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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
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Poliklinik

tiiie u. am Fuße des Jura, Station der Paris-Lyon-Mittelmeerdahu; Gerichtshof erster Instanz, mehrereKirchen (darunter die Kirche St. Hippolyte mit gutenGemälden), Communalcollege, geistliche Normal-schule für Lehrerinnen, schönes Stadthaus (1684 be-gonnen u. 1780 vollendet), ans dem Marktplatze dieBroncestatue des Generals Travot, vorzüglicherWeinbau, Fabrikation von Schmiedewaaren, land-wirthschaftlichen Geräthen, Fässern u. Öl, Gerberei,Färberei, Bierbrauerei, mechanische u. hydraulischeSägewerke, Ziegelbrennerei, Handel mit Getreide,Mehl, Käse, Pferde, Rindvieh, Wein, Branntwein,Bauholzw.; 1877: 5010 Ew. — P., eine sehr alteStadt, ist das Castrum Olinum der Römer, warehemals ein bedeutender Ort, der wiederhotk durchFeuersbrünste (zuletzt 1673) sehr gelitten hat. Esist Geburtsort des Arztes Jacques Critier und vonNicolas Rolli». — In der Umgegend Gips-, Ala-baster- u. Marmorbrüche. H- Berns.

Poliklinik (v. Griech.), s. u. Klinik.

Poliment (sranz.), die vermittelst des Polirstahlsbewirkte Glättung des Goldgrundes, wodurch derGlanz desselben erhöht wird. Das P. wird rheils inder Malerei, namentlich in der aus Goldgrund auf-getragencnTemperamalerei des byzantinisch-religiö-sen Stils, theils bei Anfertigung der Goldrahmenangewandt, indem nach Austragung der Goldblätt-chen aufden Gipsuntergrund die Unebenheiten durchden Polirstahl beseitigt werden.

Poliorketes (griech.), Städtebelagerer, Beinamedes Demetrios I., Königs von Makedonien.

Poliren, einen harten Gegenstand glatt undglänzend machen, vorzüglich Metalle, Steine, Glas,How und Holz. Bei Blechen geschieht Las P. zumTheil nur dadurch, Laß sie auf einem passenden Am-bose (Polirstock) mit einem Hammer (Polirhammer)geschlagen werden, welcher eine wenig gewölbte, sehrglatte Bahn hat. Damit das Kupfer mit dem Ham-mer eine gute Politur annehme, wird es vorher inEssig u. Salz gebeizt. Bei Metallarbeiten polirt manentweder durch Wegnehmen der seinen Unebenheitenauf der Mctallfläche, oder durch Niederdrücken der-selben: das erstere besteht in einem Schleifen oderReiben mit seinen pulverförmigen Körpern (Polir-pulver), welche man mit Baumöl n. Branntwein an-macht u. beim Gebrauche gewöhnlich aus Holz, Lederoder Filz (Polirfilz, rotirende Polirscheiben) aus-trägt. Die gebräuchlichsten Polirpulver sind: ge-brannter, ungelöschter, reiner ».frischer Kalk (WienerKalk) mit Öl oder Olein aus Messing, mit Brannt-wein aus Stahl. Polirroth (reines Eisenoxyd) fürfast alle Metalle; Zinnasche und Diamantine (reinegeglühte Thonerde) für Stahl; Tripel u. englischeErde für Messing, Kupfer, Silber, Gold, mit Oel od.trocken gebraucht; Knvchenasche für Gold und ange-lausenes Silber; Graphit auf Leder zum Abziehenseiner Messer; Kienruß zum Vollenden von Gold-politur; Holzkohle auf Holzscheiben für Stahl; Mag.nesia aus Lappen bes. für angelaufenes Silber; Kreideu. Ziegelmehl, Putzmittel; Schmirgel u. Bimssteinbes. zur Vorbereitung der P - s auf Stahl undEisen. Zum Niederdrücken der Unebenheiten bedientman sich eines entsprechend gestaltetetcn harten undfein polirteu Gegenstandes, z. B. eines Polirstahles,PolirsteineS (gewöhnlich Blutstein), der Polirfeile,Polirahle, Kratzbürste. Der gerade Polirstahl ist ein

