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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Polen (Gesch.).

riger Sohn aus vierter Ehe mit Sophie von Kiewfolgte ihm, konnte aber nur durch den Bischof vonKrakau, Zbygniew, dieAnerkenunngunterVormund-schaft seiner Mutter erhalle». Am 25. Juli 1434wurde er gekrönt. Parteien zerrütteten P.; KaiserSigismund wühlte gegen Wladislaw, der DeutscheOrden und der besiegte Großfürst Swidrigiello vonLitauen drohten init Krieg, aber der Großfürst Si-gismund von Litauen schlug das Ordensheer undSwidrigiello 1433 in Samogitieu und Litauen völligu. durch den Frieden zu Brzcsk 31. Dec. 1435 wurdeder Hochmeister zu einem gewählten Territorialfür-sten herabgedrückt u. von der Intervention in P. u.Litauen ausgeschlossen. 1437 dachte man auch inBöhmen an Wladislaw als König, doch durch denEinfall der Tataren in Podolien 1438 wurde derPlanvereitelt. JmDec. 1438wurdeWladislaw majo-renn u. Febr. 1440 zum König von Ungarn gewählt,ein bedeutender Erfolg der dynastischen Politik derJagellouen. Zur Annahme der Wahl drängle bes.der Bischos Zbygniew u. Wladislaw betrat 22. April1440 Ungarn, 17. Juli wurde er gekrönt. In Li-tauen wurde Sigismund 1440 ermordet u. Kasimir,Wladislaws Bruder, Großfürst. In P. herrschteAnarchie u. der Adel überbot die königliche Gewalt.In Ungarn, wo bereits der Bürgerkrieg tobte, brachWladislaw den 1444 aus 10 Jahre beschworenenFrieden mit den Türken nach wenigen Monaten, er-litt jedoch bei Varna lO.Nov. 1144 eine Niederlageund blieb selbst in der Schlacht. Die Polen wähltennun nach zweijähriger Thronvacanz (man glaubtenämlich, Wladislaw lebe noch) 1440 den Großfürstenvon Litauen, KasimirIV.,zumKönig,der25.Jn»i1447 gekrönt wurde. Um Litauen zu befriedigen,gab er demselben 2. Mai 1447 große Privilegien.Wiederholte Einfälle der Tataren wurden zurückge-schlagen. Der Reichstag zu Petrokow 1453 war eineErniedrigung desKöuigthumszuGunstendesdrcisteuAdels. Am 22. Febr. 1457 kaufte der König dasHerzogthum Oswieczim. 1462 verleibte Kasimir Belzu. 1463 Rawa P. ein. Nach langem Kriege mit demDeutschen Orden wurde 1466 im Thorner FriedenKulm u. dieWeichsel bis Elbing (Westpreußcu) au P.abgetreten n. der Hochmeister wurde für Ostpreußenpolnischer Vasall. Das lang ersehnte Ziel der Polen,die Ordensmacht zu brechen u. wieder aus Meer zugrenzen, war damit erreicht. 1468 traten zum erstenMale die Landboteu als Adelsvertreter auf den Reichs-tagen auf. Die ausgesprochene Vorliebe Kasimirs fürLitauen entfremdete ihm P-s Herzen. Wegen derThronabsichten seiner Söhne brauchte er für Kriegeviel Gelder auf, bis 1479 im Olmützcr Friede» seinälterer Sohn Wladislaw Böhmen erhielt, Kasimiraber Ungarn an Matthias Corvinus abtreten mußte.1460 verlorKasimir an Rußland Pskow, 1479Groß-nowgorod, um Lessen Wiedereroberung er noch 1485vergeblich kämpsle. 1489 erfocht er einen großen Siegüber die Tataren. Lisch seinem Tode 1492 wähltendie Polen seinen zweiten Sohn, Johann I. Al-brecht, zum Königsuntcr ihm plünderten die Ta-taren Roth-Rußland u. die Walachen, Türken u. Ta-taren fielen in Klein-P. ein; die Türken brachen 1499abermals in Halicz ein und zwangen den König zueinemBündniß mit ihnen, wodurch er jedoch die Ta-taren gegen sich aufregte. Vergebens suchte er denAdel einzuschränken, mit Kvnrad von Masovien war

