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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Predil — Preger.

so segensreich, daß ihm auch das Verdienst gebührt,Reformator der P. zu sein. Luther predigte, wiemehrere seiner Freunde, selbst über ganze bihlische.Bücher und verfaßte für die damaligen unwissendenGeistlichen 1522 seineKirchenposlille, wie späterCor-vin, Weller, Schoscr n. A. Borschristen, welche aufeine methodische und elegante Einrichtung der P-endrangen, gaben Melanchthon (vissertatüo äo cckki-eiis eoneionaboris und in bllomsnba rststoriaes),Erasmus (liieelL8la!>tvs, 1535),Urban S!hegins(§or-mulae guaecknm ete.). Indessen blieben doch dieBemühungen der Genannten u. A., namentlich derlutherischen Kirchenlehrer, ohne den rechten Erfolg,indem die meisten Prediger die Kanzel durch ihr Schcl-ten gegen die Calvinianer, Katholiken, Juden, Tür-ken rc. entweihten, so daß selbst Arnd, Herbergcr,Joh. Gerhard und I. Val. Andrea diesen, Unsugckaum einige Grenzen setzen u. das Princip echt prak-tischer Erbauung einigermaßen geltend machen kann-ten. Nach Beendigung des Dreißigjährigen Kriegesschlug man zur Hebung der P. den unglücklichstenWeg ein, indem man dieselbe durch die Wabl apo-kalyptischer, dunkler Texte, seltsamer Gleichnisse an-ziehend zu machen suchte. I. G. Wachsmuth wurde1686 in Kiel der erste Professor der Homiletik. ErstGeorg Calixt, gebildet durch die Lecture der Eng-länder, weckte einen besseren Sinn und öffnete Spe-nern die Bahn, welcher Letztere nicht allein in seinen?iis äesiäoriis auf die Fehler des damaligen frucht-losen polemischen P-Wesens aufmerksam machte, son-dern auch durch seine P-en u. Schriften erbaulicheu. praktische P-en herzustcllen suchte; er fand unge-achtet der Opposition der Orthodoxen, in Schade,Arnold, Gerber, Porst, Hedinger, Hochstetter rc. Be-sörderer seines Strebens, welches Lurch Franckc,Anton, Breithaupt u. Lange (Verfasser einer Homi-letik nach Spenerschen Grundsätzen, 1707) auf diekünftigen Theologen einen segensreichen Einfluß aus-übte. Der nachher auskommenden Manier, philoso-phische Wahrheiten aus der Kanzel im Geiste derWolsfischen Schule zu behandeln, konnte die Herr-schend werdende Lecture ausländischer P-en, sowiedie Schriften eines Hallbauer, Rainbach, Neinbeck,Sack, Cramer, Jerusalem rc. keinen Leu wahrenZweck der P. sichernden Damm entgegenstellcn. AlsMusterprediger galt lange Zeit Mosheim (vgl. LessenAnweisung erbaulich zu predigen, 1763); er ver-pflanzte die besten Products der englischen u. fran-zösischen Beredtsamkeit durch Übersetzungen aus deut-schen Boden u. leitete eine Reform des P-Wejcns ein.Denn wenn auch die bisher allgemeiner herrschendeanalytische P -Weise durch die synthetische Methodeimmer mehr verdrängt wurde u. der Unterschied zwi-schen philosophischen u. biblischen P-en um so mehrblieb, da jene durch eine königlich preußische, diesedurch eine königl. dänische u. knrsürstl. sächsische Ca-binetsordre eingeschärft wurde, so schlugen doch Opo-rin, Kohlreis u. bes. Walch einen glücklichen Mittel-weg ein, welchen bald die Mehrzahl der Protestant.Prediger, welche das Wesen der Erbauung erkann-ten, betrat. Neben den Verirrungen der einbrechen-den Freigeisterei u. des sich geltend machenden Ma-terialismus , wo Mehrere die Religion durch Vor-träge über gemeinnützige Gegenstände, z. B. Kar-toffelbau, Blatterimpsung rc. aufrecht zu erhaltenoermeintei^ zeigten sich Sack, Jerusalem, Rambach,

Teller, v. Acken, Töllner, Cramer, Reinhard Löfflerrc. thunlichst bemüht, wenn schon selbst im Rationa.lismus befangen, das Feld wahrer Religiosität zubehaupten. Der Fortschritt der neueren P-Weise istvon den Namen Zollikofer, Ammon, Marezoll, The.remiu, Tzschirner, Haustein, Zimmermaun, SchottDräseke, Müllin, Dcmme, Röhr, Böckel, Schmalz',Marheineke, Harms, Strauß, Hüffell, Schleierma-cher, Tholuck, Krummacher, Ahlfeld, EhrenfeuchterBrückner, Nitzsch, Liebner, Palmer, Harles), Kögel'n. A. repräsentirt. Sieben den Letztgenannten nimmtSchwarz in Gotha ans dem Boden des sogen, kirch.lichen Liberalismus als Prediger eine hervorragendeStellung ein. Wesentlich gefördert wird die P. mneuerer Zeit durch die Predigerseminare. Vgl. Pa-niel, Geschichte der christl. Beredtsamkeit, 1833 f.;Schenk, Gesch. der dcmsch-Protest. Kanzel-Beredt-samkcit, 1841; Sack, Gesch. dcr P., 1866. Hippe.

Predil, Berg der Karnischcn Alpen in der öster-reich. Grafschaft Görz u. Gradisca, bei Flitsch; überden 1165m hohen P-Paß führt die Straße vonVillach im Gailthale nachGörz imThale dcsJsonzo.Zwei Blockhäuser wurden hier vom 12. bis 17.Mai1809 durch 100 Mann Österreicher tapfer verthei-Ligt, endlich aber von den Franzosen erstürmt.

Preetz, Stadt im Kreise Plön der preuß. Prov.Schleswig-Holstein, an der Schwentine, zwischendem Lanker- u. Post-See, Station der Altona-KielerEisenbahn: höhere landwirthschastliche Lehranstalt;adeliges Fränleinstift in dem ehemaligen, 1216 vomGrasen Albrecht von Orlamllude gestifteten Bene-dictiner-Nonnenkloster, mit schöner Kirche, Biblio-thek rc.; Damastweberci, Fabrikation von Baum-wollen-, Wollen- u. Halbwollenwaaren rc., starkeSchuhmacherei; 1875: 4808 Einw. — Das Gebietsdes Klosters, zu dem außer P. die sog. Propstei (s.d.) und der Walddistrict (die Walddörfer) gehören,umfaßt etwa 220 s^j Icm (4 M). H- Beins.

prökaee (franz.), Vorrede.

?rökeronce (sranz.), Stichspiel, mit deutscher Kariesunter drei, gewöhnlich aber unter vier Personen,so daß der Geber beim Spiel nicht betheiligt ist. Eshat seinen Namen daher, daß einer Farbe vor devanderen der Vorzug gegeben wird, u. entscheidet inihm nicht der Werth der Bilder , sondern die Mehrheit der Stiche den Gewinn.

prolisso (ital.), so v. w. Präfix, Kahlung nachSicht mit Ausschluß jeglichen Ausschubs u. der sog.Respekttage.

Pregel, schiffbarer Fluß in der preuß. ProvinzOstpreußen, entsteht aus der Vereinigung der Piss»(Abfluß des Sees von Wysztyte»), Augerapp u. In-ster, 2 Icm westl. von Insterburg im preuß. Regbez.Gumbinnen, nimmt links die Alle auf, entsendet beiTapiau einen Arni, die 36 Icm lange, 1405 vomDeutschen Orden schiffbar gemachte Dcime, zum Kn-itschen Haff, theilt sich darauf zwischen Ottenhageau. Heiligenwalde in 2 Arme, die sich erst in Königs-berg wieder vereinigen, u. mündet nach einem lEIcm langen Lause 8 Icm unterhalb Königsberg beiHolstein in das FrischeHaff. Ec steht durch die DeiM.Leu Großen Friedrichsgraben u. den SeckenburgnKanal mit der Memel in Verbindung. Kleine See-schiffe gehen aus ihm bisKönigsberg hinauf. H- ^

Preger, I. Wilhelm, protestantischer TheMu. Historiker, geb. 25. Aug. 1827 zu L-chweinfim'