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9 (1889) Verwaltungsreorganisation, Orientfrage, Socialistengesetz : 1877 - 1878
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30 Die Neuorganisation des preuß. Ministeriums 187778.

denten eine Mitteilung hiervon zu machen; ebenso war es bei einerspäteren, gelegentlichen Besprechung durch die Schuld derjenigenMinister, welche die Gelegenheit nicht genügend wahrnahmen, über-sehen worden, dem Herrn Ministerpräsidenten den Irrtum zu nehmen,in dem er sich bewegte, als ob beiderseits dis Absicht vorliege, dieVertagung über die ganze Zeit des Reichstages auszudehnen." DerAbgeordnete Laster war mit dieser Erklärung noch nicht zufrieden-gestellt, er ineinte, es hätten offenbar innerhalb des MinisteriumsVorgänge stattgefunden, über welche das Abgeordnetenhaus nochnicht aufgeklärt sei. Der Ministerpräsident erwiderte:

Ich habe nicht geglaubt, daß ich mich meinem HerrnNachbar, dem Abgeordneten Laster gegenüber*), in Be-zug auf meine lious, tiäos zu verteidigen haben würde,mit der ich in der vorigen Sitzung versichert habe, daßich bis zu einem gewissen Zeitpunkt überzeugt gewesenwäre, der Landtag würde nicht während der Sitzungendes Reichstages, sondern erst nach Ostern zusammenkom-men. Der Herr Minister Friedeuthal hat mir in dankens-werter Weise sein Zeugnis dafür ausgestellt, daß ich michwirklich boim, ticlo in dieser Ueberzeugnng befunden habeund habe befinden können. Diese Ueberzeugung in mirhervorzurufen, dazu haben gerade die Reden des HerrnAbgeordneten Laster im Anfang Februar beigetragen.Es ist eine Eigentümlichkeit vielleicht nur der Zeitungen,die ich halte, daß sie vorzugsweise die Reden meinesNachbars mit einer gewissen Ausführlichkeit geben, unddann die Wirkung, die sie haben, nicht immer aus denAuszügen ersichtlich ist, die für denjenigen, der nicht Zeithat, die stenographischen Berichte zu lesen, allein maß-gebend sind. Ich habe damals, als ich mich im Urlaub

*) Der verstorbene Abg. Lasker hatte im Abgeordnetenhaus?seinen Sitz unmittelbar neben der Ecke der Ministertafel, welche nochjetzt der Fürst Bismarck einzunehmen pflegt.