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Polen (
bis zum Oberlauf des Styr (Halicz). 1351 wurdeer von den niasovischen Herzogen als Lehnsherr an-erkannt. 1352 eroberte er, mit Hilfe der Ungarn, imKriege mitLitauen dasLemberg-Haliczer Land, ent-sagte 1353 u. 1356 seinen Lehnsansprüchen aufJauernnd Schweidnitz und Kaiser Karl dagegen denen aufMasovien. 1354 wies er die Tataren zurück. MildenDeuischherren stand er stets gespannt. Als Pest undHungersnoth P. trafen, öffnete der hochsinnige Ka-simir seine Borrathshäuser, rief neue Ansiedler bes.Deutsche nach P., förderte Len Ackerbau ».schützte stetsden Landmann gegen die Bedrückungen des Adels(weshalb er der Bauernkönig genannt wurde). DemAdel gestattete er Einfluß aus die öffentlichen Geschäfte,gönnte ihm volle Entfaltung, stellte ihm aber in denausblllhenden Städten ein Gegengewicht hin. Er zogauch die ans anderen Ländern vertriebenen Indennach P., ebenso Armenier u.Saracenen u. bewährteeine seltene Toleranz. 1363 wurde er vom KaiserKarl IV. ».König Ludwig von Ungarn zum Schieds-richter in ihren Streitigkeiten erwählt. 1364 verei-nigte er das Herzogthum Kujavien-Gniewkowo mitP.; 1364 gründete er die Krakauer Universität. 1365wurde er Lehnsherr von Briefen u. Santok an derbrandenburgischen Grenze. 1366 gewann er nachsiegreichem Feldzüge von den Litauern dar ganzevolhynische Gebiet auf beiden Seiten am Oberlaufedes Bug. Dlngosz sagt: Kasimir fand P. von Holzvor u. hinterließ es von Stein. Kasimir st. 5. Nov.1370 und mit ihm erlosch der Mannesstamm derPiasten in P.
Ludwig, Sohn Karls von Anjou u. der Elisabeth,der Schwester KasimirS des Großen, König von Un-garn, folgte ihm. Er wandte seine ThätigkeitinehrUngarn zu, die Regierung von P. überließ er seinerMutter, nur ans Erwerb von Hausmacht sinnend,und hielt sich nur kurze Zeit in Krakau auf, wo er17. Nov. 1370 gekrönt wurde. Überall traten diePolen hintcrdenUngarnznrück. Ludwig zersplittertedas polnische Gebiet durch Schenkungen an seine Ver-wandten und thal den Einfällen der Litauer in denGrenzlanden keinen Einhalt; nur 1376 leitete erbe!überhandnehmender Zerrüttung im Reiche u. wäh-rend der Rebellion Wladiflaws von Knjavien dieRegierung aus kurze Zeit persönlich, führte die rö-mische Hierarchie in P. ein, übergab aber nach Be-siegung Wladiflaws dieHerrschaft sofort seinerMutterwieder, die 1377 einein Aufruhr weichen mußte.Ludwig dämpfte den Aufruhr, besiegte die gleichfallseingefallenen Litauer, suchte Halicz, Wladimir unddie russischen Eroberungen mit Ungarn zu vereinigen». setzte 1378 in P. seinen Neffen, den Herzog Wla-dislaw von Oppeln, zum Statthalter ein, wogegender ganzeAdel sprach. Anarchie riß überall ein. Wla-dislrw wurde darum abbernfen, 1379 Elisabethwieder Regentin. Aber der übermächtig werdendeAdel ertrug sie nicht mehr, Ludwig mußte 1381 aufdem Reichstage in Ofen drei polnische Große (denBischof Zawisza, seinen Vater Dobieslaw, Castellanvon Ärakau, u. Sedziwoj vonSzubin, StarostenderHauptstadt) zu Statthaltern ernennen. Zawisza re-gierte der That nach als Vicekönig. DaLndwig keineSöhne hatte, so bestimmte er seine Tochter Maria.zur Erbin der Kronen von Ungarn u. von P. u. st.m Tyrnau 11. Sept. 1382. Die nationale Parteiverwarf Marias Verlobten, den Markgrafen Sigis«Pierers Nuiversal-Couversatious-Lexikon. L. Allst. XI
Gesch.).
