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Polnischer Reichstag
1853, folgte, ein sehr rege? Leben: beide Werke eröff-»eten «egen des reichen noch meist wenig bekanntenMaterials neue Gesichtspunkte auf die P. L. in ihrerGesammtheit u. ihren Theilen; vorgearbeitet habenBcntkowski (s. oben), G. S. Bandtke (Geschichte derpoln. Druckereien, 1825), Lelewel (BibliographischeBllcher, 1526), Juszynski (Lexikon polnischer Dichter,1830), Chodyniezki (1833), Mecherzynski (Geschichteder latein. Sprache in Polen, 1833), Jocher (Poln.Bibliographie seit 1832), vor Allem aber die bedeu-tendsten Bibliographen des vor. Jahrh.: Janozkiu.Zaluski; gleichzeitig mit Wiszniewski trat auch dergefeiertste poln. Dichter A. Mickiewicz auf als Pro-fessor der slavischen Sprache in Paris n. verbreitetemehr durch seine geistvollen Charakteristiken als durchgelehrte Forschung Licht über alle Gebiete der slav.Literatur; Loch ist erst infolge der Anregung seitensWischniewskis u. Maciejowskis eine lebhafte Thä-tigkeit auf dem Gebiete der P-n L-geschichtc in Flußgekommen; weniger ersprießlich in Werken, welchedie Gesammtheit der P-n L. darstellen (das brauch-barste ist von L. Lukaschcwicz) als in zahlreichenMonographien von K. Wl. Wojcizki, Gasiorowski(Geschichte der Medicin in Polen), E. Stawiski (Ge-schichte der Landwirthschaft in Polen), Soltykowicz,Maur. Mochnazki, K. Mecherzynski, Jul. Bartosze-wicz, Adr. Krzyzanowski, Alexand. Tyszynski, Stau.Kozmian, Klaczko, L. Siemienski, I. I. Krajzewski,Lewestam, K. Kaschewski, Al. Krajewski, I. Przy-borowski, A. Maiezki, W. Nehring, Gazki, Ad. Bet-cikowski, Tarnowski, Chomenlowjki, T. Pilat, Cy-bulski.Rymarkiewicz, L. Nabielak, Matkowiki, Rzu-zewski, W. Wislozki u. A. Grammatische Arbeitenbei den Polen sind selten: Kopczynskis u. nach LessenSystem gearbeitete Polnische Grammatik von Mncz-kowski beherrschten die Schule bis ans die neuestenZeiten; die Grammatik der poln. Sprache von Ant.Maiezki tritt setzt an Muczkowjkis Stelle. Schul-Grammatiken sind zahlreich. Außerdem schrieben Ab-handlungen aus dem Gebiete der poln. Grammatik:Fr.Malinowski(LrztzwnuaAramm. xot.„ Cegielski,Trzaskowski, Suchezki, L. Malinowski.— Aus demGebiete der Theorie der poetischen Dichtungsartentrat H. Cegielski, dem der Prosa Krolikowski, Ny-markiewicz, Gruszczynski auf; iu der poln. Biblio-graphiehat EstreicherBorzüglichesgeleistet(LibIioAr.pol. XVI. iv. u.LibtioZr. pol. XIX. rv.).— Aus demGebiete der Philosophie traten nach und neben LenVerehrern u. Anhängern Schellings I. Szaniawskiu. Goluchowjki und dem Hegelianer I. Kremer alsselbständige Denker auf: Bron. Trentowski (subjec-tiver Universalismus), Karl Libelt (Intuition alsschöpferisches Vermögen Gottes, des Menschen, derNatur) u. Aug. Cies'zkowski (Historiograph); Libeltu. Kremer schrieben außerdem sehr gelesene Bllcherüber Ästhetik. — Aus dem Gebiete der Naturkundeentwickelte sich in der letzten Zeit ein sehr reges Le-ben; Al. Kremer n. Belke schrieben: Geschichte derNaturwissenschaften, 1854; in der Zoologie zeichnetesich aus G. Belke, Lesniewski, in der Botanik Fel.Berdau, in der Mineralogie u. Geologie L. Zejjch-ii« u. Hier.Labozki, in der Physik Nadwauski, Przy-stauski, in der Astronomie Steczkowski, ,J. Bara-nowski, in der Mathematik Steczkowski, Xebrawski,Libelt, 2murko, Turno, Niewsglowski, in der Me-dicin Matezki, I. Maser, Skobel, L. Natanson, Dictl
— Polnische Sprache.
u. A. — S. Wischniewski, List. lit. pol.; Marie-jowski, kismisuuietvvo; Orgslbrands Encyklopä-die; die zahlreichen Artikel in der seit 1840 erschei-nendenZeitschr.LibliotskalVarsvarsIca. Ein brauch,bares kurzes Compendium der P-n L. hat Lipnizkigeschrieben: Gesch. der P-n L., Mainz 1873. Nehring.
