Die „Genialität" der Bismarckscheu Politik. 27
absprechenden und wegwerfenden Urteile über mich derAbgeordnete Richter vor der Mit- und Nachwelt Rechtbekommt, oder ob mir zuerkannt wird, daß ich, nachdemich 17 Jahre lang an der Spitze der Gesamtgeschäftestehe, auch ein Recht zu einer Meinung über wirtschaft-liche Fragen habe; darüber erwarte ich getrost das Urteilmeiner Mitbürger — ich will von der Nachwelt nichtsprechen, es ist mir zu pathetisch. (Bravo! rechts.)
2. Air „Genialität" -er Msmarckscheu Politik.
21. Februar 1870.
Der fortschrittliche Abgeordnete Witte (Mecklenburg) führtenach der vorstehenden Rede ans, gerade die Genialität, der scharfeBlick, das momentane Erfassen der Situation, welches der Reichs-kanzler auf dem Gebiete der auswärtigen Politik bewiesen habe,dieses sprungweise Vorgehen würde für die Entwickelung der wirt-schaftlichen Verhältnisse schädlich sein. Er äußerte weiter die Be-fürchtung, daß der Kanzler, wenn seine zollpolitischen Ideale überNacht durch einen Wunderakt in Erfüllung gehen sollten, sich vondiesen seinen eignen Kindern schaudernd abwenden würde. Darauferwiderte der Reichskanzler:
Ich behalte mir vor, dem Herrn Vorredner auf seineRede etwa im April oder Mai zu antworten, wenn danndie Tarifvorlagen und die Verhandlungen über Schutz-zölle oder Freihandel und nicht mehr der österreichischeVertrag zur Verhandlung stehen werden. Für heutefürchte ich, die Diskussion unnötig zu verlängern, wennich auf diese ganze, aber, wie ich glaube, etwas zu frühgehaltene Rede eingehen wollte. (Heiterkeit.)
Ich erlaube mir nur zwei Bemerkungen zu zweiStellen. Einmal klagt auch der Herr Vorredner michwieder der Genialität und der Sprünge an. Ich muß