14 Die Reichstagssession von 1882—83.
Montag vom Herrn Reichskanzler eine Hauptaktion beabsichtigt sei,und, meine Herren, wir haben das schon öfter erfahren, daß danndie Rollen dadurch schlecht verteilt werden, daß zunächst die Mit-teilungen des ersten Tages in die Presse gehen und die Erwide-rungen auf den andern Tag verschoben werden müssen, wo sienicht mehr den Grad der Lebhaftigkeit erreichen, den der HerrReichskanzler seinen Reden zu geben versteht." Der Abg. Windt-horst meinte, die Herren von der Presse hätten ohnehin so vielbei Nacht zu arbeiten, daß man ihnen den Morgen zum Aus-schlafen gönnen und deshalb erst um I Uhr beginnen sollte. DerAbg. v. Schorlem er-Alst erklärte, eine Rücksicht auf die Pressesei gar nicht maßgebend, denn der Reichstag verhandle nicht fürdiese, sondern nach der Wichtigkeit des Gegenstandes. Es kam überdie Frage zur förmlichen Abstimmung, durch welche der Beginnder Verhandlungen auf l Uhr nachmittags festgesetzt wurde. Aufdiese Debatte bezog sich der Reichskanzler zunächst, als er am12. Juni gleich zum Eintritt in die Beratung folgende Rede hielt:
Ich nehme das Wort noch vor dem Herrn Referenten,um dem gestern ausgesprochenen Bedürfnis, auf meineAeußerungen zu antworten und die Antwort rechtzeitigin die Provinzen expedieren zu können, so viel an mirliegt, Rechnung zu tragen. Ich spreche deshalb so früh,wie es mir möglich ist, und bitte den Herrn Referentenum Entschuldigung, wenn ich ihm nach der gewöhnlichenPraxis vorgreife.
Das Tabakmonopol ist in unsrer amtlichen Ge-schäftsverhandlung, abgesehen von früheren gelegentlichenErwähnungen, zuerst offiziell eiugeführt worden durch dieAllerhöchste Botschaft vom 17. November vorigen Jahres,doch nicht als eine Institution, die wegen ihrer wohl-thuenden Eigenschaften an sich zu erstreben wäre, sondern alsein Mittel zur Erreichung andrer Zwecke, zur Beschaffungder Mittel, welche notwendig sind, um Steuererleichterungeneiuzuführen. Der Text der Botschaft sagt darüber: