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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Polonaise — St. Pölten.

Tentralafien gab. Auch er kehrte mit seinen Derwandten, diesmal aus dem Seewege, über Indien nachPersien u. von da über Constanlinopel, beladen mitgroßen Neichthümern, 1285 nach Venedig zurück.1298 fiel er in der Seeschlacht von Curzola in dieGefangenschaft der Genuesen, in der er, milde behan-delt, das Manuscript seiner Ncisebeschreibnng ver-faßte. Nachdem er seine Freiheit wiedcrerlangt, kehrteer nach Venedig zurück, wo er hochgeehrtl323starb.Seine Reisebeschreibung ist sowol durch den Umfangdes in ihr niedergelegten Wissens (er beschreibt nichtallein die Länder, die er besucht, Persien, die Ccn-tralasiatischen Länder, China, den Indischen Archi-pel, Ceylon) sondern gibt auch genaue Kunde, vondamals ganz unbekannten od. durch einen Wust vonFabeln entstellten Ländern (Japan, Tibet, Birma,Indien, Abessinien, Zanzibarfals auch durch die Ge-nauigkeit u. nüchterne Sorgfalt der Beobachtung u.Darstellung (er unterscheidet sorgfältig das was ergesehen, von dem was er gehört) die erste des Mit-telalters u. noch setzt eine Fundgrube der historischenGeographie. Von ihr gab es schon in alter Zeitmehrere Ausgaben in verschiedener Fassung undSprache, unter denen über die ursprüngliche (ob dielateinische oder französische od. die in venetianischemDialekt) lange gestritten wurde. Nach den Forsch-ungen Panthiers ist die originale die französische,von P. 1298 in der Gefangenschaft dein Rusticianovon Pisa dictirt u. 1307 revidirt u. verbessert. Esgab aber auch zu derselben Zeit schon italienischeHandschriften. Der erste Druck in deutscher Spracheerschien Wien1477,in italienischer von Ramusio Ve-nedig 1496. Im Ganzen gibt es über 60Ausgabenin englischer, französischer, italienischer, deutscher,spanischer u. portugiesischer Sprache. Die bekann-testen nenerenAusgaben sind: in italienischer von Bal-delli Boni, Florenz 1827 und Bartoli Flor. 1864,in französischer von Pauthier, Iv irvro ckeLl.k.Par.1865 2 Bde.. in englischer von Marsden, Lond. 1802u. Aule, tlrs boote ok 8ir Ll. Ist 2 Bde. 2. A. Lond.1875, in deutscher von Bürck, Lpz. 1846, 2. A. mitZusätzen von Nenmann, ebd. 1855. Die eingehend-sten Forschungen über P. haben in neucrerZeit gelie-fert Pauthier und Jule in ihren genannten Aus-gaben. Thi-l-m-uin.

polonsirs (franz., ital. kolrreoa), Nalioualtanzder Polen, jetzt in ganz Europa verbreitet. DieMusik besteht aus 2 Theilen im Z Tact, jeder vonS—I2Taclen. Darauf folgt gewöhnlich ein Trio,worauf die ersten 2 Theile wiederholt werden. DerRhythmus hat das Eigenthümliche, daß seine dreiViertel säst gleich gute Tactzeit haben u. die Absätze,Einschnitte u. Cadenzeu sämmtlich aus das zweite u.dritte Viertel fallen. Der Tanz besteht in graziösenGängen u. Wendungen der Tänzer, die paarweisehintereinander den Saal in verschiedenen Verschling,ungeu durchschreiten. Es gibt auch P-n, die nichtfür denTanz bestimmt sind, wobei die herkömmlicheForm nicht so streng beobachtet wird u. gewöhnlich»Ua Nolaeco. (nach Art der P.) überschrieben werden.Die besten Concert-P-n schrieb Chopin, die bestenLompositionen zu P-n die Polen selbst, wie z. B.Oginiki(s.d.),dessenP.u.die sogen.Ko sein szko-P.(Aus zur Rach', ihr Brüder) berühmt sind. Kürschner.-Polowskcr (Polowzer), ein roher wilder Stammtürkischer Abstammung, an der unteren Wolga und

Don, der von 1061 an Rußland mit verheerendenPlünderungszügen überzog. Nach dem Einfall derMongolen 1224 verschwindet ihr Name. Sie sindidentisch mit denKu inanen (s. das Näh. unt. Ku-Manien). Ein anderer Name von ihnen war Uzen.

