502
Polen !
Franz Potocki u. deffenpolitischeFreunde, von Oester-reich,Frankreich u.LerTürkei bearbeitet, die Consöde-ration von Bar, u. ähnliche Conföderationen wurdenzuLublin.Halicz u.Krakau geschlossen, sämmtlich ge-gen Len russischen Einfluß u. die neue Constitution.Die Conföderation zu Bar wuchs an u. sollte tür-kische Hilfe erhalten; nun ließRcpnin 12,000 Russenin die Ukraine entrücken, welche die Conföderirtenüberraschten n. Benjowski mit mehreren Offizierennach Sibirien schickten. Obgleich überall neue Con-födcrationenentstanden, so konnten sich die P. im Feldenicht halten; Bar, Berdyczew n.19. Aug.1768Kra-kau gingen verloren. Die auf die Kriegserklärung derTürkei an Rußland 4. ,Oct. 1768 so wie ans die geheimeUnterstützung durch Österreich u. Frankreich sich sin-tzende Hoffnung der Conföderirten erfüllte sich nicht:die Russen drangen unter Repnins Nachfolger imOberbefehle, Wolkonski, immer weiter in der Moldauvor u. nahmen in P. nach u. nach fast alle Festungen.Dagegen durchzogen die Conföderirten als Partei-gänger das ganze platte Land u. überrumpelten fastWarschau in der Nacht vom 12. aus den IN. Fcbr.1770, Kasimir Pnlawski eilte nach dem Verlust vonCzenstochau nach Litauen, um dort das Land zu iusur-giren. Als aber alle Mittel, den König zu sich her-überzuzichen, scheiterten, erklärte die ConföderationS. April 1770 den Thron für erledigt. Mittlerweilehatte sich aus den Gemäßigten jeder Partei in War-schau unter Oginiki ein patriotischer Verein gebildet,welcher die Parteien zu versöhnen strcbie. Diesenzerstörte der rohe Saldern Wolkonskis Nachfolger,verfuhr mitübermuth gegenden König, mit Strengegegen die Polen«. verfnchlcihrcnConsödcrationSrathzu Biala bei Krakau anjheben zu lassen. Ein Ver-such einiger Mitglieder derselben, den König Stani-slaw August aus dem von den Russen verlassenenWarschau zu entführen u. in dis Hände Kasimir Pu-lawskis zu liefern, am Abend des 3. Nov.1771 schei-terte, ward von dem royalist. Europa, welches denVersuch als ein Attentat aus das Leben des Königsbetrachtete, allgemein gemißbilligt und schadete denConföderirten sehr; 1772 ward Krakau den Russenentrissen, jedoch bald wieder von ihnen genommen,worauf sich die Conföderirten, nachdem sie auch nochCzenstochau, Landskron u. Tyrmel verloren hatten,zerstreuten.
Jndeß hatte das Österr. Cabinet es an der Zeitgefunden, die 1412 von Ungarn an P. verpfändetenZipser Städte als Österr. Gebiete znrllckznfordern,Juli 1770, u. sofort ergriffen Preußen, das sich in-zwischen wieder Österreich genähert, und Rußlanddiese Forderung als willkommenen Vorwand, dielängst beabsichtigte u. von Friedrich II. mit beson-derer Lebhaftigkeit betriebene Thcilnng P-s endlichvorzunehmen. Am 5. Febr. 1772 schlossen Rußlandund Preußen den ersten Theilungsvertrag, dem 4.März Oesterreich beitrat, worauf 5. August 1772zu Petersburg der Definitivvertrag von den dreiMächten geschlossenwurde. Am13.Jan. 1773wurdedie Theilung durch ein Manifest bekannt gemacht.Rußland erhielt die Wojwodschaften Witebsk u. Mie-cislaw, die halbe Wojwodschaft Polock, einige Land-schaften längs des Dnjepr, etwa 2200 HfM mit I V-Mill. Ew.; Österreichdas eigentliche Roth-Nußland,Stücke von Podolien u. von Klein-P. mit denSalz-rverken vonBochnia, 15—1600HM mit 2V- Mill.
(Gesch.).