muud von Brandenburg, nnd ein Theil von ihnenwollte den Herzog Ziemovit IV. von Masovien zumKönig. Dagegen wurde von einer dritten (kleinpol-nischen) Partei Ludwigs jüngere Tochter, Hedwig,als Königin vonP. gewählt u. nach langen Kämpfen15. Oct. 1384 in Krakau zum König gekrönt, dannaber gezwungen, ihrem Verlobten, Wilhelm vonÖsterreich, zu entsagen n. den Großfürsten Ja gell ovon Litauen zu heirathcn.
Jagello kam 12. Febr. 1386 nach Krakau, ließsich 15. Febr. taufen, wobei er den Namen Wla-dislaw II. Jagello annahm, u. vermählte sich 18.mit Hedwig, worauf 4. März die Krönung erfolgte.Mit ihm kam das Haus Jagello auf den pol-nischen Thron. Durch die Verbindung mildemnun auch dem Christenthum zngewandten Litauenwurde P. eine Hauptmacht in OEnropa und konntenun seine volle Kraft gegen den Deutschen Ordenwenden, mit dem P. bereits in Krieg lag, aber nunUnterhandlungen begann, nachdem die in Litauenausgebrochcnen Unruhen Wladiflaws Vetter Witold(welchen Wladislaw 1392 zum Großfürsten von Li-tauen einsetzte) gestillt hatte. 1387 eroberte Wla-dislaw Roth-Rußland wieder, die Moldau huldigteihm als Lehnsherrn u. er brach 1396 erobernd in dieLande des Herzogs Wladislaw von Oppeln ein. MitderKönigiuHedwig starben 17.Juli 1399 diePiastenauch im Weiberstamm in P. aus. 1404 wurde Sa-mogitien von Litauen an den Deutschen Orden abge-treten, dagegen dasan denselben verpfändete Dobrzynnebst Zlotorya(Slotorie) wieder eingelöst. Durch dieseAbtretungen verlor P. seine nördl. Vertheidigungs-linie und seinen Seehandel. 1409 begann der Kriegmit dem Orden durch einen Einsall der Ritter inDobrzyn wieder, aber Wladislaw, von den Litauern,Böhmen, Mähren, Russen und Tataren unterstützt,besiegte das Ordensheer in der großen Schlacht beiTannenberg 15. Juli 1410, belagerte und eroberteMarienburg, die Hauptfeste des Ordens, mit Aus-nahme des Schlaffes. Doch mußte der König sichschließlich, da der Orden sich wieder ausraffte u. auchder König Sigismund von Ungarn in P. einbrach,im Thorner Frieden 1. Febr. 1411 mit der Abtret-ung von Dobrzin n. mit Samogitien (letzterem nurauf seine Lebenszeit) begnügen. 1412 verpfändeteder Kaiser Sigismund, der gern P. und Litauengetrennt hätte, 13 Zipfer Städte um36,000 PragerGroschen an P.; 1413 wurde zu Horodto festgesetzt,daß die Könige von P. und die Großfürsten von Li-tauen nur mit Beistimmung beider Völker gewähltwerden sollten, wodurch die Vereinigung beider Staa-ten nochmals gesichert wurde. 1414—17 verheertendie Tataren Litauen. 1418 wurde der Erzbischof vonGnesen auf dem Kostnitzer Concil zum jedesmaligenPrimas von P. erhoben. Wladiflaws Lieblingsplan,P. und Litauen zu vereinigen, scheiterte immer andem Widerstande Witolds u. Lessen Nachfolgers Swi-drigieito Boleslaw; hingegen verleibte er 9.Jan. 1433Rothrußland dauernd P. ein. 1433 zog Wladislawuocheinmal gegendenDeutschenOrden insFeld, vonden Hnsiten unterstützt, verstärkte sein Ansehen inLitauen nnd starb 31. Mai 1434. Unter Wladislawwurde, da Kasimirs Universität ganz gesunken war,1400 die neue Universität Krakau gestiftet, und ver-breitete sich die Hnsitische Lehre in P. bes. bei demAdel. Wladislaw III., Wladiflaws II. zehnjäh-
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