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Pollnr — Polnische Literatur.
Pollux, sehr seltenes Mineral, erscheint in un-regelmäßigen zackigen Stiicken, welche große Ähn-lichkeit mit gestörten Quarzbildungen haben, hatmuschligen Bruch, nur Spuren von Spaltbarkeit;Härte 6—7, spec. Gew. 2,^—2,,,,; farblos, starkglasglänzenb, durchsichtig, übcrbaupt dem klarenHyalith sehr ähnlich; besteht aus kieselsaurer Thon-erbe, kieselsaurem Cäsiumoxyd u. sttatron u. Wassermit etwas Eisenoxyd u. Kalk. In Drusen des Gra-nits auf Elba.
Polna, Stadt u. Hauptort im gleichuam. böhm.Bezirk (Österreich); großes Schloß, schone Dechau-teikirche, Hauptschule; Seilerbahnen, Fabrikationvon Tuch u. Stärke, Bierbrauerei, Handel; 1869:5195 Ew. 1863 brannten 500 Häuser ab.
Polnischer Bock, eine Strafe, wobei die Händedes Delinquenten zusammengebuuden und über dieKnie hinuntergezogen u. unter der Kniekehle u. überden Armen ein Stock dnrchgesteckt wird, daß die Händenicht zurückgezogen werden können.
Polnischer Gulden, s. u. Gulden.
Polnischer Jnsurrectionskrieg 1831, siehePolen, S. 505.
Polnische Legion, ein 1797 von dem polnischenGeneral Dombrowski errichtetes Corps, das für dieFranz. Republik vorzugsweise in Italien focht. EinTheil desselben wurde später von Frankreich aus derInsel St. Domingo verwendet, ein anderer Theil derGarde des Königs Joseph von Neapel einverleibt.Auch späterhin hatten sich P. L-en häufig an denKriegen, namentlich in den Kriegen des französischenu. türkischen Staates betheitigt.
Polnische Literatur. Die Geschichte der P-nLiteratur hat 3 große Epochen durchlaufen, die sichdurch die Herrschaft der Lateinischen Sprache (bis ge-gen die Mitte des 16.Jahrhunderts), durch den Clas-sicismns (bis 1822) u. durch das Vorherrschen desnationalen Elementes charakterisircn lassen. ErsteEpoche. Die Polen empfingen das Christeuthumu. die Anfänge der Cultur von denDeutscheu u. Böh-men u. wurden dadurch in den Kreis des westeuro-päischen geistigenLebens eiugeführt: das Band, wel-ches die westeuropäischen Völker vereinigte, war dieKirche und die Lateinische Sprache als die Sprachedes geistigen Verkehrs; sie beherrschte auch in Lenersten Jahrhunderten des Christenthums in Polendie Literatur vollständig, deren beste Frucht die An-nalen u. Chroniken sind. Nach dem Muster der inDeutschland u.Prag verfaßten Annalen wurden zu-nächst in Krakau, sodann in den berühmtesten Be-nedictinerklöstern u. an den Kathedralkirchen Anna-len abgefaßt, dercnZahl eine beträchtliche ist (Röpellu. Arndt, Xnnal. Lol. Nsrt^XIX..); die erste Chro-nik in Polen schrieb in lateinischer Sprache ein Aus-länder (ca. 1110), sodann Binz. Kadlubek, Bischofvon Krakau (st. 1227 im Cistercienserkloster Andre-jov),fernerBogufal-Baschko im 13.Jahr, (eine com-binirte Chronik) u. Janko, Archidiakon von Gueseu(ca. 1384); auch fehlte es nicht an Heiligeulegeudcnin lateinischer Sprache, so Das Leben des h. Adal-bert (das älteste aus dcmlO.Jahrh.) u. des h.Sta-nislaus (das älteste 1258) u. andere. Martiuus Po-lonus (st. 1280) schrieb eine Chronik der Päpste u.Kaiser. Einen Aufschwung nahm die Geschichtschreib-ung in Polen im 15. u. im Anfang des 16. Jahrh.unter dem Einfluß des Humanismus u. eines regen
