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Polnische Literatur.
vom politischen Partcistandpnnkle geschriebene LebenZamojskis von Staschitz (1785) gab Veranlassungzu einer Reihe von politischen «Schriften, in denenReformpläne besprochen wurden; bedeutender sindin dieser Beziehung Kollontajs Anonyme Briese(1788) und krrnvo polibzenns uar. pol. 1780. DieGeographie der poln. Länder bearbeiteten vom sta-tistischen Standpunkte Waga, Surowiczki u. Swiozki(Opis starov/bnes kolsüi, 1816), die allgem. Geo-graphie behandelten Siarczynski u. Joh. Sniadezki.Die in Warschau gegründete Gesellschaft der Freundeder Wissenschaften pflegte vor Allem die Geschichteu. Allerthumskunde des Landes. In der Philosophiebeherrschte nach der endlich beseitigten Scholastik dieengl, und srauz. Philosophie die schule: Lackes undCondillacs Logik wurden auf Anordnung der höchstenMagistratur für das öffentliche Schulwesen in Polenübersetzt und in den Schulunterricht eiugefuhrt; vonLen einigermaßen selbständigen Philosoph. Schrift-stellern sind zu erwähnen: Jaronski, Prvsessor inKrakau, u. der Astronom Joh. Sniadezki, ein Geg-ner der Kantschen Philosophie. Für die Schule unddie Theorie der Sprache und Literatur ist Bieles ge-schehen. Außer einer Reihe von Leitfaden der Welt-geschichte, der allgemeinen Geographie, der Physik rc.schrieb Szylarski 1770 eine poln. Grammatik, derdie von Kopczynski (s. d.), sowie die Ersten Grund-züge der polnischen Grammatik von Mrozinski u. A.folgte»; orthographische Abhandlungen schrieben:Schwcjkowski, Felinski, Joh. Sniadezki u. A. EineTheorie des Stils schr. Piramowicz, den gesamm-ten Schatz der polnischen Sprache ordnete Linde inseinem bis heute noch sehr brauchbarem Wörterbuchein 6 großen Bdn., 1807—14; die erste mehr biblio-graphisch gehaltene poln. Literaturgeschichte schriebBentkowski, 1814.
Dritte Periode seit 1822. Mit den poeti-schen Erzeugnissen Kozmians,L. Osinskis, Moraws-kis, (Fabeln, Meines Großvaters Haus u. a.) lebtesich die klassische Poesie in Polen ans: eine neue poe-tische Richtung, ins Leben gerufen u. getragen durchdas fleißige Studium der deutschen», englischen Li-teratur, führte zur Herrschaft der romantischen (ei-gentlich nationalen) Poesie, welcher in Wilna A.Mi-ckiewicz u. seine Freunde, in Warschau der Dichteru. Theoretiker K. Brodzinski, der Litauer E. OLy-niec, die Ukrainer Bohdan Zaleski u. Severin Gosz-czynski u. in der Ukraine selbst A. Malczewski hul-digten, u. welcher der Historiker u. Kritiker M. Moch-nacki eine allgemeine Anerkennung verschaffte. Derbedeutendste Dichter der nationalen Schule ist AdamMickiewicz (geb. 24. Dec. 1798 in Nowogrodek inLitauen, gest. 1855 in Constantinopel); er dichteteansänglich im Geiste Goethes und Byrons (Todten-feier, Thl. II. u. IV., GraLyna u. Konrad Wallen-rod); er emaneipirte sich indeß bald von dieser kaumbemerkbarenBeeinflussung u. schuf in seinem epischenGedicht Pan Tadensz u. dem 3. Thl. seiner Dziady(Todtenseier) poetische Werke vom höchsten Werth u.in echt nationalem Geist. Während Mickiewicz vor-wiegend Epiker war, war sein jüngerer Zeitgenosse,Sig. Krasinski (1812—1859) ein Lyriker von emi-nenter Begabung (Psalmen der Zukunst, Morgen-dämmerung; selbst seine dramatischen Werke: Dieungöttliche Comödie, Jridion find mit lyrischen Ele-menten gesättigt) u. Jul. Slowazki (1809 — 1349)