— Politik.

stumpsspitziger, der krumme ein hakenförmiger Stahl-stifl. Mit dem Stahle polirt man auch die Vergold-ung auf Glas u. Porzellan. Oft läßt man sich dieGegenstände in einer Polirtonne gegenseitig selbstpoliren; so Flintenschrot mit etwas Rcißblei. BeiHolzarbeiten erzeugt man einen spiegelnden Glanz(Politur) durch einen firnißartigen Überzug, u. zwarentweder mit Polirwachs (gelbes Wachs), oft mitTerpentin u. durch Ocker gefärbt, od. mit Politur,einer Auslösung von Schellack in Alkohol. Horn u.

Holz wird vor dem P. mit Schachthalm abgeriebeu(geschachtelt, abschachtelu). Giesel«.

Polirer, so v. w. Polier. ^

Polirroth, so v. w. Englischroth, Eisenoxyd(Colcothar), zum Poliren von Metallen, Steinen,beim Glasschleifen auch als Wasser-, Öl-, Porzellan-u. Emaillefarbe verwendet.

Polirschiefer (Tribelschiefer), düunschieferigeS,in feine Blättchen spaltbares Gestein, sehr weich n.leicht zerreiblich, färbt ab; besteht aus lose ver-bundenen Kieselpanzern von Diatomeen; spec. Ge-wicht 1,og—l,gg; weiß, gelblich- oder graulichweiß,undurchsichtig und matt; chem. Zusammensetzung:wasserhaltige Kieselerde mit etwas Thonerde, Eisen-oxyd n. Kalk. Kritschelberg bei Kutschlitt unsern Bilmin Böhmen, Habichtswald bei Kassel. Am erstere»Orte kommt auch der verwandte Saugschiefer(Klebschiefer) vor, ein von Opal vollständig durch-drungener P.; er ist dickschieferig, saugt begierig Was-ser ein u. klebt an der Zunge. Der Dysodil vonMelilli in Sicilien u. manche Arten der Papierkohle,bes. die vom Siebengebirge, von Linz am Rhein u. ^Glimmbach bei Gießen, bestehen ebenfalls aus Dia-tomeenpanzern; ebenso die Diatomeenerde(Dia-tomeenpelit), welche theils ganz lose und staubartig, ^ 'theils etwas fester verbunden u. kreideartig erscheint;sie findet sich in dünnen Lagen aus Jsle de France,im Torfmoor von Franzensbad bei Eger in Böhmen, ^

in mächtigen Lagen unter der Stadt Berlin und in >derenUmgebung,inderLüueburgerHaide,bciJstrabain Ungarn, Richmond in Virginien. Hieran schließtsich endlich auch das Bergmehl von sta. FiorainToscana u. a. O. Man benutzt den P. und die ge« §nannten ihm ähnlichen Fossilien unter mancherlei sNamen zum Poliren u. Putzen von Glas- u. Metall- sgeräthschaften. Lehman,.' ^

Polistina, Stadt in der italien. Prov. Reggio idi Calabria; 7527Ew.(Gem. 8531); eine derStädte, jdie durch das Erdbeben 1783 unter schrecklichem sVer« !lust an Menschenleben gänzlich zerstört wurden. I

politerns (sranz.), Höflichkeit, feines Benehmen. !

Politianus, s. Poliziano.

Politik (v. Griech.), als Wissenschast ist der In-begriff der Untersuchungen, welche sich aus den Staat,sowol rücksichtlich der natürlichen Bedingungen undFormen seiner Existenz, als rllcksichtlich der Zwecke,welche dessen Regierung u. Verwaltung zu verfolge»hat, u. der Mittel beziehen, durch welche die Erreich-ung dieser Zwecke theils überhaupt, theils unter be-stimmten gegebenen Verhältnissen möglich ist. DuP. ist daher der Mittelpunkt der gesammten Staats-wissenschasten und würde mit denselben zusammen, -fallen, wenn nicht die mannigfaltigen Factoreu undThätigkeiten des Staatslebens specielle Untersuchun-gen über Verfassung, Gesetzgebung, Regierung, Po-lizei, Verwaltung, Heerwesen rc. nötyig machte», so