4L Die Reichstagssessivn von 1882—83.
zehnfache einbringen kann, ohne die ökonomischeLage des Reiches zu schädigen. Der Tabak istin Deutschland geringer besteuert als die gesundenGetränke; das ist finanziell eine Absurdität undmoralisch ein Skandal. Man macht geltend, dieEinführung des Monopols koste 300 MillionenFrancsund werde lebhaftem Widerstand begegnen;aber der Ertrag rechtfertigt es, daß man dieseAusgabe macht und einer vorübergehenden Uu-popnlarität sich aussetzt.
Nun, meine Herren, der Bericht der Kommissionentkräftet keine dieser Angaben. Ich habe den Berichtüberhaupt mit Ueberraschung gelesen; der Herr Verfasserhat das ganze — allerdings sehr umfangreiche Material,welches die Enquete von 1878 über diese Frage bietet,unbenutzt gelassen, das ganze Material, welches für dieBedürfnisfrage die Motive des preußischen Verwendungs-gesetzes geben, vielleicht gar nicht gekannt, jedenfallsunbenutzt gelassen; also die Frage, ob wir überhauptGeld brauchen, ist gar nicht erörtert, und erst, wenndiese klar ist, können wir darüber reden, ob Monopoloder nicht. Das Ganze macht auf mich den Eindruckdes Reqnisitoriums eines Staatsanwaltes, der ä tontprix eine Verurteilung braucht. Ich sehe keine Berück-sichtigung, keine Erwähnung des Negierungsstandpunktesdarin; die Kritik, die es enthält, haftet an Aeußerlich-keiteu, Detailfragen, einzelnen technischen Positionen —darüber ließe sich ja diskutieren und amendieren. Ander Spitze von allen Einwendungen steht am wunder-lichsten: die Beschwerde darüber, daß die StraßburgerManufaktur sich geweigert hätte, ihre Bücher vorzulegen.Was in aller Welt hat die Straßburger Manufaktur, die