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Polnischer Thronfolgckrieg — Polo.
der P-n S. ist, wie die der anderen slav. Sprachen,eine sehr proste: ans dem großen Schatz des etymo-logischen Materials (Wurzeln u. zahlreiche Suffixe)entstehen neue Wörter, darunter wenige zusammen-gesetzte: die P. S. unterscheidet sich so wie die übrigenslav. Sprachen von der deutschen dadurch, daß siedeterminative Composita weniger häufig bildet. Diegewöhnlichsten zusammengesetzten Nomina sind: a)Zusammenrückungen: Imperativform mit einem No-men u. die Negation mit einem Nomen; b) eigent-liche Composita: Abhängigkeitscomposita und nom.comp. mit Präpositionen. In der Wortstellung istdie P. S. frei, nur darf das Adjectiv von seinemSubstantiv, die Negation von ihrem Verbum nichtgetrennt werden, nach dem Verbum mit der Negationwird das Object im Genetiv gesetzt (Mir. der Trenn-ung), die Negation hat nur verneinende Krast gegen-überdem Verbum, die übrigen Satztheile müssen nochbesonders negirt werden, z. B.: vRorvielc oigäz'nigüvio nio mavs bz-6 äoäv ostroLnz'm. — Poln.Grammatiken von Muczkowski, Maiczki, Smith<1845,1868),PoplieskibearbeitetvonNehring, 1873.Wörterbücher: Linde, Wörterbuch der poln. Sprache2 . A., Lcmb. 1854—1860. P. Lukaschewski und A.Mosbach,Polnisch-deutsch Wörterbuch 1865,Deutsch-Pol». Wörterbuch 1865. Stehring.
Polnischer Tl-ronfolgekriesi 1733—1738.
Nach dem Tode des Königs August II. erhoben LessenSohn, Kurfürst August von Sachsen n. der frühereKönig Stanislaus Lesczynski Ansprüche auf den pol-nischen Thron. Letzterer wurde von seinem Schwie-gersohn, dem König Ludwig XV. von Frankreich u.den bourbonischeu Höfen, der Kurfürst von Sachsenvon Rußland, Österreich und Preußen unterstützt.Stanislaus 13. Sept. 1733 vom Reichstag zum, König erwählt, begab sich nach Warschau. EinTheildes poln. Adels war aber mit dieser Wahl unzu-srieden u. vereinigte sich bei Komiec unweit Pragszu einer neuen Wohl 5. Oct. 1733, die ans denKurfürsten von Sachsen fiel. Durch ein vereinigtesrussisch-sächsisches Heer wurde nun Stanislaus ge-zwungen, Warschau zu verlassen u. sich nach Danzigzurllckzuziehen, von wo er nach Frankreich entfloh.Der Kurfürst von Sachsen ließ sich 25. Dec. 1733als August III. zu Krakau zum König von Polenkrönen. Obwol Karl VI. von Österreich bisherkeinen thätigen Antheil am Kriege genommen, sogriff doch Frankreich in Verbindung mit Spanien u.Sardinien zu Len Waffen. Ein verbündetes Heerunter König Karl Emanuel von Sardinien rückteOctbr. 1733 im Mailändischen ein, trieb die Öster-reicher bis Mantua zurück und belagerte diese Fest-ung, während ein franz. Heer Lothringen besetzte u.sich 28. Octbr. 1733 der Festung Kehl bemächtigte.Hierdurch wurde auch das Deutsche Reich zurTheil-nähme am Kriege veranlaßt. In der Lombardeitrieb der österreich. Oberbesehlshaber Mercy dieVerbündeten im Frühjahr 1734 wieder zurück undschlug sie 29. Juli bei Crocetta, ging indessen trotzdieses Sieges ans Rücksichten der Verpflegung zurücku. es beschränkten sich nun die Operationen in Ober-üalien nur ans unbedeutende Unternehmungen. Da-gegen drang ein span. Heer zu Anfang des Jahres1734 von Toscana aus durch den Kirchenstaat indas in österreich. Besitze befindliche Königreich Neapelcm und besetzte 10 . April 1734 die Stadt Neapel,
