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Polen
geschlossen, um Livland wieder zu gewinnen, derReichstag versagte ihm aber allen Beistand u. Kö-nig Karl XII. von Schweden zwang den König vonDänemark schnell zum Frieden von Travendal (18.Äug. 1700), besiegte den Zaren Peter denGroßen beiNarwa n. schlug die Sachsen bei Klissow (19. Juli1702) u. Pultusk (1. Mai 1703), eroberte Warschauund ließ nun durch einen poln. Reichstag 14. Febr.1704 den Thron fstr erledigt erklären, worauf 12.Juli Stanislaw Lcszczyuski, Wojwode von Po-sen, zumKönig vonP. erwählt wurde. Zwar suchtedie Consöderation zu Sandomir die Absetzung Au-gusts zu hindern, aber Karl XII. trieb August nachSachsen und zwang ihn 1706 in dem Frieden zuAltranstädt der poln. Krone zu entsagen n. Stani-slaw Leszczynski als König von P. anzuerkenuen.Aber nach der Vernichtung des schweb. Heeres beiPoltawa 1709 kehrte August nach P. zurück undStanislaw entfloh. August II. verband sich nun wie-der mit Peter dem Großen gegen Schweden u. sührteden Krieg bis zum Waffenstillstand von 1719, wel-cher 1732 in einen Frieden verwandelt wurde. DerAdel fuhr indessen in seinem Widerstande fort undgegen die sächsischen Truppen kam es zu einer Con-södsration in Tarnogrod unter Ledvchowski: 3. Nov.1716 verließen infolge des Warschauer Vertragesdie sächsischen TruppenP. Das Hauptbestreben Augnsts II., die königliche Macht zu erweitern und dieKrone gegen Abtretung eines Theiles von P. anRußland erblich an sein Hans zu bringen, glückteihm aber nicht. Die Reichstage erfüllte stets solcherHader, daß der von 1717 zum Unterschiede derstumme genannt wurde. Die Dissidenten im Landeließ der König durch die von ihm begünstigten Je-suitenverfolgen, sie wurden seit 1717 inihrenRech-ten sehr beschränkt, 7. Dec. 1724 das Blutgcricht inThorn über sie verhängt u. sie aus den Reichstagen1733 u. 1736 von allen öffentlichen Ämtern u. vonder Wählbarkeit zu Landboten ausgeschlossen. DesKönigs Verschwendungssucht riß die Polen mit sichund beschleunigte den Untergang P-s. August II.st. 1. Febr. 1733 in Warschau. Jetzt erhob Stani-slaw Leszczpnski, von Frankreich unterstützt, aber-mals Anspruch aus den polnischen Thron, aberdurch Oesterreichs und dann Rußlands Einfluß,welches eine Armee in P. eiurücken ließ, wurde Au-gust III., Augusts II. Sohn und Nachfolger inSachsen, am 3. Oktober 1733 zum König gewählt,aber erst 1736 im Warschauer Friedenskongreßallgemein anerkannt. Unter ihm stieg die Verwirr-ung aufs Höchste; der Adel, in Factionen getheilt,ließ sich nur vom Egoismus leiten u. trat bald heim-lich bald offen mit dem Auslande in Verbindung;auch wirkten die Schlesischen Kriege, obwol P. nichtunmittelbar an denselben betheiligt war, höchst nach-theilig auf das Reich, da Rußland wie Preuße», dasRecht der Neutralität nicht achtend, ohne Anfrage dieProvinzen durchzogen u. selbst brandschatzten. Zu-dem brachte der Anfall Schlesiens an Preußen dieDissidenten Groß-P-s auch mit letzterer Macht innähere Berührung, ans welcher sich bald ein völligesSchntzverhältniß entwickelte. 1756—1763 lebte derKönig inP., da die Preußen Sachsen besetzt hatten,ohne aber in irgend einer Weise etwas an der Lagedes Landes bessern zu können , wenn er selbst auchden Willen dazu gehabt hätte. August starb kurz
(Gesch.).
