124 Die Reichstagssessioii von 1882—83.
künstlich herangeholt, weit über das Maß hinaus, wasberechtigt ist, und dem Rede zu stehen ich verpflichtet bin.Es handelt sich hier darum, ob Vorlagen, die ich bringe,zweckmäßig sind, aber nicht darum, ob ich überhaupt einbrauchbarer oder wünschenswerter Minister bin odernicht. Die Herren weichen immer ab von der Sache,(Lachen links) ebenso wie früher ein preußischer Landtag.Es tönt mir die Stimme des Herrn Abgeordneten Virchownoch in den Ohren: „der Herr Ministerpräsident hatgesagt"; anders hat er nie einen Satz angefangen. Wasich gesagt habe, war unter Umständen ganz gleichgiltig.Wenn er gesagt hätte: die Vorlage, dann hätte ich daszugegeben. Es ist erstaunlich, wie oft mein Name an-geführt ist; er ist ganz gleichgiltig, es ist hier von keinerPolitik des Reichskanzlers die Rede, sondern ich vertretedie Beschlüsse des Bundesrats, und wenn Sie sachlichbleiben wollten, müßten Sie sagen: die verbündetenRegierungen haben die Vorlagen gemacht — so müßtenSie mich aus dem Spiel lassen. Aber meine Personreizt Sie, meine Art zu sprechen reizt Sie, ich bleibeIhnen zu lange an dieser Stelle. Das begreife ich ja,andre wollen ja auch einmal heran; aber lassen Siemich doch Ihre Verstimmung nicht entgelten, denn ichhabe Ihnen ja ausdrücklich gesagt: es ist nicht mit meinemWillen, daß ich bleibe. Ich würde Ihnen sehr gernPlatz machen, ich würde mich außerordentlich freuen, Sieoperieren zu sehen. Wenn Sie meine Person mehr ausdem Spiele ließen, dann würden Sie dieser Häkeleien,auf die ich genötigt bin zu reagieren, überhoben sein,würden außerordentlich viel Zeit gewinnen, und dieSachen würden dadurch nur gewinnen. Ich muß schließ-lich lediglich im Interesse des Geschäftsganges mich da-