worauf der Jnsant Don Carlos von Spanien sichlO.MaizumKönigvonNeapel ausrufen ließ. AuchSicilien wurde im folgenden Jahre von den Spa-niern erobert. In Deutschland hatten die Franzosenim Frühjahr 1734 den Rhein überschritten, die nur12,000 Mann starke, mangelhaft organisirte u. aus-gerüstete, sowie schlecht disciplinirte Reichsarmeekonnte keinen Widerstand leisten, zog nach Heilbronnab und verhielt sich völlig uuthätig. Die FestungPhilippsburg, von Len Franzosen belagert, mußte18. Juli 1734 capituliren. Durch Englands Ver-mittelung schlossen Frankreich u. Österreich 1. April1735 einen Waffenstillstand u. traten in Friedens-Unterhandlungen. Die Aussicht auf russische Hilfeveranlaßte jedoch Österreich, die Unterhandlungenabzubrechen und das Glück der Waffen von Neuemzu versuchen; es war indessen dem Kaiser nicht gün-stig, u. kam daher zwischen Österreich ».Frankreich
з. Octbr. 1735 ein Präliminarfrieden zu Wien zuStande. In Italien dauerte inzwischen der Kampffort u. zwar jetzt erfolgreich für die Kaiserlichen, bisder definitive Friede von Wien ( 8 .N 0 V. 1738), demauch Spanien und Sardinien beitraten, dem Kriegein Ende machte. Stanislaus Lesczynski mußte unterBeibehaltung des Königstitels auf die poln. Kroneverzichten, erhielt dafür Bar u. Lothringen, welchesnach seinem Tode an Frankreich fallen sollte, wogegender Herzog von Lothringen Lurch Toscana enschädigtwurde. Der Jnsant Don Carlos erhielt als Karl III.das Königreich beider Sicilien, wogegen Parma undPiacenza an Österreich fiel u. Sardinien durch Ge-bietserweiterung in Oberitalien abgefunden wurde.
Polnisch-Krone, Stadt, s. Krone 2 ). lz.
Polnisch-russischer Krieg 1792—1795 undvon 1831, s. Pole» (Gesch.).
Polo , eine berühmte venetianische Patricier- u.Reisendenfamilie des Mittelalters. 1) Ni colo undMafseo, zwei Brüder, kamen 1254 in Handels-geschäften nach Constantinopel und von da über dieKrim und die Wolga nach Bokhara. Von dort bc-gleiteten sie eine zufällig passirende persische Gesandt-schaft nach Karakorum zu dem Großkhan Knblai,von dem sie wolwollend empfangen und mit derBitte an den Papst entlassen wurden, ihm 100 ge-bildete Missionäre zur Einführung des Christenthumszu schicken. 1269 wieder in Akre angelangt, fandensie den PäpstlichenStuhl Lurch den Tod ClemensIV.erledigt u. ein 2jähriges Interregnum; sie brachendeshalb allein auf, erhielten wol auf der Reise vondem unterdessen neugewählten Papst Gregor X., bisdahin als Tebaldo Visconti päpstlichem Legaten inAkre, den sie noch dort aufsuchten, 2 Mönche alsBegleiter, von denen sie aber bald verlassen wurden
и. gingen allein überMosul, Bagdad nach Hormns,von da zu Lande über Khorasan, Badakhschan, diePamir, Kaschgar, Khotan, durch das Reich Tangutnach Shangtu, der Sommerrestdenz von Kublai, wosic wahrscheinlich im Sommer 1275 anlangten.Nach 17jährigem Ausenthalt dort kehrten sie nachVenedig zurück, das sie nach 3jähriger Reise 1295erreichten. Auf der zweiten Reise hatte sie2)Marco,Sohn von Nicolo, damals 17 Jahre alt, begleitet,der sehr bald die volleGunst desGroßkhans erlangteu. zuwichtigen Staatsämteruvonihm berufen wurde,eine Vertrauensstellung, die ihm Gelegenheit zu aus-gedehnten Reisen durch China (so bis Jünnan) und
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