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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
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Polnische

unter dem anregenden Einflüsse der klassischen Stu-dien, der Reformation und unter dem besonderenSchutze, Leu ihr Sigismund August angcdeiyen ließ,eine Reihe von hochgebildeten u. reichvegabten Män-nern, welche, der ausblühendenFranzösischeu ».Ita-lienischen Rteratur nachstrebeud, auch ihrem Volke indessen Sprache das geistige Gut einer nationalen Li-lerallir schaffen wollten: Andr. Lrzycieski, Andr. Gor-nizli, Marti» Bielski und sein Sohn Joachim, Joh.Kochanowski, K. Miaskowski, Stan.Grochowski, Seb.«lonowicz u. A. Den Reigen eröffnete llkic. Rej (st.ca. 1570), ein Autodidakt im besten Sinne desWor-les, der Lurch fleißige Lectllre lateiu. u. griech. Werkesich eine Fülle von gemeinnützigen Kenntnissen er-worben u. dieselben in poetischen u. prosaischen Wer-ken verwerlhete, so in seinem didaktischen GedichtPVirsrnnvIc (1560), das dem Aocklaous vitao vonPalingenins nachgebildet ist, in seinem humoristischgehaltenen Lehrgedicht LrvivruMrso (Thiergarten),in seinem Lramaiischen Gedicht Josephs Leben, vor-nehmlich aber in seinen prosaischen Schriften, derPostille, Apokalypsis n. dem Lebenslaus eines wohl-gesitteten Mannes (2zivot pocLvIivs^o esloivlolcri),in denen er seine gegen die früheren excentrijchenMcinmigen gelauterte u. gemäßigte Weltanschauungentwickelt. Durch seine derbe, gemeinverständlicheSprache schuf er ein großes Lesepnblicnm, welchesseinen resormalorischen u. zeitgemäßen Ideen Bei-fall zollte. Mehr Verdienst um die Schöpfung einernationalen Literatur u. Veredelung der Sprache ha-ben M. Bielski, der weniger Lurch seine Gedichte u.kleinen lehrhasien Schriften (darunter auch Leben derberühmtenPhilosophen, 1535) als durch scineWell-chronik (1550) Einfluß ausübte, sowie sein jüngererZeitgenosse Andr. Goruizki, oer in seinem dem Oor-toggiano Castigliones frei nachgeahmten Hofmann(Livorranm, 1566) da» Musterbild eines seingebil-deten Weltmannes in gefälliger Sprache Larftellte,seine Geschichte (Briefe, 1538 — 72) u. seine politi-schen Schriften zeichnen sich ebenso durch edle Spracheals auch Lurch liefe, die Schäden der Republik auf-deckende Gedanken aus. Der bei Weüem bedeu-tendste polnische Schriftsteller Les Goldenen Zeit-alters ist Johann Kochanowjki (1530—1584), der,in Padua und Paris vorgebildet, wo er neben sei-nen gründlichen klassischen Studien die Französischeu.JlalienischeLiteramr kennen lernte, Las hoheZielseines Wirkens, die klassische Poesie aus Len polni-schen Boden zu verpflanzen, um so glücklicher u. voll-ständiger erreichte, als dieser Boden durch die gefeier-ten lateinischen Dichter Dantiscus, Janizki, Ericiusu. Ä. sür die Pflege der antiken Stoffe u. Formenempfänglich gemacht worden war. Für seine klassischeBildung geben das lateinische Gedicht Amatus, 1579(nach Eweros Fragm., mit Benutzung der Ergänz-nugen von Palricius, 1565) und sein poln. DramaOäprniva postorv, sowie seine lateinischen Gedichtebillginrum 11b. IV. u. Bzrieorum 11b. ein beredtesZeugniß, sür die große poelischeBegabung seine pol-nischen Gedichte; Leu höchsten Grad des Gedanken-reichihluns und der Formvollendung erreichte er inseinen Liedern, seiner Psalmcnübersetzung, seinen klei-nen epigrammal. Gedichten (zu denen er den Stoffmeist aus Len griechischen Anthologien nahm), undbesonders seinen Dbrsn^ (Klagelied ans Len Tod sei-nes Töchterchens Ursel); er schuf eine Dichierjchnle,,