nach der Rückkehr in seine Erblande, 5. Oct. 1763.Drei Parteien standen sich jetzt gegenüber: die Rus-sich-Prenßische, die Sächsische u. die des Großfeld-herrn Branicki. Die Gesandten Rußlands n. Preu-ßens erklärten jede Verfassungsänderung unzulässigu. der russische Gesandte Keyserling! sagte kurzweg,daß alle anderen Bestrebungen unnütz, da StanislawPoniatowski (Neffe Czartoryskis und Günstling derKaiserin Katharina II.) zum Könige bestimmt sei.Die Sächsische Partei, au deren Spitze Fürst Radzi-will stand, zählte viele Anhänger u. verstärkte, nach-dem der junge Kurfürst Friedrich Christian v. Sach-sen, ihr Throncandidat, 17. Dec. 1763 gestorben,durch ihren Übertritt zur Partei Branicki diese bedeu-tend, verschaffte ihr sogar einen Augenblick das Über-gewicht. Judeß näherten sich 40,000 Preußen derGrenze P-s, die Russen rückten in Warschau ein u.so wurde Stanislaw II. August Poniatowski,außerdem noch von den Czartoryskis unterstützt, 7.September 1764 zum König erwählt. Die besieg-tenParteien versuchten zwar Widerstand, aber um-sonst, sie mußten der Macht Rußlands weichen. ImAnfang beherrschten ihn seine Oheime, die Czarto-ryskis, ganz. Sie wollten Rußland ».Preußen durchZuvorkommenheit hintergehen,deshalb denDissiden-ten auf dem Reichstage von 1764 zu ihren von beidenStaaten geforderten Rechten verhelfen, die Anar-chie unterdrücken, die Constitution befestigen u. ver-bessern. Aber Friedrich II. u. Katharina II. sahenmit Mißfallen diese Fortschritte u. bes. Letztere be-nutzte die wieder beginnende Verfolgung der Dissi-denten , nahm sich derselben entschiedener als früheran und widersetzte sich zugleich der Abschaffung deslübsrnm voto, sowie überhaupt den Maßregeln deroffen ihr Haupt erhebenden Partei der Czartoryskis.Friedrich II., verletzt durch denPlan desKönigs, sichmit einer Erzherzogin von Österreich zu vermählen,drohte 12,000MauninP.einrllckenzulassen, währenddie Kaiserin Katharina wirklich neue 40,000 MannRussen inP. einrückenn. unter ihrem Schutz cineLi-tauische Consöderation, Fürst Karl Radziwill anderSpitze, 15. Mai zu Radom bilden ließ. Stach u. nachgab es 178 Consöderationen. Eine Protestant. Con-föderatiou unter dem Starosten Golz entstand , ge-schützt von 2000 Mann Russen, zu Thorn; sie, wiedie zu Radom beabsichtigten, den König mit Hilfeder Russen zu entthronen, Gleiches der Kronreferen-där Potocki, des Königs Feind, später nach Lnbins-kis Tode Primas von P. Da schloß sich endlich derschwache König, dem Willen Katharinens hinsichtlichder Dissidenten nachgebend, 5. Oct. 1767 der Li-tauischen Consöderation an u. erhob dieselbe so zueiner Gencralconföderation, wohnte dem von ihrbernfenenReichstage bei, während Fürst Repnin, derallmächtige Gesandte Rußlands, dieGürcr derWider-spenstigcn einzichen n. sie selbst nach Sibirien bringenließ. Der Reichstag wurde in einen Ausschuß von16Deputirtcn verwandelt und 5. Mai 1768 wie-dergeschlossen; das neue Staatsgrundgesetz garan-tirten Rußland u. Preußen 24.Feb. 1768. DieDis-sidenten hatten ihre früheren Rechte durch die Tole-ranzacte vom 1. Dec. 1767 größtentheils wieder er-halten, das abgeschaffte Istbsrum vsbo war wiederhergestellt u. P. ward durch den sog. Freundschafts-traclat vom 28 Febr. 1768, völlig unter RußlandsVormundschaft gestellt. Dagegen bildeten nun sogleich