geistigen Verkehrs zwischen Polen u. dem Abendland?.Der bedeutendste Historiker Polens in der Zeit derMorgenröthe des Humanismus in Krakau warJoh.Dlugosz(st.1480), welcher die Geschichte seines Lan-des von deren Anfängen bis zu seinem Todesjahrenicht ohne Mängel, doch mit Geschick und besondererWärme schrieb. Sein Zeitgenosse, der Italiener Phi-lipp Buonacorsi (Callimachus) schrieb die Geschichtedes bei Varna gegen die Türken gefallenen WladiS-laus (Zeißberg, Die poln. Geschichtschreibung desMittelalters, 1873). Ihnen folgten im 16. Jahrh.Decius (ein Deutscher aus dem Elsaß, st. 1545 inKrakau svoSigism. I.u.A.s),Miechowita, Wapowskiu. A. Auf dem Gebiete der kirchlichen u. Rechtslitera-tur war ein reges Leben, doch war auch hier die La-teinische Sprache die herrschende. Neben ihr wurdedie Polnische nur in einem beschränkten Umfange imGottesdienst u. vor Gericht gebraucht. Als das ältesteSprachdenkmal der Polnischen Sprache gilt des Ma-rieiilied Loga roclriea (ältester Text von 1408), dasursprünglich aus 2 Strophen bestanden hat u. durchspätere Anfügung eines Passions- u. eines Osterlie-des rc. sehr angewachsen ist; außer diesem sind nochmehrere Kirchenlieder erhalten, so 5 von Andreasvon Slupia, von denen manche auf altczechische Vor-bilder Hinweisen. Von versificirten Heiligenlegenden,an denen die czechischeLiteratur reich ist, hat sich bisjetzt nur eineAlexiuslegcnde gefunden. Wenig zahl-reich sind im Vergleich mit der deutschen u. czechische»Literatur die Übersetzungen aus der Heil. Schrift: inPolen sind aus dieser Zeit nur der FlorianerPsaltererhallen, der sogen. Hedwigspsalter, in der Bibliothekdes Fürsten Czartoryski befindlich, ist erst aus demEnde des 15. oder Anfang des 16. Jahrh.; erst dieKrakauer Buchdruckercicn brachten um 1540 mehrerePsalter. Aus derälteren poln. Literatnrepoche hat sichnur ein größeres Fragment einer poln. Bibel erhal-ten, die sog. Sophienbibel mit der Datirung 1455,Zwei Gebet- und Erbauungsbüchlcin aus dem 15.Jahrh. sind erhalten: das Hedwigbllchlein und dasWeuzeslausblich; die größte Sammlung poln.Homi-lieu (ca. 1420) hat sich in Gnesen gefunden (heraus-gegeden 1857), auch versificirte Dekaloge sind nichtselieu, einzelne Texte mit Gebeten, Heiligenleben,Meditationen u.a. sind in den Bibliotheken zerstreut(viele von Mecicjowski in Pismiennictwo herausge-geben); der erste poln. gedruckte Text, das VaterUnser, ^vs u.Orsäo, freilich in schlesischem Gewände,ist vomJ.1475. Zum weltlichen Gebrauche war be-stimmt die poln. Uebersetzung des Polnischen u.Ma-sovischenRecht? aus dem Lateinischen u. derMagde-burger Urtheile. Gegen das Ende des 15. Jahrh.treffen wir ein Liederbuch, das Seudomirsche genannt,leider nur in cinemFragmcnt erhalten; sodann folg-ten im 16. Jahrh. Volksromaue, der erste: BonSa-lomon u. Morolf, aus den OoIIationsa rc. übersetzt,zugleich das erste gedruckte poln. Buch 1521; sodannmedicinische Bücher u. einige rohe aber glückliche poe-tische Versuche, ein Lied (gedruckt ca. 1550) mit demAkrostichon Aolla Oloanioica.
Zweite Epoche, erste Periode 1550—1650.Die Polnische Sprache erlangte in der zweiten Hälftedes 16. Jahrhunderts, in der glücklichen Zeit des po-litischen Aufschwunges Polens,rasch einen hohen GradLerVollenduug, u. dieP.L. stellt sich der Lateinischenebeubürtig an die Seite. Zu dieser Höhe erhob sie,