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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Polnische Literatur. 527

übrigenGebieten sind noch zu verzeichnen: PolitischeSchriftsteller: Starowolski, Rskormaoza, 1645u. a.;Steph. Garczynski,derMoral-Philosoph Andr. Max.Fredro (Sprüche u. Sentenzen, 1658), der Kanzel-redner Thom. Mlodzianowski (Predigten, 1681, er-bauliche, auch Philos. Schriften), Woischnarowicz gabden Orator poiitz'ern^, 1648, u. krsarslci Llorveaxiolsici, 1668 , heraus. Wl. Alex. Lubienskiveröffentl.eiue Allgem. Geographie (Bresl. 1740),Chmielowski«ine Encyklopädie (^.bsn^ blorvs, 1745 — 56), Ga-briel Rzonczynski, Hist. nat. xol. (lat.) Cas. Haur,Osnsralna vlconomia (poln.), 1675; einen Leitfadender Geometrie schr. Solski (Ooomstra polslci, 1683).Die Zeit von 1750 — 1822. Durch den alsSchriftsteller hochstehenden König Stan. Leszczynski,der nach seiner Abdankung Lothringen erhielt, wur-den die schon früher begonnenen Wechselbeziehungenzwischen Polen u. Frankreich bes. belebt, u. das aufallen Gebieten des geistigen und staatlichen Lebenstiefgefühlte Neformbedürfniß wurde um die Mittedes 18. Jahrh. in der Literatur im engen Anschlußa» französische Vorbilder nachdrücklich realisirt, vor-nehmlich durch den Piaristcn Stan. Konarski (1700bis 1773), welcher die Piaristenschulen reformirte,adelige Pensionäre anlegte, gegen den verdorbenenrhetorischen Geschmack kräftig anstrat u. auf die fran«MscheLiteratur als ein nachahmungswürdiges Mu-ster hinwies. Die sich daran schließende Bewegungder Geister fand vor Allem ihren beredten Ausdruckin den poetischen Erzeugnissen einiger in dem Geistedes franz. Pseudo-Classicismus u. der sranz. Ency-klopädisteu großgezogenen Dichter, wie Krasizki undTrembezki, welche so wie Naruszewicz u. Karpiuskidie Person des Königs umgaben, u. eines anderenDichterkreises: Knia/min, Niemzewicz, Zablozki,welche sich demhochgebildetenStaatsmanne, Schrift-steller u. Mäcen Adam Czartorpski anschlossen: Na-ruszewicz, der Älteste unter ihnen, vermochte nur mitMühe von den Fesseln der schwülstigen Manier sichzu befreien, seine lyrischen Gedichte tragen au Geistu. Sprache noch zu sehr den Stempel des panegyri-schen Geschmacks; dagegen zeigte Trembezki in seinenpolitischen u. Gelegenheitsgedichten, sowie in seinembeschreibenden Gedichte Zofijowka (so hieß der mitgroßer Pracht für die Gräfin Potozka angelegte Gar-ten bei Tulczin) einen neuen, frischen Geist, unge-wöhnliche Formvollendung und Beherrschung derSprache; in Kniaznins lyrischen u. dramatischen Er-zeugnissen paart sich der französische Geschmack miteiner großen Vertrautheit mit dem Geist der antikenPoesie; Karpinski u. Niemzewicz trugen neue Ele-mente in die poln. Poesie ,der Erste das Sentimen-tale, der zweite das Humoristische (in seinen Erzähl-ungen und Fabeln). Aber alle diese Dichter werdenüberragt von dem Bischof von Ermland u. nachhe-rigem Erzbischof von Guesen, Ignaz Krasizki, demeigentlichen Repräsentanten des wiedererwachtenClassiciSmus; seine kom. Gedichte: Der Mäuse-krieg, 1775, und Der MönchSkrieg (wol 1776) sindim Geiste der sranz. Aufklärung gedichtet; die Anti'monachomachia, 1778, ist eine im ironischen Tonegehaltene Selbstvertheidignng; in seinen Satiren,1778, überwiegt die Befangenheit in sranz. Manierdas Bestreben, national zu sein; sein Krieg von Cho-tim (IVozna Oüoeimsica), eine mißlungene Nach-ahmung von Voltaires Heuriade, ist in der Zeit der

