Druckschrift 
10 (1889) Die neue Zollgesetzgebung 1879
Entstehung
Seite
227
Einzelbild herunterladen
 

Zur Frage der Doppelwährung.

227

gewesen, aber da das nicht vorliegt, so bestärkt sie nurden falschen Eindruck, den meiner Befürchtung nach dieInterpellation überhaupt machen wird.

Der Herr Abgeordnete hat im Anfang seiner Rede,der viel weniger wohllautend und sehr viel schärfer warals das Ende, — er hat ja überhaupt die Gewohnheit,durch weichen, wohlthuenden Ton am Schluß einer sehrlangen Rede den mitunter sehr verletzenden Anfang wiederin Vergessenheit zu bringen, und ich würde es kaum be-halten haben, wenn ich es mir nicht ausgeschrieben hätte —sich mit einer Aeußerung von mir beschäftigt. Ich habegesagt, die Herren hätten meines Erachtens wohlgethan,wenn sie mich vor Einbringung der Interpellation überdie Art gefragt hätten, wie ich sie beantworten würde, —nicht darüber, ob sie mir genehm ist, denn das wärewieder eine Andeutung eines diktatorischen Regimentsund dergleichen — ich habe mich vorsichtig ausgedrücktund gesagt, ich hätte gewünscht, daß sie sich vorher beimir erkundigt hätten, wie ich sie beantworten würde.Da sagt der Herr Vorredner: das ist den Thatsachenwidersprechend, denn vor drei Monaten habe ich demHerrn Präsidenten des Reichskanzleramts etwas gesagtund habe von dem das und das gehört; — ganz andreDinge, die gar nicht zur Sache gehören und mit derInterpellation, die vor drei Monaten niemand voraus-sehen konnte, nichts zu thun haben. Schon scheinbarnäher kommt er der Widerlegung meines Vorwurfs, wenner sagt, vor einigen Tagen, in der vorigen Woche sei derHerr Präsident des Reichskanzleramts beauftragt worden,niir mitzuteilen, daß man beabsichtige, diese Interpellationzu stellen. Das geschah, und darauf habe ich damals untervier Augen zu dem hier gegenwärtigen Herrn Präsidenten