtet wird.Für den eigentlichen Kaufmann, für den Zwischenhandelwäre es ja das Erwünschteste, wenn alles, was bei unsgebraucht wird, vom Auslande gekauft, und wenn alles,was bei uns im Jnlande produziert wird, nach demAuslande ausgesührt würde. Da müßte alles durch seineHände gehen. Deshalb kann ich auf die Wünsche dieserKreise einen entscheidenden Wert nicht legen, namentlichweil ihre Kopfzahl außerordentlich gering ist und mitdem Einflüsse, den sie auf unsre Gesetzgebung üben, nichtim Verhältnisse steht. Ich bin ein Anhänger der Majo-rität, aber die Majorität im Deutschen Reiche besteht ausLandwirten, Ackerbauern, und für diese Majorität treteich, wenn ich das Majoritätsprinzip allein für maßgebendhalte, in erster Linie ein. Ich erkenne aber daneben dasPrinzip der Intelligenz, der vernünftigen Erwägung derSteuergesetze und das Prinzip des monarchischen Ein-flusses an, und wenn nach meiner Ueberzeugung die Ver-nünftigkeit einer Vorlage mit der monarchischen Autori-sation übereinstimmt, dann bringe ich sie, dann kämpfeich für sie. Sie haben das Recht, sie abzulehnen, undwenn Sie sie ablehnen, so ist es Sache der Taktik, obund wann wir sie wiederbringen.
Aber was die Anfechtung des Systems betrifft, wasdurch die Zollgesetzgebung von 1879 mit Majoritätinauguriert worden ist, so ist die auch versucht worden