Vorbereitung des griech. Projects Katharinas H. er-schienen (1780); am höchsten stehen die wunderbargelungenen Fabeln und viele Gedichte aus spätererZeit (1786). Den größten Einfluß auf seine Zeit-genossen übte Krasizki durch seine prosaischen Schrif-ten, durch seine Encyklopädie, ein Compendium überdie Dichtkunst u. die bedeutendsten Dichter aller Völ-ker, Lebensbeschreibungen aus u. nach Plutarch, vor-nehmlich aber durch seine ganz im nationalen Geistegehaltene Erzählung Ban Boäsboli (Muster einesachtbaren Edelmannes). Zu den bedeutenderen Zeit-genossen Krasizkis gehört auch Franz Zablozki, derauf dem Gebiete der dram. Poesie sich auszeichnete.Getragen durch das allgemeine Streben der Schöpf-ung eines nationalen Theaters, dem 1764 Genügegeschehen ist durch die Eröffnung des ersten öfsent-lichen Theaters in Warschau, sowie von den Be-mühungen der bedeutendsten Männer, wie FürstCzartoryski, Bohomoletz, Wazlaw Rzewuski u. A.,mustergiltige Dramen zu prodnciren, schrieb er ge-gen 80 nur zum Theil erhaltene Stücke (8armat/rm,Birez'Ic rv ralotaob, 2ülba 8rlakmz'ea), die durch scc-nische Vorzüge, einen leichten Dialog u. lebendigenGang der Handlung sich auszeichnen, u. den späte-ren, so dem sehr verdienten Adalbert Boguslawski,zum Vorbild dienen. Um diese hervorragenden Ver-treter der P-n Literatur aus dem vorigen Jahr-hundert gruppiren sich Dichter zweiten und drittenRanges, wie der ganz franzöfirte Wengierski, derpatriotische Woronicz, der Übersetzer Homers, Mil-tons u. A. Franz L. Dmochowski (der auch eineGeschichte der Poesie in Versen verfaßt hat), dieÜbersetzer Przybylski, Minasowicz, Nagurczewskru. A. Nach dem Untergange der poln. Republikfolgte, zur Zeit des Herzogthums Warschau u. desLongreß-Königreichs, ein Nachsommer der klassischenEpoche, in dem Lud. Osinski (übersetzte Cid von Cor-neille n. a.), AloysiuS Felinski (Barbara Raärüvit-torvna), der General Lud. Kropinski (OuiäAaräa)u. Wen-.yk (Barbara Raäri^ittcnvna, OUnsici u.a.)der klassischen Kunst durch die Schöpfung einer mu-stergiltigen Tragödie die Krone aufsetzten. So wiedie Poesie sich in denBahnen des franz. Pseudo-Clas-sicismuS bewegte, so waren die wisseuschaftl. Werkevon dem Geiste der sranz. Philosophen u. Encyklo-pädisten durchweht und beruhen viel mehr auf denForschungen franz. (u. engl.) als deutscher Gelehr-ten. Vor Allem verdienen Erwähnung u. Anerkenn-ung die Werke von Staschitz (von den Karpathen,1815); Kollontaj, der BrttderSuiadezki auf dem Ge-biete der Astronomie (Johann), u. der Naturwissen-schaften (Andreas); die Werke von Kluk(Botauiker),Jundzill, Poczobut u. A. Auf dem Gebiete derGeschichte überragt die unvollendet gebliebene Ge-schichte des poln. Volks von A. Naruszewicz allegleichzeitigen u. spätere» geschichtl. Arbeiten von Bo-homoletz, Albertrandy, Czatzki (Gesch., RechtSzcsch.,Alterth.), Waga, Siarczynski, Golembiowski, Niem-cewicz u. A.; von besond. scharfem, kritischem Geistdurchdrungen ist Surowiezkis Untersuchung über denUrsprung der Slaven (1820). Die Memoiren (vonKitowicz, Oginski, KoLmian, Karpinski, Niemze-wicz rc.), und die politische Literatur dieser Epoche,in welcher die inneren Schäden der Republik Gegen-stand eingehender Erörterungen waren, ist sehr reichund durch eine gefällige Form ausgezeichnet. DaS