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Gebiete der Prosa herrschte 1550—1650 großeRüh-srigkeit, wenn sie auch iu Leu verschiedenen Zweigeneine ungleichmäßige war; vorAllem blühte Geschichte!u. die politische Literatur. Zu Leu schon genanntenpolnischen Historikern (M. u. Joachim Bielski, Gor-nizki), die neben den lateinisch schreibenden, wieMic-chomita, Wapowski, Kromer, Orzechowski, Heiden-stein, Solilowski, Lnbienski u. A., mit großem Er-folg auftraien, sind noch zn zählen: Stryjkowski, dernach guten Quellen mit großem Fleiß eine formlosePoln.-Litauischc Chronik 1582 schrieb, n. Paprocki,welcher polnisch u. czechisch schrieb und dessen Werke(s. d.) meist heraldischen Werth haben, 0§röälcrolsrrslci enthält einen oberflächlichen Abriß derWeltgeschichte. Biel Leben zeigte sich auf dem Ge-biete der religiösen Literatur nach 3 Richtungen: 1)Übersetzung derHeil. Schrift, wozu Scklnzian denLn-fang machte mit dem in Königsberg für die Evange-lischen erschienenenNeuenTestament (1551); darausfolgten andere; die ganze Bibel ist mehrere Male über-setzt», herausgegebenworden: 156lbei2charfsenbergfür Katholiken, 1563 die Brzester oder RadziwillscheBibel für Calvinisten, 1572 die Bibel von Lüm. Bu-dny für die Anhänger Socius, 1509 die Kathol. Bi-belWujeks, 1632 die Danziger für die Evangelischen;sodann blühte 2) die homiletische Literatur, gepflegtunter Anderen von Kanzelrednern ersten Ranges,wie Peter Skarga, Wnjek, Birkowski, Krainski, und3) die polemische Literatur, in der sich Skarga, Andr.Wolan, Jakob Niemojowski, der Humanist Orze-chowski, der Kanonikus Powodowski, der PhilologHerbest, Laurenz von Prasnysch, Pauli u. A. ans-zeichneten. Ziemlich zahlreich sind sog. Herbarien,medicinische Bücher mit Holzschnitten (die gesuchte-sten waren Siennik, 1568, Mart. vonUrzsdow, 1595,u. Syrenius,1613); über die LanLwirtyschafl schrie-ben Trtcctius nach Crescentius, Andr. Gosromski(1588) u. Thcod. Zawadzki (1637); von der Jagdhandelt ein unbekannter Autor 1600, von der Fisch-zucht Proga nach Dubrawski 1600, von den Jagd-hunden u. vom WaidwcrkJoh. Gras Ostrorog 1608,von der Bienenzucht Kutski (spr. Konzki) 1612;Grzebski schr. eine Geometrie polnisch 1566. Zahl-reich u. werthvoll sind Werke aus dem Gebiete derRechlskunde u. der Kriegskunst; außerdem sind zahl-reiche u. wohlgelungene Übersetzungen zn nennen:Aristoteles (Petrycy), Cicero (Koschnzki), Cäsar,Bal. Maximus (Wargozki) u.A.m. Diesem großenReichthum aus allen Gebieten der poetischen u. pro-saischen Literatur steht eine Durstigkeit der Arbeitenüber die Polnische Sprache selbst gegenüber: einorthographischer Tractat des Krakauer ProfessorsPartojch vom I. 1440, von Zaboromjki 1518 einerzeitgemäßen Revision unterworfen, war für dieSchule maßgebend; daraus folgten andere Tractateselbst von bedeutenden Schriftstellern, wie Gornizki,Kochanowjki u. A., über Orthographie, welche derKrakauer Buchhändler Januschowski unter dem TitelMorvz-Laralctei 1594 cdirte; orthographische Re-geln wurden durch eine genau beobachtete Praxiseiniger Krakauer Buchdruckereien fixirt. Eine Gram-matik der Polnischen Sprache schrieb der aus Lothrin-gen iuPoleu eingewanderteGelehrte Statorius 1568in lateinischer Sprache.