Einw.; Preußen die Wojwodschaften Marienburg,Pommerellen, Kulm und Ermland, 631 mit900,000 Ew. P. blieben nur 10,000 HjM mit 8Mill. Ew. Diese Brandschatzung P-s erkannte derwiederversammelte Reichstag 18. Sept. 1773 an.Jetzt, da der Zweck erreicht war, gedachten wederRußland noch Preußen der Dissidenten mehr u. derReichstag schaltete nach Willkür mit ihnen; das ver-Verbliche lübsrum vsto blieb in Kraft. Die neue,den König ganz einengende Verfassung garantirieRußland, ebenso mit Preußen u. Österreich die In-tegrität P-s. Zugleich wurde die Krouarmce auf16,000Mann,das königl.Einkommen auf 1,266,000Thlr. festgesetzt u. ein beständiger Ncichsrath, aus40 Personen bestehend, errichtet und in 4 Geschäfts-kreise gethcilt; derselbe war ein Instrument Ruß-landS u. den Patrioten tödtlich verhaßt.
P. war nur noch ein Staat zweiten Ranges, aberEinigkeit u. Anschluß an irgend eine Macht konntenes wol erhalten. Die poln. Großen, namentlich dieCzartorpski, begriffen dies u. besonders schien Preu-ßen jenen Schutz übernehmen zu wollen. Bei Ge-legenheit einer Polen von Rußland und Österreich1788 angcbotencn Allianz gegen die Türkei bol derKönig von Preußen, welcher sich vor Kurzem mitEngland ».Holland zur Erhaltung der Unabhängig-keit P-s verbunden Halle und jetzt die Pläne Katha-rinens II. auf jede Weise zu vereiteln suchte, seineAllianz der Republik an. welche bereits eine solchemit Rußland abgelehnt hatte, u. ließ 30,000 Mannan die poln. Grenze rücken, verlangte aber fortwäh-rend Danzig u. Thor». Begierig ergriffen die Po-len die Aussicht auf Hilfe. Am 3.Nov. 1788 wurdedurch Leu Reichstag die Vermehrung der Kronarmeeauf 100,000 Manu beschlossen (Finanzrücksichteiiließen diese Zahl später auf 65,OOOMannfeststellen)u. der beständige Reichsrath 19. Jan. 1789 aufge-hoben. Rußland erklärte diese Abänderung der Ver-fassung als einen Bruch der früheren Verträge,Preußen aber verhieß seine Unterstützung. Hierdurchermnthigt, verfolgte der Reichstag seine Pläne we-gen einer neuen Constitution. Ein Offensiv- u. De-sensivbündniß mit der Pforte wurde 30 . März 1790,ein Handels- u. Defensivtractat mit Preußen 5. April1790 geschlossen u. Alles mar im guten GaiiAe: datrat plötzlich König Stanislaw Poniatowski m derNacht vom 2. auf den 3. Mai 1791 in dem Reichs-tage auf die Partei der Patrioten über, genehmigtedie vom Reichstage entworfene liberaleConstitution,u. 3. Mai wurde diese beschworen. Dieselbe stellteeine regelmäßige Negicrungsform fest. Das I-ibe-rum vota wurde, sowie die Conföderationen, ausimmer abgeschafst, der Thron für erblich erklärt unddem Kurhanse Sachsen bestimmt. Die GesetzgebendeGewalt kam denLandbotcn u. dem Senat, letzteremunter Vorsitz des Königs, zugleichzu, der Könighatte die Executivgewalt u. den Oberbefehl über dieArmee, ihm waren verantwortliche Minister beige-gebeu; die Deputirteu wurden auf zwei Jahre ge-wählt; der Burgerstand erhielt wesentliche Rechte, dieBauern namhafte Erleichterungen; die KatholischeReligion war die herrschende, doch war den Dissiden-ten freieRcligionsübnng gestattet. Diese Constitutionerhielt dieBilligung von fast ganzP. u. der erleuch-tetsten Köpfe Europas. Gegen Rußland war sie sogut wie eine Kriegserklärung. Die russ. Partei, des.
!
in
Z
E
st
E