Die Stellvertretung des Reichskanzlers. 161
auch weiter wie heute, mit Ruhe und Wohlwollen ver-läuft. Sollte sie also morgen noch fortgesetzt werden,so thut das gegen die Vorlage nichts; ich hoffe. Sienehmen sie an, so wie sie hier liegt, ohne sie amendierenzu wollen. Die Verständigung im Bundesrat ist an undfür sich keine ganz leichte geworden. Die leitenden Mi-nister sind zu diesem Behuf selbst hier zusammengekommen,und die Verständigung über eine Abänderung ist, wennsie die Teile betrifft, die nach meiner eignen An-erkenntnis eine Modifikation der Verfassung enthalten,mit 14 Stimmen unmöglich zu machen, und 14 Stim-men finden sich bei der juristischen Durchbildung, mitder man die Deutung aus jedem einzelnen Wort undaus dem Punkt überm i herleiten kann — 14 Stim-men, die in Besorgnis sind, finden sich sehr leicht zu-sammen.
Also ich möchte bitten, die Vorlage in der Form,wie sie aus dem Bundesrat gekommen ist, anzunehmenund auf solche Amendements zu verzichteil, die eigentlichin der Sache nichts ändern, sondern nur eine vielleichtdeutlichere, vielleicht aber auch weniger deutliche Fassungiil sie hineinzubringen beabsichtigen, und im übrigen über-zeugt zu sein, daß mit dieser Vorlage ja kein Abschlußfür immer geschaffen ist, sondern daß eine langsameFortbildung, vielleicht nicht nach der Richtung verant-wortlicher Reichsminister, vielleicht nach besserem gegebenist, daß eine langsame Fortbildung unsrer Institutionen,namentlich in all den Verwaltungszweigen, die hier be-handelt werden, ja an jedem Tag erstrebt wird, und ichglaube, daß Sie die Maschine mit der Zeit weicher,nachgiebiger und elastischer finden werden, als bei einereinheitlichen Monarchie mit verantwortlichen Ministern;
li
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