er tödtlich verfeindet. 1494 kaufte er das Herzog,thum Zator u. 1495 vereinigte er das HerzogthumPlock mit P. Unter seinem Bruder Alexander,welcher ihm 1501 folgte, währten die inneren Zer-rüttungen fort; Tataren verheerten das Land undder Adel, immer mehr privilegirt, versagte allen Ge-horsam. 1504 entrißer LenMoldauern das erbeutetePokutien. Alexander starb bald nach dem Siege Mi-chael Glinskis 1506 über die Tataren bei Kleck. Si-gismund l. der Alte, jüngerer Bruder des Vor.ein friedliebender tüchtiger Fürst, der wackere Räthezu wählen verstand, wurde von den Polen».Litauernerwählt. Nun erregte Michael Glinski Unruhen, tratin hochverrätherischeu Verkehr mit Rußland, wurdeaber von dem Krougroßfeldherrn JohannFirley ver-trieben u. der Zar, mit Krieg überzogen n.beiOrschabesiegt, mußte um Frieden bitten, behielt aberSmo-leusk. 1509 empörte sich der Hospodar der Moldau,Bogdan, wurde aber 1510 zum Gehorsam gezwun-gen. Mit den Russen, Tataren n. seit 1516 auch denTürken hatte Sigismund viel zu schaffen, sie verheer-icnP.sehr, den Tataren mußte erTribut bewilligen,vou den Türtcn aber erlangte er im Frieden von 1533freie Schifffahrt auf dem Schwarzen Meere, die Sou-vcräuetäl in der Moldau rc. Der Hochmeister desDeutschen Ordens, Albrecht vouBrandenburg, über-zog P. mit Krieg, doch machte er 1525 Friede undnahm Preußen als weltliches Herzogthum von P.zum Lehn. 1526 fiel das Herzogthnm Masoviendurch das Erlöschen desHerzogstammesanP. zurück.Der Adel machte Sigismund viele herbe Stundenu. seine Gattin, Bona Sforza , suchte überall zu in-trigniren. Am 1. April 1548 starb Sigismund I.;er hatte für die Aufnahme des Reiches viel gethan,Ackerbau, Gewerbe, .Künste u. Wissenschaften blühtenunter ihm. Sein Sohn, Sigismund kl. August(August I.), ohne jede politische Erziehung, abergut geartet u. leitbar, schon 1530 vorläufig gekrönt,besiegtc seinezahlrciche» adeligen Gegner. 1551 wurdeder Hospodar der Walachei der Krone P. unterwor-fen. In Livland versagte der Ordensmeister den Ge-horsam, doch wurde er schnell gedemttthigt und alssich der Zar 1558 eines Theils von Livland bemäch-tigte, unterstellte der Ordensmeister GotthardKettler28. Nov. 1561 dieses Land der Krone P. n. wurdeals erblicher Herzog von Sigismund mit Kurland».Semgallcn belehul, 6. Marz 1562. Der Krieg mitRußland währte bis 1567 fort u. auch die Schweden,welche auf Livland Ansprüche machten, wurden dar-ein verwickelt, schlossen aber 1570 Frieden mit P.Unter der Zeit hatte die Kirchcnreformation in P.Eingang gefunden u. sich so sehr verbreitet, daß über

dieHälftedesSenatssogarprotestant.war,u.aufdemReichstage zu Wilna 1563 wurden den Protestantengleiche Rechte mit den Katholiken ertheilt; auch So-cinianer und Unitaricr drangen in P. ein. Jedochhemmte die Einführung der Jesuiten in P. durch denBischof Hosius von Ermland 1564 die Fortschrittedes Protestantismus u. erhielt P. derRLmischenKirche.1569 erfolgte auf dem Reichstage in Lublin endlichdie völlige Vereinigung Litauens mit P. und dieGleichstellung beider Länder. Am 1. Juni 1572 st.Sigismund August, mit ihm erlosch die Dynastieder Jagellouen im Manncsstamme, unter derenHerrschaft P. den höchsten Punkt der Macht und derAdel wesentliche Vorrechte erlangt hatte. Derselbe