132 Die Reichstagssession von t882—83.
so bewandert, daß ich nicht habe vermuten können, daßer diesen uralten Ausdruck übel empfinden werde. DerHerr Abgeordnete hat ferner an eine Ansicht des Herrnvon Blankenburg erinnert: in Pommern wäre man derMeinung, wenn einer grob würde, müsse man doppeltso grob sein. Meine Herren, ich bin kein Pommer, ichbin ein Altmärker und teile diese Ansicht nicht; ich binder Meinung, man soll, wenn einen der Zorn übermannt,höflich bleiben. Ich bemühe mich und erkenne die Ver-pflichtung an, ich ziehe auch gern zurück, wenn ich imZorn mich übereilt habe, aber die Grobheit erkenne ichnicht als berechtigt an. Der Herr Abgeordnete Bam-berger vermeidet auch seinerseits diese Klippe; ich kamtihm die Anerkennung nicht versagen, daß er mit sehr-gewandter Dialektik immer die Formen der guten Gesell-schaft seinerseits beobachtet. Es sollte das geschehen vonallen Seiten. (Heiterkeit.)
Aber im übrigen, in Bezug auf das dadurch be-thätigte Wohlwollen, kann ich nur mit dem Sprichwortantworten: ts cliabts n')- porcl risn. Seine Pfeile, dieer mit seinem Wohlwollen unter dem wohlthuenden Mantelder Sanftmut und der leidenschaftslosen Sprache abfeuert,sitzen um so fester.
Er hat mir ferner vorgeworfen, daß ich die Massenverachte. Das ist doch ein unberechtigter Vorwurf indem Momente-, wo ich gerade gegenüber der Minoritätder Bevölkerung für die Massen kämpfe sowohl in derBesteuerung, als auch in dem Hauptvorwurfe, den mirder Abgeordnete machte, — des Sozialismus. Icherinnere mich nicht genau der Worte, die er sagte; aberder Gedanke, wenn ich nicht irre, war der, es genügezu meiner Verurteilung, daß ich gesagt hätte, der Staat