14
Die Reichstagssession von 1879.
angeführt, für welche ich mit voller Verantwortlichkeit ein-trete, und in der die Thatsache citiert worden ist, daßder damals inaugurierten Politik praktische Erfolge nichtzur Seite stehen. Ich glaube, milder kann man sich nichtausdrücken. Die Thatsache, daß ihr solche nicht zur Seitestehen, kann von andern Gründen herrühren, eine That-sache ist es aber. In allem, was ich sogleich sagen werde,fällt es mir nicht ein, meine Verantwortlichkeit auch da,wo sie nur formell eintritt, ganz und voll zu übernehmen;wenn der eingeschlagene Weg ein irrtümlicher war, würdeich, wenn ich ganz allein die Politik geführt hätte, diesenIrrtum bekennen, und bitten, mir zu helfen, ihn gut zumachen. Aber der Herr Abgeordnete Richter hat sorg-fältig das Datum des französischen Handelsvertrages ver-schwiegen. Er hat das Datum meines ersten Erscheinensganz genau genannt; er wird gewiß einen Blick in die Gesetz-sammlung geworfen haben, wo der französische Handels-vertrag unter dem Datum des 2. August 1862 als voll-ständig abgeschlossen und unterzeichnet von meinem Vor-gänger, dem Grafen Bernstorff, dem Fürsten Latour, demFreiherrn von Pommer-Esche und dem Herrn Leclerc —von französischer Seite völlig fertig vor meiner Zeit vorlag.Ich war in der Zeit nicht einmal in Paris Gesandter,sondern in Petersburg. Mit diesem Datum, 2. August1862, befindet sich der Vertrag in der Gesetzsammlung;ich bin, wie auch der Herr Abgeordnete Richter nicht be-streitet, erst Ende September, wenn er auch das Datumnicht ganz richtig angibt, überhaupt Minister geworden,und nach den Einrichtungen des preußischen Ministeriumsist es nicht Beruf des auswärtigen Ministers überhaupt,auch nicht in ganz ruhigen und regulären Zeiten, vonHause aus sich mit Handelsverträgen zu beschäftigen und