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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Polen

hielt seit 14^-4 Districtslaudtage, auf welchen Vorbe-sprechungen zum Reichstage gehalten wurden, wo-durch sich Parteien bildeten; nach dem Rcichstagsbe-schluß zuWilna 1430 durste keinAdcligerwegen einesVerbrechens außer aus frischer Thar od. nach Über-führung festgenommen werden; durch denzndlieszawa1454 erhielt derAdel das Recht, über Krieg u.F-rie-den zu beschließen, nur aus dem einheimischen Adeldurfte der König Erzbischöfe, Bischöfe, Wojwodcn,Castellane u. Minister ernennen >>.. diese bildeten aufdem Reichstag die Kammer der Senatoren (Senat)als ersten Reichsstand; seit 1468 erfolgte die Sitte,Laß jeder District zwei Landboten zum Reichstagesendete, welche nach der erhaltenen Instruction stimm-ten; u. seit König Alexander hatte der Reichstag dasMiinzrecht, das Recht der Promulgation der Gesetzeu. der Oberaufsicht über die Gerichtshöfe.

Nach dem Erlöschen der Dynastie der Jagellonenwurde P. ein Wahlreich u. ein Tummelplatz derAristokratie; der gewählte König hatte die Wahl-capitulation(?aetaevnvsnba)zu beschworen, welcheseine Macht sehr beschränkte. Nach Sigismund Au-gustsTode traten derKönig Johann von Schweden,der Zar Iwan Wassiljcwitjch von Rußland, der Erz-herzog Ernst von Oesterreich n. der Herzog Heinrichvon Anjou als Bewerber um die polnische Kroneauf. Nach fast einjähriger Berhandlung wurde durchdie Gewandtheit und das Geld des französi'chen Ge-sandten Momlouc 1573 Heinrich von Anjouzum König gewählt und, nachdem er die Wahlcapi-talation beschworen hatte, 1574 gekrönt. Bald aberwar ihm P. und er den Polen verhaßt, und als derTod seines Bruders Karl IX. ihn aus Len Thronvon Frankreich rief, so entfloh er nach Paris Juni1574. Da er nicht znrückkam, schritten die Stände1575 zur neuen Königswahl. Eine Partei unterdem Primas Uchanski wählte den Kaiser Maximi-lian II., die andere unter dem Kronhetman JohannZamotski Stephan Bathori, Wojwodcn vonSiebenbürgen, mit der Bedingung, daß er Anna,Schwester Sigismunds II. August, heiralhe. Ste-phan mußte noch den Frieden von Marienburg 1577erzwingen, wo erst alle Magnaten u. Preußen nebstDanzig sich ihm unterwarfen, ehe er von der Kronewirklich Besitz nehmen konnte. Der Adel entwandihm fast alle Justizmacht außer dem Rechte derGnade. Die Tataren brachte der König durchZahl-ung des Tributs zur Ruhe, gegen Russen u. Türkenorganisirte er die Kosaken der Ukraine unter einemHetmau; auch tüchtige polnische Truppen rief er insLeben. Er führte einensiegreichcnKrieggegenRuß-land, in welchem er 1579 Polock eroberte und es1582 im Frieden sammt der Landschaft behielt; auchLivland mit Riza nölhigte er zur Ünterwcrfung;darauf begann er die Rechte der Krone wieder her-zustellen, wollte den Adel beugen u. eine echte Mo-narchie inP. gründen, starb aber bereits 1586. ImI. 1579 hatte er die Universität Wilna gestiftet u.de» Jesuiten übergeben. Nun bildeten sich zwei Par-teien, welche sich über die Wahl des neuen Königsmit den Massen bekämpften; die ZamorskischeParteiwollte den Prinzen Sigismund von Schweden, denSohn des Königs Johann III. von einer jüngerenTochter Sigismunds I.; die Zborowskische dagegenden Erzherzog Maximilian von Österreich n. brachtesür denselben20,000 Äi. zusammen. Zamolski schlug

(Gesch.).

