40
Dis Reichstagssession von 1882—83.
populär ist, da meine Existenz im Amte von jedem Wahl-kreise unabhängig ist, und der einzige Wähler, den ichhabe, Seine Majestät der Kaiser, mit mir zufrieden ist.Also von Wahlfurcht und Sorgen, wie die Sache aus-genommen wird, bin ich nicht beherrscht, und diese Frei-heit erlauben Sie mir zu benutzen, denn die Freiheit istnicht viel vertreten in den parlamentarischen Körper-schaften, da sie sich nicht unabhängig bewegen könnenvon dem, was ein Wähler, von dem, was jedermannin ihren Wahlkreisen aufwirft, der vielleicht im Liberalis-mus um ein paar Centimeter höher springt als der Vor-redner, und Mittel findet, ihn in seiner Stellung zu er-schüttern. Das ist eine Fraktionsfrage, eine Mandats-srage, wir aber sind unabhängig von lokalen Verhält-nissen und Popularitäten. Die Frage ist für mich allein die,ob der Vorzug, den mir dem Tabakmonopol geben, objektivberechtigt ist. Ich erlaube mir, unter den vielen Zeugnissen,die mir in die Hand gekommen sind, das eines Ausländersanzuführen, der auch von keinem deutschen Wahlkreise ab-hängig ist; es ist ein vielen von Ihnen wohlbekannterNationalökonom, Lerop-Beaulieu, der seinerseits in seinemgroßen Werk über Finanzwissenschaft vom Monopol sagt:Es fällt uns gar nicht schwer, die Steuerauf den Tabak zu billigen, selbst wenn sie zu sehrhohem Satz und in der Form des Staatsfabri-kationsmonopols eingehoben wird. Die Finanzeneines Landes müßten eigentümlich günstig stehen,wenn es auf eine so unschädliche, so moralische,so ergiebige Auflage, und auf eine so leichte Ein-hebungsweise verzichten wollte.
Der Mann ist kein Freund unsres Regieruugs-prinzips; er ist Freihändler.