j leistete in der dramatischen Poesie Hervorragendes.Um Liese drei großen Dichter, welche, getragen vonden Ideen ihrer Zeit, u. in ihrem poetischen Schaf-seu bestimmt durch die unglücklichen Schicksale ihresBaterlandes, in der Fremde (meist in Frankreich)ihre Meisterwerke schufen, gruppiren sich zahlreicheebenfalls meist in der Fremde lebende, meist jüngereDichter, wie Anton Gorezki (Patriot. Gedichte ?oo-v/e lütrviua,1834, Fabeln), Maur. Goslawski (Po-dolien, koovz e Olana, 1833); ferner die Dichter dersogen. Ukrainischen Schule: Anton Malczewski (derDichter der schauerlich schönen poetischen ErzählungMaria), Bohdan Zaleski (geb. 1802, dichtete u. a.pocsiereiche nkrain. Lieder), Sev. Goszczynski (1803bis 1876, das epische Gedicht Schloß zu Kaniow be-handelt eine schreckliche Episode des Kosakenanfstau-des), Alex. Groza, Thom. Olizarowski, Thom. Pa-dura, ferner die Nachahmer Mickiewicz': StephanWilwicki (Balladendichter), Steph. Garczynski, A.E. Odyniec (geb. 1804, ein talentvoller Lyriker undÜbersetzer Walter Scotts und Byrons, Verfassereiniger Dramen), Al. Chodnko, Jul. Korsak (über-setzte Dantes I)iv. Ooin.), Gustav Zielinski u. A.;ferner die Dichter der volkSthümlichen Richtung:August Bielowski, Luc. Siemienski, RomanZmorski,Theoph. Lenartowicz, Edm. Wasilewski n. A.; dietalentvollen Epiker W. Pol (s. d.) u. Syrokomla,die eine besondere Art der erzählenden Poesie (§a-rvscka, Plaudereien) schufen; ferner die NachahmerKrasinskis: S. K(ozmian), und Andere, welche, wieihr Meister, anonym austraten, u. schließlich die Dich-ter des Sturmes u. des Dranges (unter denen sichauch Nachahmer Slowazkis befinden): Leon Sowiuski,Heinr. Jablonowski, Anton Leligowski, RichardBerwinski, Karl Balinski, Cornel. Ujejski, alle durchgroßes Talent ausgezeichnet, einige von ihnen, wieUjejski und Sowinski, haben sich von der Poesie desGenies u. des Weltschmerzes emancipirt u. dichtenim Geiste der nationalen Regeneration und der Er-nüchterung. Einige ältere polnische Dichter sind derklassischen Kunst treu geblieben: Const. Gaszynski u.I. I. Kraszewfki, der Dichter deS Anafielas. Hierist auch der Fabeldichter Jachowicz zu erwähnen.Von den zahlreichen Dichterinnen sind zu nennen:Die begabte Jmprovifatorin Deotyma, (JadwigeLnszczewska) in Warschau, Narziss« Amichowjka,Severine Prnschak (verheirath. Duchinska), Mariaaus Griese». Von den neueren Dichtern find erwah-uenswerth vor Allen der talentvolle Asnyk, sodannW. Wolski, F. Falenski, M. Baluzki, M. Roma-nowski. Diedramat. Poesie entwickelte sich nach183Üunter ungünstigen Verhältnissen. Nachdem AdalbertBoguslawski, Direktor der Warschauer Bühne, sowoldurch seine literarische, als auch artistische u. admini-strative Thätigkeit die sccnische Kunst in Polen, u. N.Kamienski durch gleich vielseitige Wirksamkeit in Lem-berg in die Höhe gebracht hatte, trat Alex. Gras Fre-drs aus (1793—1875), der eigentliche Schöpfer derpoln. Komödie, n. in seine Fnßtapsen trat Jos.Kor-zeniowjki, bis er um 1846 das Feld des Romans mitgroßem Erfolge betrat. Seine Übersetzungen engl. u.deutscher dramat. Werke, sowie seine Originalstücke(Karpathische Bergleute, Inden, Schnurrbart u. Per-rücke) sind noch heute schr beliebt. Vonden zahlreichendramat. Schriftstellern (die meistenbedeutendcnpoln.Schriftsteller versuchten sich aus diesem Felde) sind
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