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9 (1889) Verwaltungsreorganisation, Orientfrage, Socialistengesetz : 1877 - 1878
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231
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Das Socialistengesetz und die parlamentarischen Parteien. 23.1

der Regierung, sondern dem Lande und ihren Lands-leuten den Dienst erweisen, sich untereinander zu ver-ständigen, und daß alle diejenigen, die überhaupt diestaatliche Entwicklung des Reiches auf der jetzigeil Basiswollen, sich näher aneinanderschließen und sich nur übersachlich ganz unabweisliche Differenzen, niemals aberüber die Frage einer Priorität, einer Rivalität trennen.

Meine Herren, ich kann diesen Gegenstand nicht ver-lassen, ohne dagegen zu remonstrieren, daß mir bei Ge-legenheit der Auflösung des Reichstags eine Tendenz-politik schuld gegeben worden ist, als wenn ich irgendwelche Reaktion oder Srfftemumwaudlung erstrebt hätte.Ich habe bei der Auflösung nichts erstrebt, als daß dieAbgeordneten sich mit ihren Wählern über die Situa-tion besprechen möchten, und habe die Hoffnung gehabt,daß Sie wie Antäus hieß er ja wohl, durch Berüh-rung der heimatlichen Erde gestärkt wiederkommest möch-ten. Daß Sie es nicht alle gethan haben, thut nur leid *),aber Tendenzpolitik ist mir fremd, die habeich allenfalls getrieben, ehe ich in den Staats-dienst trat, wo ich auch ein zorniges Fraktions-mitglied war, aber für einen preußischen,einen deutschen Minister ist das ganz unmög-lich. Ich habe bestimmte, positive, praktischeZiele, zu deneu mir mitunter die Linke, mit-unter die Rechte geholfen hat, nach meinem Wunschbeide gemeinschaftlich helfen sollten. Aber wer die Ziele

*) Der neugewählte Reichstag bestand aus 115 Konservativenund Freikonservativen (Reichspartei), 105 Nationalliberalen, 93Zsntruinsmitgliedern, 31 Fortschrittlern, 15 Polen, 15 Elsaß-Lothringern, 10 Welfen, S Socialdemokraten, 3 Mitgliedern dersogenannten Volkspartei und einem Dänen.