Druckschrift 
13 (1891) Bis an die Schwelle der Kolonialpolitik
Entstehung
Seite
30
Einzelbild herunterladen
 

Die Reichstagssession von 1882—83.

3N

gewissem Nebelwollen gegen die Regierung fühlbar machtund namentlich bei denen, die, wenn sie nicht Abgeord-nete sind, doch auch noch etwas Nützliches zu thun haben.Wir müssen also, wenn wir irgendwie können, diese vierMonate außer Rechnung lassen. Im Oktober ist es auchschwierig, teils noch aus denselben Gründen, teils müssendoch auch die Minister und der Bundesrat irgend eineZeit zur Vorbereitung dessen haben, was sie vorlegensollen. Sie können doch nicht verlangen, daß wir Tagund Nacht arbeiten, daß wir von eiserner Gesundheitsind, — Sie trauen uns das auch nicht zu. Kurz undgut, 5 Monate gehen ziemlich auf die Abneigung desZusammenkommens und auf das Bedürfnis der ministe-riellen Beratungen. Dann haben die parlamentarischenKörperschaften die Gewohnheit, zu Weihnachten, Ostern,Pfingsten jedesmal 3 Wochen Ferien zu machen, dasmacht 9 Wochen, das sind wiederum 2 Monate, damitsind 7 Monate verbraucht. Ist es nun möglich in denübrigen 5 Monaten, die bleiben, die Budgetfrageu, wiesie bei uns betrieben werden, befriedigend zu erledigen,und Gesetze, welche die Notdurft des Landes, die Not-lage unsrer Mitbürger betreffen, zu erledigen? Derpreußische Landtag in diesem Frühjahre hat gezeigt, daßes nicht möglich ist, daß ihm die Zeit zur Prüfung derNot seiner Mitbürger und der preußischen gravamirmfehlt. Das Bedürfnis des Königs von Preußen, Abhilfezu schaffen, beschränkt sich nicht auf die Klassensteuerallein, es ist außerdem allgemein bekannt, daß unsre Ge-meinden zum Teil trotz aller Klassensteuerexekutionen, dieich vorhin vortrug, doch in einer großen Notlage in Be-zug auf ihre Finanzen sind, und daß die Regierung sehrgeneigt ist, ihnen zu helfen. Sie kann dies aber nur.