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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Police —

am gleichnam. Golf deS Tyrrhenischen Meeres, warvormals eine mächtige Stadt, aber 1055 von RobertGuiscard u. 1542 von den Türken zerstört u. ist P.jetzt nicht einmal eine eigene Gemeinde.

Police (franz., v. italien. kolivva, kolirs), dasüber einen Versicherung?- oder Assecuranzcontractausgesertigte Docnmem, welches der Versicherte vondem Versicherer erhält; s. u. Versicherungswesen.

Poltcinell (italien. kuleinolla, franz. kulioiri-nello), eine in Italien, bes. in Neapel sehr gebräuch-liche Charaktermaske, welche die lustige Person vor-stellt, weißwollene Kleidung mit schwarzem Lcder-giirtel, übergroße leinene Halskrause, bis zum Mundreichende Gesichtsmaske trägt u. auf Brust u. Rückeneinen Höcker hat. P-s weißwollene Mütze ziert einerothe Quaste. Auch in einem Costüme von buntenLappen trat P. auf. Kürschner.

Polier (Palier, Polirer), beim Maurer- u. Zim-merhandwerk so v. w. Werkgesell, Obergesell, desMeisters Stellvertreter.

Polignac, altes franz. Geschlecht; leitete seinenNamen von dem Marktfl. Poliguac ab, beherrschteunter dem Vicomtetitel die Landschaft Velay im jetzigenDep. Haute Loire, st. 1421 aus u. hinterließ Namenu. Besitzungen der verwandten Familie Chalcn^on;Liese erhielt 1780 die französische PairSivürde, 1820die Fllrstenwllrde deS Römischen Stuhles und 1838die bayerische Fürstenwürde mit Ausdebnung aufalle Nachkommen. 1) Melchior, geb. 1681, wurdeGeistlicher und zu mehreren Missionen gebrauch:,so 1693 an Johann Sobieski nach Polen, um diesenFürsten von dem Blindniß mit Österreich abznziehen,u. später nach Warschau, um dem Prinzen Conti diepolnische Krone zu verschaffen; da diese Unterhand-lungen jedoch mißglückten, so wurde er 1608 zurück-gerusen u. in seine Abtei Bonport verwiesen. 1710war er bei den Verhandlungen in Gertrnidenberg u.hieraus bei Lein Congresse in Utrecht thätig, wurdeCardinal, dann aber während der Regentschaft desHerzogs von Orleans als Anhänger des alten Hosesin seine Abtei verwiesen, war seit 1725 französischerGesandter in Rom u. kehrte 1732 nach Frankreichzurück, wo er bereits 1726 das ErzbiSthum Auch er-halten hatte, u. st. 3. April 1742. Er ist der Ver-fasser deS Xnti-Imerstüus (eines lateinischen Gedichts,worin er den EpicurcismuS des LucretiuS widerlegt),herausgeg. Par. 1747, 2 Bde., Leipz. 1748; auchdeutsch u. in andere Sprachen übersetzt. Seine reicheSammlung von Antiquitäten ward von Friedrich II.von Preußen angekaust. 2) Uolande MartineGabriele, geb. dePolastron, Herzogin von P., geb.1750; heirathete 1760 den Grasen JuleS von P.,den Enkel des Vor.; durch ihre Liebenswürdigkeitgewann sie die Gunst der Königin Marie Antoinette,u. durch deren Einfluß wurde ihr Gemahl zum ersten.Stallmeister u. 1780 zum Herzog u. die Gräfin selbst1781 zur Gouvernante der königlichen Prinzen undPrinzessinnen ernannt; indeß mußte sie dem Neideder Hofgesellschaft 1789 weichenn. lebte nun crstin derSchweiz, dann in Wien, wo sie 9. Der. 1793 starb.Außer den drei Folgenden hatte sic noch einen Sohn,welcher Mönch wurde, u. eine Tochter, die Herzoginvon Guiche, mit welcher der Herzog Jules nach demTode seiner Gemahlin nach Rußland ging; er erhieltnach derRestauration der Bourbons diePairswürde,»lieb aber in Rußland n. st. dort 21. Sept. 1817.

Poligny.