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welche die klassische Poesie in Polen zu pflegen suchre.Ihm folgten nachstrebend, ohne ihn erreichen zukönnen, die Lyriker Stzp Szarzynski, Kaspar Mias-kowski, Stau. Grochowski (starb 1612), in der Ju-gend ein talentvoller Satiriker,^ später ein gewand-ter Gelegenheitsdichter und Übersetzer lateinischergeistlicher Poesien, die beiden Brüder Zbylilowski,die beiden Brüder Rybinjki, der ältere Lyriker, derjüngere, Matthias, Übersetzer der Psalmen sür evan-gelische Polen (1598), die beiden Zimorowicz, Si-wicz, Simon u. Bart., beide Idylliker, u. mehrereAndere; die bedeutendsten der Nachfolger Kocha->nowskis sind Simon Szymonowicz (st. 1629), ebensoausgezeichnet durch seine lateinischen Gedichte (Asll-noxasan, üeranlos proäioous...), wie durch seineanmuthigen, nach klassischen Motiven u. Remiuis-cenzen gedichteten Idyllen, und Sebast. Klonowicz(st. 1602), welcher ebenso wie Szymonowicz u. Ko-chanowski als latein. u. poln. Dichter gleich hervor-ragte. Diesen mehr od. weniger originellen Dichternreihen sich einige bedeut. Übersetzer an, unter denenvor allen Peter Kochanowski (übers. Ariost u. Torq.Lasso), Lebrowjki u. Otwinowski (übers. Ovid) zunennen sind. Der meisten Pflege erfreute sich in die-ser Epoche die lyrische Poesie: das Kirchenlied (daserste Gesangbuch von Valentin aus Brzozow ist voinI. 1554, später noch 1569, von Sekluzian 1559,von Ärtomius 1587), das lehrhafte Lied, dieJdylle,dieSatire n. des. das Gelegenheitsgedicht; erzählendeGedichte sind selten, mehr wurde die bramatischePoe-sie cultivirt. Im Anschluß an das kunstgerechte Dramain lateinischer Sprache (ein solches Drama wurde andem Hose Sigismunds I. aufgeführt) wurden in derzweiten Hälfte Les 16. Jahrhunderts Übersetzungenu. Nachahmungen der antiken Kunst im Polnischenversucht: Äornizki übersetzte Troas, Zawizki Jeph»tes vou Buchanau, Cieklinski Trinummus, Kocha-nowski dichtete nach griech. Mustern. Neben dieser ge-lehrten dramatische» Poesie entwickelte sich weitereine dramatische Literatur, welche, den mittelalterli-chen Mysterien u. Jutermcdien entsprossen, sich sehr zuvervollkommnen versprach, indem sich derselben einer-seits wandernde Schauspielergesellschaften, ander-seits die Schule in den Schuldialogen bemächngten(die Passions- u. ähnliche Spiele in Len Kirchen hör-ten anfangs des 17. Jahrh. aus), doch fand sich keinbedeutendes Talent, welches die beiden Richtungen,die gelehrte u. die volksthümliche, in ein Bett leitete;nur in dem Polnischen Scylurus von Jurlvwjli(1604) ist ein derartiger schwacher Versuch zu be-merken. Die mannigfachen Einflüsse unter Sigis-mund III. (am Hofe wurden lateinische, italienischeu. deutsche Stücke gespielt) vermochten in der Ent-wickelung des polnischen DramaS nicht eine entschei-dendeWendung zu bewirken, einzelne Einwirkungen,kommen wenig in Betracht, so z. B. daß zur Aus-stattung der komischen Figur des feigen, raub - undprahlsüchtigen Pseudosolüateu Albertus die franzö-sische Posse <1u b'ritne Arotrier u. zur Lebensfähig-keit derselben der Besuch der engl. Truppe von JohnSpencer um 1617 in Warschau viel beigetragen hat;die häufigen Ausführungen italienischer Opern amHofe WlaoislawS IV., dessen Gemahlin eine FürstinGonzaga war, übte aus die dramatische Kunst inPolen keinen Einfluß, ebensowenig wie später dasfranzösische u. deutsche Theater am Hose. Aus dem