Die Zeit von 1650 —1750. Um die Mitte des17.Jahrh. beginnt die etwa lOOjährigePeriode eines
Literatur. '
traschen Verfalls der Schule, des Geschmacks u. derLiteratur, in der Polen in geistiger Beziehung sichFsolirt u. au den Fortschritten der Wissenschaft nichttheil nimmt (in den Schulen herrscht die Scholastik,die erste Erwähnung DcScartes' geschieht erst beiÄiudski 1750). Die Literatur, jedes tiescren Inhaltesbaar, wurde von Panegyristcn beherrscht, die Rhe-torik verdrängte den Ernst des inneren Gehalts, derBroschüre gehörte die Herrschaft, daher die größerenu. werthvolleren Werke aus jener Zeit erst jetzt ansTageslicht treten. Außer den schon früher bekanntenDichtern, welche dem herrschenden Gejchmacke mehrnach-alsvoranginzen: samuel Twardowski,welcherChroniken in Versen schrieb u. W. Kochowski, einemvon der'Ratur reich beanlagtenLyriker, welcher, wiesovieleSchriststellerin Polen, Dichter u. Geschichtschrei-ber zugleich war (Dzrioa 1674, Lsalmoä/a u. a.),
Lein Idylliker Bart. Zimorovicz, dem Satiriker L.Opalinski, der Dichterin Elis. Druschbazka, — sinddie besten polnischen Dichter aus der zweiten Hälftedes 17. Jahrh. erst vor Kurzem bekannt oder ge-bührend gewürdigt worden, die Mitwelt kannte sienicht: H. Morstin, dessen lyrische Gedichte erst neulichbekannt geworden sind (früher nur durch sei-ne versisi- scirtcn Romane bekannt),Andr. Morstin,dessen lyrische iPoesien, fälschlich unter dem Rainen Zbignew Morst- !lyn 1844 in Posen herausgegeben, ihrer sranz. und !italien. Muster nicht unwürdig, von großem Gedan-kenreichthum u. von ungewöhnlicher Kunst zeugen(früher ist Andr. Morßtyn nur als Übersetzer des Cidund der Psyche bekannt gewesen), ferner Joh. Grot-kowski, dessen wenig zahlreiche (aus dem Französi-schen u. Italienischen übersetzte) Poesien einen sehrbegabten Dichter verrathen, und Wazlaw Potozki,Lessen bestes Gedicht, eine in hochpalriotischein Tonegehaltene Erzählung vom Tllrkenkriege 1621 (>V»MOllooimsica) erst in neuerer Zeit entdeckt u. herauS-gcgcben worden ist. Mit dem allmählichen Verfallder nationalen Dichtung verfiel auch die lateinische;nach Cas. Sarbiewfli, dem polnischen Horaz (gesi.1640) ist kein bedeutender lalein. Lichter in Polenausgetreten. Dem herrschenden Gejchmacke in derPoesie, der sich mit dem Rhetorischen, Phantastischenu.Broschürenhaslen zufricdengab, entsprach auch derRückgang aus dem Gebiete der Prosa: geschichtlicheWerke von Bedeutung wurden in latein. Sprachegeschrieben (Kochowski, Rudawski, Fredro, Stare- ,wolski, IV'ijnk Xojaiorvior Hist, lütnaniag 1669 n.a.), in poln. Sprache war mehr leichtere Lccture de- rliebt, geschichtl. Werke in Versen (Obodzinskis kan- Hriora. um 1650, Lubomirskis Olnssicuw, Kochowski ?u. a.), od. Memoiren, deren große Anzahl noch im- ; >mer erst heransgegeben wird; das beste in diesem UGenre sind Passeks Memoiren, voll innerer Wahr- Ptheit u. Lebensfrische; seit dem Ende des 17. Jahrh.beschäftigen sich mit poln. Geschichte viel mehr fremde HHistoriker als einheimische (Bizarbiere, Daleracque, »Lauterbach, Partenay, Lengnich u. A.). Ein Zweig Zder geschichtlichen Literatur wurde gepflegt, nämlich Mdie Heraldik: Okolski, Orbis kolonns, 1650; Po- Atozki, Lvorst bsrbov, 1696; Niesezki, Hsrbnrr, Ä1728—41; Fürst Joseph Jablonowski, llsrnlä>ba, S1742; Dunczewski., llärbnrrt, 1757. Die Lein S-- Abiet der Kirchengeschichte gehörenden Werke von ü. zWengierski (gest. 1649) und Lubieuiezki (üist. ra-korm. Lol. 1685) sind lateinisch geschrieben. An: den