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Polen (Gesch.).
Plater zog ins Feld. Die Insurgenten stritten mitwechselndem Erfolge. Indessen ergriff man russischerSeils die kräftigsten Maßregeln, um die Jnsnrrec-tion zu unterdrücken. Rojsienie wurde Mitte Maibeseht, die provisorische Regierung der Insurgentenfluchtete ans polnisches Gebiet, wo sie sich zerstreute,und der Ausrnhr schien Milte Mai ganz nuterdrttcktzu sein. In Vothynien, das Dwernicki mit 5000 M.zu insurgiren übernommen, fand der Ansstand nurganz geringen Anktang, n. 27. April von Rüdigeru.Roth auf dcrHöhe von LinlceWielki angegrifsen,wurde er auf österr. Gebiet hinübergedrängt. llioch4000 M. stark, wurden die Polen hier 1. Mai ent-waffnet u. nach Steiermark abzeführt. General Sie-rawski, der im Lublinschen operirte, hatte durch dieGenerale Krentz u. Dellinghansen die Niederlagenvon Wronow u. Kazimierz 17. u. 18. April erlittenu. wurde abgesetzi: seine Mißerfolge harten Dwer-uickisOperationen geschadet. In SPodolicn hat-ten Adel u.' Geistlichkeit bereits 2o. April in Olgo-pol eine provisorische Regierung unter Gras J.So-banski n. W. Rzcwnski eingesetzt; aber die Bauernblieben, obschon man ihnen Befreiung von derLeibeigenschaft versprochen hatte, neutral. Fast ganzunthätig blieb die Ukraine. Hier wollte GrafVin--cenz Tyszkiewicz den Ausstand organisiren, 10. Aprilwurde in einer Versammlung zn Glipomiec beschlos-sen, LenÄnfstand durch eine Überraschung derKreis-siädte zu beginnen n. quer von der galizischen Grenzebis an den Dnjesir den Anfallg zur Jnjnrrection zumachen. General Rorh zerstreute aber 1t. Mai die ausSOOOM. Reitern bestehenden u. 5 Kanonen führen-den Insurgenten bei Laschow unweit Gaißin. In-dessen >oar der Aufstand in WPodolien wiederausgebrochen. Nagorniczewski nahm 2t. Lsiai Bar,wo er in die Stadtbllcher einen Protest gegen dieVereinigung PodolienS, Bolhyniens u. der Ukrainemit Rußland einschreiben ließ. Alsdann verließ erBar wieder, La beträchtliche russische Streitkräste sichzeigten, n. flüchtete 20. Mai bei Satanow mit 700M. auf österreichisches Gebiet. CapilänRozycki sam-mette im Zylomirer Kreise in Volhynien Jnsnrgen-ren u. schlich sich mit ihnen durch die Corps vonRü-Liger und Kreutz nach Zamosk, Ende Mai. MobileColonnen der Russen suchten nun die in den volhy-Nischen u. podolischcnWätdem zersprengten Reste derPolen auf n. stellten dieRnhe wieder her. Jinr wennLitauen zu einer organisirtenRevolution kam, warein glücklicher Ansgang des polnischen Aufstandesmöglich n. Skrzynecki beschloß nach dem AusgangeDwernickis die litauische Jnsurrection zu fördern.Zuvor organisirte er die Armee neu: 08,000 i>R. In-fanterie, 13,500M. Cavalerie u. 145 Kanonen, so-wie 5000 M. Freischärler brachte er zusammen.Uminski blieb mit 16,000 M. u. 20 Kanonen Die-bitsch gegenüber. Am 14. Mai ging Skrzynecki mit40,000 M. u. 100Kanonen über den Rarem. NachkleinerenGesechlen sah Dicbitsch, daß ihm nicht mehrdie polnische Hauptmacht, sondern nur Uminski ge-genüberstehc; schnell zog er einige Corps an sich n.folgte dem Gros der Polen. Am 26. Mai drängteDiebitsch die Arrieregarde des Generals Lnbienskivor Ostrolcnka zurück n. nahm die in Brand ge-steckte Stadt. Hier kam es 20. Mai zur Schlacht, inder sich die Polen wie Berzweifclre wehrten, aberohne ein entscheidendes Resultat zu erlangen. Mit
einem Verluste von 0—8000 M. gegen 8—10,Oggauf russischer Seite traten sie den Rückzug ans Pul-tnsk an, während die Division Gielgud nach Litauengesendet wurde, um dieses zu insurgiren, Uminskiaber wegen seiner lässigen Verfolgung der Russenseines Commaudos schon 23. Mai enthoben wordenwar. Das poln. Heer ging von Pnltusk über den^ug nach Praga, Diebitsch nach Pnltusk, u. trat nun
^eine mehrwöchentlicheWafscnrnhe ein. Währenddemi war die Cholera in dem rnss. Heere anszebrochen! neben vielen Opfern erlagen ihr Feldmarschall Die!bitsch 10. Juni in Kieczewo bei Pnltusk u. 27. Junider Großfürst Constanlin in Wiiebsk. An DiebitschzStelle übernahm General Toll interimistisch das Com-
manLo, später erhielt es Feldmarschall Paskewitsch.
