Die Tendenz der Zentrunispartei. 2-">
kämpfe und partikulnristischc» Strebungen zu dienen,welche heutzutage auf demselben ausgefochteu werden sollen,Es ist meines Wissens das erste Mal, daß wir uns voreiner Verfassnngsfrage zwischen Bundesrat und Reichstagbefinden, wo der Reichstag im Begriff ist, — wenigstenshat die Majorität Ihrer Kommission sich dafür entschieden— dem Bundesrat ein Recht zu bestreiten, welches imVerfassungsrecht ganz zweifellos feststeht, und für welchesdie preußische Regierung auf jede Gefahr hin einzutrete»entschlossen ist. Es ist das erste Mal, es ist auch daserste Mal,, daß im Bundesrat der Antrag, Verfassungs-streitigkeiten durch Majoritätsbeschluß zu entscheiden, soweit getrieben worden ist, daß nur die Machtvollkommen-heit, die mir nach der Verfassung in bezug auf die Lei-tung der Geschäfte beiwohnt, mich in den Stand gesetzthat, weitergehende Abstimmungen darüber zu verhindern.Ich komme auf die Gefahr, die darin liegt, zwischenden Bundesregierungen Zwietracht zu säen, nachher zurück;ich will mich hier nur einstweilen zu der Konstellationwenden, die uns — ich meine, den Vertretern der Reichs-politik — in dieser Session entgegen getreten ist. UnserHauptgegner ist die Partei des Zentrnms gewesen. DasZentrum hat seit sechs Monaten in allen Fragen despreußischen Landtages und in allen Fragen des Reichesausnahmslos mit wenig Diskussion »nd wenig Aufwandvon Argumenten geschlossen gegen die Regierung gestimmt.Das ist ein Gegner, der an und für sich so stark, sodiszipliniert ist, daß er von seinen über hundert Mannja an den meisten Tagen reichlich die Hälfte der Präsenz-zahl, die augenblicklich in diesem Jahre üblich war, zustellen imstande ist. Das ist ja eine sehr gewichtige That-sache, mit der gerechnet werden muß. Bei der Abstim-