Mängel des Staatsbahnbetriebes.
41
die Post auf Schnellzügen mitzunehmen und verweist sieauf die langsameren Züge. Bei Unglücksfällen bleibtder Postwagen liegen, und die Personen werden weitergefahren, während sich jeder zur See erinnert, wie jederKapitän vor allen Dingen mit Lebensgefahr beflissen ist,zunächst die Post zu sichern, die er an Bord hat. Eshaben lange Verhandlungen darüber stattgefunden, undich hatte mit militärischer Reichshilfe drohen müssen,weil man gewaltsam die Postbeamten hat zwingen wollen,beim Rangieren des Zuges die ihrer Obhut anvertrautenPostwagen mit ihren Geldern und Briefschaften zu ver-lassen, anszusteigen, sich auf den Perron zu begeben, den vonihnen verantwortlich beaufsichtigten Wagen im Dunkel ver-schwinden zu lassen, und nachher wieder einzusteigen, —und zwar aus welchen Gründen? Die meisten Unglücksfällepassierten beim Rangieren, und die Haftpflicht der Eisen-bahnen würde in höherem Maße belastet, wenn Post-beamte beim Rangieren zu Schaden kämen; deshalb soll-ten sie beim Rangieren anssteigen. (Heiterkeit.) — Manverweigert den Briefboten das Betreten des Bahnkörpersbei der Bestellung der Briefe an diejenigen Beamten, dienur durch Betreten des Bahnkörpers erreichbar sind, andiese armen Leute, die dicht an oder auf der Bahn woh-nen. Infolgedessen müssen die Briefe, die an solche ge-richtet sind, als unbestellbar zurückgewiesen werden, weildie Leute in der rundum von Eisenbahn umgebenenMitte nicht zu erreichen sind. Man verweigert der Staats-telegraphenleitung den Eingang in diejenigen Postanstal-ten, mit denen sie vereinigt sind, wenn dieselben sich inner-halb der Bahnhöfe befinden. Das Eigentümlichste findeich die Streitigkeiten und die Exklusivität, welche bei Neu-bauten auf den Eisenbahnen — nicht bloß Privatbahnen —