Polnischer Reichstag, s. Polen (Slaatsver-fassung). Von der Unordnung n. dem Zerwürfniß,welches die Verfassung des Reichstages selbst unterden Ständen beförderte, neben der Leidenschaftlich-keit, mit der die Verhandlungen überhaupt geführtwurden, bezeichnet man noch jetzt mit P. R. jedeVersammlung, in der Unordnung u. Streit herrschtund somit kein Beschluß zu Stande kommt.
Polnische Sprache, gehört mit dem Czechischenu. Lausitzischen, sowie mit dem ausgestorbenen Po-labischen zu dem westl. Zweig des slav.Sprachstam-mes; hat 11 Vocale: a, s, o; ü, s, ä; i, z-; tz, a;u; u. folgende Consonanten: 16 harte: rv, b, x, I,in; ä, t; k, el>, Ir; I, u, r; n, s; u. folgende Weicheu. palatatisirte: s; vv', b', x', I', m'; äx, 6—-än, e;
k'—L, er, 82 ; t, n', rn; 2, S, e: die harten (ur-sprünglichen) gehen in die weichen u. Palatalconso-nanten über vor jotirteu Lauten u. vor weichen Bo-calen, während in den meisten slavischen Sprachen,abgesehen von den Gutturalen, nur die jotirten Vo-cale die Veränderung bewirken. Die Declinations-formen sind reich erhalten (ein Artikel ist nicht vor-handen) : 7 Casus in 2 Numeri, dabei tritt, wenig-stens dialektisch, der Dualis ziemlich oft auf: die Sub-stantive werden nach den drei Geschlechtern (3 Decli-Nationen) unterschieden. Diese Unterscheidung nachGeschlechtern ist auch in dem Genius der slavischenSprachen insofern begründet, daß die Nomina,sofern sie inaseul. sind, inderDeclinationzweifacherFormen fähig sind, je nachdem sie persönliche oderurpersönliche Wesenbezeichnen: mtsäz-ebiuilni (nee.xl. der Form nach ^on.) u. mtocke iconio. Die Ad-jective werden jetzt, mit geringen Ausnahmen, nachder zusammengesetzten Declination flectirt, die darinbesteht, daß mit der nominalen Form (oder demStamme) die entsprechende Form oes hinweisendenFürworts, ji,ja, ss, das den Artikel vertritt, sichzu einem Worte verbindet: ckobrö§o aus (tadrajoxood. äobro jsAv. Im Gebiet der Conjugation ist vondem früheren Reichthum (das Altpolmsche hat nochSpurendesAorists u. des Jmperfects) erhalten:dasPräsens, der Imperativ u. die Formen, welche LaSVerbum mit dem Nomen gemeinschaftlich hat: derInfinitiv und die verschiedenen Parlicipicn: a) despurt.pra.es. aet. pisicae, b)p.prast.aet. I. piskts^(für pieicsnz), u. o) purt. pr. a. II. piekt, a, o: —i) p. prass, aet. pass, (rxokom)-), s) p. praet. pass,pieenouz-, a,o; außerdem sind Neubildungen vorhan-den,so das Vut. aet. pisaö btzcts, d. h. LerJufinitivmit dem verti. subst. oder bsätz xisat, a, o, d. h.part. pr. aet. mit bscks; ferner Las sogen, xsrk.xi-satsm aus pisaljssm, woraus pisatssiau.pisatsm.Der Lloäus eouäit. wird gebildet mittels der Aorist-form des Verbum subst. bz ö: pisatbz-m — pinntbz- m. Ein großerReichthum des polnischen Verbumsliegt in der Unterschiebung des vorb. psrkeetum u.imperk. (ä^vissuaü u. äLwi§ae); das Passivum wirddurch ein vsrb. perl, irgutr. (z. B. niebuaö), durchdas verb. rettox. (ebovvae sie), ob. durch Umschreib-ung ausgedrückt (ebrvatcm^'m b)'v). DieBildsamkeü