diese aber bei Pitschen, zwang den gefangenen Erz-herzog 1588 zur Ablehnung ».Sigismund III.wnrdeKöuig. Er zuerst nahm dicResidenz inWar-schau. Er war ein schwacher Mann u. entfernte allewürdigen Männer, so auch Zamolski. DieüberRuß-land erfochtenen Vortheile und Lessen Berfall wußteer nicht zu verwerthen. Von Jesuiten umgeben,verfolgte er die Protestanten. 1592 erbte er dieschwedische Krone u. ging im Herbst 1593 mit Ge-nehmigung des Reichstages zur Krönung dahin.Nach P. znrückgekehrt, führte er deutsche Sitten beiHofe ein. 1598 suchte er in Schweden die Regierungseinem Oheim, Karl von Südermanland, zu ent-reißen, richtete aber nichts ans u. verwickelte P. ineinen unglücklichenKrieg mit Schweden, als er Ehst-land zu P. schlug. Von seiner Uutüchtigkeit über-zeugt, bestieg nun sein Oheim als Karl IX. 1604den Thron von Schweden. 1606 bildete gegen Si-gismund III. der beleidigte polnischeAdel eineCon-föderation. Es kam zur Schlacht bei Radom 1607und nur die Tapferkeit des Feldherrn ChoLkiewiczrettete dem König die Krone. In Livland machtenindessen dieSchweden große Eroberungen, bis 1609P. mit ihnen Waffenstillstand schloß. 1609 wurde Si-gismund, indem er den falschen Demetrius bei seinerThronprätension in Rußland unterstützte, in einenKrieg mit den, Zaren verwickelt: der KronhetmanZolkiewski drang siegreich inRußland vor, schlug diezarischen Heere 1610 bei Kluschiuo u. eroberte Mos-kau; eine russische Partei bot jetzt Rußlands KroneSigismunds Sohn Wladislaw an, doch wollte Sigis-mund selbst sic besitzen; als die Polen zu ungebundenin Moskau hausten, verjagten die Russen sie. DiePolen eroberten zwar endlich Smolensk, doch muß-ten ste die Eroberung Rußlands anfgeben, bes. dader über diesen Krieg unzufriedene Reichstag diefernere Geldhilfe verweigerte, die Moldau sich 1609empört u. losgerissen, Siebenbürgen gerüstet hatten. die Tataren Podolien verheerten. Prinz Wladi-slaw setzte indessen nicht ohne Glück den Krieg gegenRußland fort n. erkämpfte die Provinzen Tscherni-gow, Severien.Smolensk, die in dem Waffenstill-stände an der DewulinaDec. 1618 an P. abgetretenwurden. Sinn wurde der Krieg gegen die Schweden,doch ohne Glück, fortgesetzt. 1620 ging Riga ver-loren; 1619 die Moldau an die Türken. Dann er-litt ein poln. Heer am Kobiltaflusse 1620 eine Nie-derlage durch die Tataren, wobei Zolkiewski fiel;auch die Pforte erklärte 1621 denKrieg, wurde aberdurch Chodkiewicz nach der Belagerung von Choczimzum Frieden gezwungen; die Türkei hatte von nunan das Ernennungscecht der Moldauer Fürsten underhielt Choczim. Seit 1621 führten die SchwedenLen Krieg in P. wieder mit Energie und Glück; siceroberten Livland, Kurland, Litauen u. Polnisch-Prenßen, nur Stanislaus Koniecpolski hielt sie vomweiteren Vordringen ab; 1628 ging SigismundsFlotte zu Grunde. Endlich wurde durch französischeVermittelung 20. Sept. 1629 ein Waffenstillstand inStuhm auf sechs Jahre geschlossen, durch welchenSchweden im Besitz seiner Eroberungen blieb u. nureinen Thcil von Livland n. einige Städte in Preu-ßen zu,ückgab. Sigismund III. st. 30. April 1632n. sein SohnWladislawIV. folgte. Er hatte mitden Türken u. Len Russen zu kämpfen; letztere unterSchein belagerten Smolensk, aberWladislaw zwang

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