Polozk (Polock), Kreisstadt im russ. Gouv. Wi-tebsk, an der Einmündung der Polota in die Düna(rcchtesUfer), Station der Smolensk-Rigaer Bahn;Sitz des Bischofs von Witebsk und P., Seminar,Adelsschule (ehemals Jesuitencollegium), Denkmalan die Ereignisse von 1812; Handel mitLandespro-ductcn, namentlich Flachs, Hanf, Honig, Getreide;hat einige Fabriken u. Gerbereien; 11,992 Ew. —P. ist eine sehr alte Stadt und existirte schon zu denZeilen Ruriks, war bis 1778Hauptstadt einer poln.Wojwodschaft, dann eines eigenen Gouvernements.In der Nähe die Schlachtfelder der Kämpfe vom30. Juli bis 20. Aug. 1812 (30.—31. Juli Sieg derRussen, 1 . u. 17.— 18 . Aug. Siege der Franzosen,19.—20. Aug. Siege der Rüsten). Hier 24. Febr.1839 Unterzeichnung der Synodalacte, durch welchedie Griechisch-Unirten wieder mit der Griech.-Russ.Kirche vereinigt wurden. Dr°,ue.

Poltätoa,1)Gouvernementin Rußland, zwischenTschernigow, Kursk, Charkow, Jekaterinoslaw, Cher-son u. Kiew; hat 49,895 djiin, ist eben, ungemeinfruchtbar, wenig bewaldet; gntbewässertvoinDiljepr(Grenzfluß) mit seinen Nebenflüssen Trubesch, Sula,Psiol, Worskla, Orel rc.; hat mildes Klima, die besteBodenkultur in Südrußland, doch nach russ. Artnicht mit regelmäßigem und sorgfältigem Ackerbau;Producte: Getreide aller Art, Ölfrüchte, Hülsenge«wächse, Tabak, viel Gartensrüchie (Melonen, Spar-gel, Arbusen), Obst, in den ausgedehnten Steppensehr bedeutende Schafzucht; auch die Zucht vonSchweinen, Rindvieh u. Pserden, Bienen, Geflügelist nicht unbedeutend; Wasser- u. Sumpfvögel sindhäufig, ebenso polnische Cochenille, Fische (Hausen,Störe, Sterlete), aber auch Heuschrecken; von In-dustrie sind nur die Branntwcinbrcilnereienwichtig,einige Webereien. Der Handel (des. mit Getreide)hat sich, seit die Bahn von Charkow nach Nikolajewdas Gouv. durchschneidet, wesentlich gehoben. Einw.2,102,614, uieistKleinruffen. Seit 1802 zum Gouv.erhoben, ist es eingcthcilt in 15 Kreise. 3) Haupt-stadt desselben, an der Worskla, Station der vorge-nannten Bahn, Sitz eines Bischofs u. der Provin-zialbehördcn, Festung, schön gebaut, mit geradenbreiten Straßen, zahlreiche Kirchen, darunter eineKathedrale u. lutherische Kirche, Klöster, Gymnasiummit adliger Pension, adliges Fräulein-Institut,Museum für Industrie, Irrenhaus; Fabriken undBranntweinbrennereien, Handel; 33,979 Ew. AmEliastage hat die Stadt eine sehr besuchte Messe.—P. ist der Geburtsort des Fürsten Paskewitsch. Eskam 1667 Lurch den Tractat von Andruszow anRußland. Seit dem 1. Mai 1709 wurde es von denSchweden belagert u. 9. Juli 1709 hier die Schwe-den unter Karl XII. von Len Russen unter Peterdem Großen geschlagen (s. u. NordischerKrieg); zurErinnerung daran wurde 1809 aus dem Alexander-Platze ein Denkmal aufgestellt. Droale.

St. Pölten, Stadt u. Hauptort in dem gleich-namigen Bez. des Erzherzogthunis Österreich unterder Enns, am linken Ufer der Traisen, über die eineschöne Eiscnbahnbrücke führt, Station der Kaiserin