General Skrzynecki brach 14. Juni mit der bei^ Warschau versammelten Hanptarmee gegen Siedlers vor, um den nach Litauen ziehenden General KreutzIn ereilen; doch entging ihm dieser. Den GeneralRüdiger griffen Jankowski, Ramorino n. Bukowskian, aber bei Bndzize zog er sich 1». Juni durcheinen raschen Angriff ans den General Tnrno ausder Schlinge. Skrzynecki war ans falsche NachrichtenÜsin 19. Juni nach Warschau gezogen; hier kam auchJankowski 23. Juni an, wurde aber verhaftet. DerIdee geiren, immer die russische Flanke, Litauen u.l Bolhynien, zu beschäftigen n. sich im Centrum mehr! aus die Defensive zu beschränken, Halle Skrzyneckiden General Chlapowski mir 500 M. Cavalerie, 100M. Jägern zu Fuß, 2 Geschützen u. 100 Jnstrncto-wen nach Litauen entsandt. Chlapowski drang IS.i Mai dort ein, hatte kleine Erfolge u. kam 6. Juniin Gabrielow an, wo ihm Fürst Gab.Oginski KM!Insurgenten und 100 Wilnaer Studenten zusührte.
! Unterdessen war General Gielgud mit 12,500 M.,
? wobei auch das DcmbinskischeCorps, 29.Mai eben-falls nach Litauen gelaugt n. warf Len General ZackenUnit einigen 100M. Verlust beiRaygrod. Bald dar-auf vereinigten sich Gielgud u. Chlapowski, mußte»aber erkennen, daß die Zeit zu einer Jnsurgirung. Litauens versäumt war; anßerStndenten vonWilnafanden sich wenig Insurgenten ein; die russischeStrenge u. später die Amnestie hatten guteWirknnzgehabt; selbst die Errichtung einer litauischen Cen-tralregierung, an deren Spitze der Castellan Thskie-wicz als Präsident, Oginski als Vizepräsident stan-den, nützte nichts. Gielgud ging mit 10,000 M. n.29Kanonen gegenWilna, um dies zu nehmen. Hier ,standen 9000 Russen unter Fürst Chilkow, GeneralSacken und General Malinowski. Durch Gielgud; ^plötzliches Zögern, Wilna anzugrcifen, kam Dem- !l binski, der nördl. gegen Wilna operiren wollte, 17 f^Jnni bci Kalwaria in große Gefahr, rettete indessen ^sein Corps durch einen raschen Rückzug nach Pom- -Poti. Nun grissGiclgnd 18.Juni 18,OOOM. Russellnnter Knrnta an, wurde aber mit großem Verluste zn< -
rückgeschlagcuu.vonLemdarailfangekommenent.Jn- f
fantcriecorps unter Tolstoy lebhast verfolgt, gelangte .jedoch glücklich nach Kieidani. Diese Unfälle wirkt!» -lauf die poln.Insurgenten sehr ungünstig; mitjedem! Tage wuchs die Unordnung n. artete in eine gänz-liche Dissolntion des Heeres ans; dabei begann diel ivinnition zu mangeln. Der Chef des Generalstabes,
! Valentin d'Hantevillc, gab sich darum den Tod und ,,Chlapowski wurde nun der eigentliche Führer Am! 13.JunibeiSchawlegeworfen, wurde er von Sacken