Sparsamkeit in Bismarcks Ressort.
11
Etat nicht haben, also nicht, um Ueberschreitungen be-willigter Ausgaben zu decken, sondern um solche Aus-gaben zu leisten, für welche nichts vorgesehen ist. Nunist allerdings für die Wohnung des Chefs des Auswär-tigen Amts am Wilhelmsplatz ein Etatstitel vorgeseheneinmal in der Naturalleistung der vorhandenen Wohnung,dann in der Unterhaltung derselben; es ist aber nichtsvorgesehen für den Fall, der sich erfahrungsmäßig heraus-gestellt hat, daß die Dienstwohnung am Wilhelmsplatzinfolge baulicher Fehler, wegen der darunter liegendenLeitungen und Kloaken, bis zu einem gewissen Gradeunbewohnbar ist, das heißt: nicht bewohnbar ohne Ge-fährdung der Gesundheit der Einwohner. Für diesenFall, daß eine Dienstwohnung aus Gründen, die sanitäts-mäßig geprüft und begründet gefunden sind, wie jedersich überzeugen kann, der nicht den Schnupfen hat unddie Treppe hinaufgeht — für diesen Fall ist im Budgetin der That keine Vorsehung getroffen, nämlich für dieUnterbringung eines Beamten, dessen Dienstwohnungaugenblicklich unbewohnbar ist, oder die zu bewohnen ihmwenigstens nicht zugemutet werden kann. Da nun außer-dem die Einrichtung am Wilhelmsplatze sehr unvollkommenist und hauptsächlich mit Privatmitteln vervollständigtwerden muß, und da es nicht in der Absicht liegt, siefür den Chef des Auswärtigen Amtes dauernd beizube-halten, so hätten wir dem Reich doppelte Ausgabengemacht, wenn wir ein Provisorium entweder in demungesunden Hause, was man niemand zumuteu kann,oder in der Ermietung eines andern Hauses eingerichtethätten. Wir haben die Ansgaben, die gemacht sind,gemacht für das Gebäude, welches in Zukunft dazu dienenwird, den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes unter-