Dringlichkeit des Eisenbahnministeriums. 37
die Reichsfinauze», die wir iir Aussicht genommen haben,wirklich eintreten soll, und wenn die Stellvertretung desMinisterpräsidenten durch die gleichzeitige Stellvertretungdes Reichskanzlers in ihrem Arbeitsbedürfnis gesteigertwird. Ich möchte dabei ein für allemal die Bemerkungmachen, es nützt ja in der Sache nichts, einemMinister Widersprüche in seinen Behaup-tungen n a chzn w eisen; das ändert in der Sachenichts. Der Minister istwie ein andrer Menschund kann vielleicht die größten Albernheiten reden, wenner gerade nicht in der guten Stimmung ist, klar zu ur-teilen. Es ist mir erinnerlich, daß viele Reden stets damitanfingen: „Der Ministerpräsident hat gesagt", und wennder Ministerpräsident Unsinn gesagt hätte, so ändert dasan der Sache absolut nichts, und wir geben der Sacheeine persönliche Tournüre, verlieren unsre Zeit und ge-winnen in der Sache doch nichts, wenn wir sagen, daßein Minister etwas Unhaltbares gesagt hatte. Das ent-scheidet in der Sache nichts und beweist nur, daß wiralle in der Vertretung unsrer Aufgabe nicht unsre Zeitso geschickt verwerten, wie es wohl das Ideal sein könnte.
In Bezug auf die Eile, die wir in betreff auch derscheinbar gleichgültigen Uebertragung der Forsten ansdas landwirtschaftliche Ministerium hier entwickeln, istfür mich besonders ein Gesichtspunkt maßgebend im An-schluß an das, was ich soeben sagte: dem Finanzministermehr Zeit zu schaffen, als er bisher hat. Wenn erein gewissenhafter Mann ist, so kann er sich in forst-und landwirtschaftliche Angelegenheiten gar nicht soweiteinarbeiten, wie sein Gefühl der Verantwortlichkeit esverlangt, ohne dabei seine übrigen Geschäfte in den Hinter-grund treten zu lassen, namentlich das Geschäft der