3) Armand, Herzog von, Sohn der Vor., ged.17. Jan. 1771 in Paris, lebte nach der Emigrationlängere Zeit in Rußland, nahm dann mit seinemBruder au Cadoudals und Pichegrus Verschwörunggegen Bonaparte theil u. wurde 1804 verhaftet, aber1814 beim Einrücken der Verbündeten in Frankreichfrei. 1815 trat er in die Deputirtenkammer, wurdeAdjutant des Grafen von Artois u. nach dem Lodeseines Vaters (1817) Herzog von P. und Pair vonFrankreich. 1825 wurde er erster StallmeisterKarls X. n. ging mit diesem 1830 nach England u.1832 nach Prag. Er lebte abwechselnd dort und aufseinen bayerischen Gütern. 1838 erhielt er den bayeri-schen Fürstenstand u. st. 2. März 1847. 4) Jules,Fürst von, Bruder LeS Vor., geb. 14. Mai 1780in Versailles, emigrirte 1790, u. in Rastadt ließ seinVater ihn u. seine Brüder auf ein Crucifix schwören,stets die Revoüttion zu bekämpfen. Mit seinem Bru-derArmand nahm er 1804 an Cadoudals Verschwör-ung theil, Armand wurde zum Tode verurtheilt, aberJules bot sein Leben für Las seines Bruders, welcherFamilienvater war. Die brüderlicheLiebe interessirtedie Kaiserin Josephine für ihn, u. beide Brüder wur-den begnadigt, aber bis 1814 gefangen; 1814 mitseinem Bruder frei, ging er nach Vesoul zum Grafenvon Artois (Karl X.), welcher ihn mit Vollmachtennach Paris voraussandte. 1815 zog er mit demKönig nach Gent, kehrte mit ihm zurück, ward zumDepntirten ernannt, zeigte sich 1816 als Gegnerder Charte, wurde Pair n. war Mitglied des Kriegs-gerichts, welches Lallemand verurtheilte; 1820 erhobihn der Papst in den römischen Fürstenstand, 1823ging er als Gesandter nach Engjand, wo er sich nachCannings Tode an Wellington u. dessen System an-schloß, u. zum Theil durch den Einfluß dieses wurdeihm 8. Ang. 1829 die Bildung eines Ministeriumsganz im Sinne der Ultras übertragen, dessen Prä-sident er seit Nov. 1829 war. Aber durch seine Maß-regeln stürzte er Frankreich in eine neue Revolutionu. brachte das Hans der Bourbonen um den Thron.Während der Julirevolution hielt er sich noch beimKönig, glaubte sich aber bald nicht mehr sicher u. wolltenach England. Jedochinder Normandie bei Granvillewurde er verhaftet u. nach Vincennes gebracht, dannmilden anderen nichtgeflüchtetenMinisternPeyronnet,Chanlelauze u. Guernon de Ranville, vor das PairS-gericht gestellt u. Ende Dec. zum bürgerlichen Tode,Verlust seiner Stellen u. Titel u. ewigem Gefängnißverurtheilt. Er wurde nach Ham gebracht, wo er bis1838 blieb. Vom König LoniS Philipp amnestirt,lebte er seitdem in England und in München. 1843ging er in Familienangelegenheiten nach Paris,mußte aber binnen 24 Stunden die Stadt verlassen.Er st. 29. März 1847 in England. Während seinerHaftschriebP.: Gonsicksrscklons polibiguss ota., Par.1832. 5) Fürst Armand, Herzog von, Sohndes Vor. u. derBarb. Campbell, geb. 12. Ang. 1817,stand in bayer. Militärdiensten, folgte seinem Vater1847 als Haupt der Familie, lebt jetzt in Paris, vag-».«

Polignano (P. a Mare), Stadt in der italien.Provinz Bari, auf einem grottenrcichen Felsen, amAdriatischen Meere, Station der Italien. Südbahn;Obstbau, Fischfang, Seeyandel; 8564 Ew.

Poligny, Stadt u. Hauptort in dem 7 Cantonc u.152Gem. mit 1877: 65,901 Ew.umfassenden, gleich-namigen Arr. des franz. Dep. Jura, an der Glan»

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