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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Polemik

der Gottheit, was als Menscheiiaiibetnilg (Anthro-polatrie) verworfen wurde. Löfsler.

Polemik (v. Griech.), eigcmlich Wissenschaft desStreites, eine theologische Disciplin, die übrigenseine schwankende, unbestimmte Stellung hat. Ge-wöhnlich versteht man neuerdings (so Hagenbach)darunter diejenige Seite der dogmatischen Wissen-schasl, die sich mit dem Gegensätze gegen andere Con-sessioncn oder gegen krankhafte Richtungen und Jrr-lhümer in der eigenen Kirche beschäftigt. Im Unter-schied davon hat es die Apologetik mit dem Gegen-sätze des Christlichen u. Nichtchristlichen, die Sym-bolik mit der geschichtlichen Darstellung der confejsio-nellen Unterschiede, dieJrcnik »nt oem Gemeinschaft-lichen der Confessionen u. Richtungen zn thnn. Be-deutende katholische Polemiker sind: de Castro, Bel-larinin, Bccanns, Bossuet, neustcns Perrone; luthe-rische: Chemnitz, Nie. Hnnnins, Calov; reformirtc:Hospi»ian,Chamier, Franz Turretin,Friedr. Span-heiin der Ä. Die bedeutendsten Werke über den Ge-gensatz zwischen Katholicismus u. Protestantisumsaus neuester Zeit sind: Hase, Handbuch der prote-stantischen P., 4. A. Lpz. 1878; Döllinger, Kirche u.Kirchen, Papstthnm u. Kirchenstaat, 2. Abdr. Stutt-gart 1878. lH-ffler.

Polemisch, streitend; polemisiren, streiten,bes. über Glanbenssachen.

Polemo . ..(v. gr. Polemos, Krieg), Kriegs ...

Polcmon, 1) P. I., von Laodikea, Sohn dcsRhetors Zeno, erhielt von Antonius die LandschaftPontos Polemoniakos, dann 37 v. Ehr. von Agrippaganz Pontos, Kleinarmenicn n. 14 v. Chr. auch nochLas Bosporan. Reich; erst. 1 n. Chr.; seine GemahlinPhthodoris folgte ihm. 2) P. II., Sohn des Bor.,solgte 39 n.Chr. seinerBkntterPythodoris, kani aberbald in Abhängigkeit von den Römer». !i) P. ansAthen, Philosoph der älteren Akademie; war früherWüstling, wurde aber durch LenokratcS gebessert n.wandte sich plötzlich mit großem Ernste der Philo-sophie zu. Sein Schüler war unter And. Zeno. 4)P. LerPcriegete aus Troas, lebte um 200 v. Chr.in Athen, war aber meist ans Forschungsreisen be-griffen. Er beschrieb die öffentlichen Gebäude undDenkmäler, die Kunstwerke, Localsagcn u. a. undcopirte die Inschriften ans vielen Lhcilcn von Hellas,bes. ans Athen, Delphi, Olympia, kurz er war derbedeutende und hochgeschätzte Borgänger des Pau-sanias, desantiken Bädeker". Fragmente, heraus-gcgeben von Preller 1838. ») 4) Ri-fe.

polomoniaoöae, Pflanzensam. ans der Ordn. derInbiliuras, Kräuter,selicnerHalbsträncherod.Strän-cher, mit Blättern ohne Nebenblätter, vollständigenBlüthen, röhrigcm, gespaltenem, bleibendem Kelche,derwachscnblätteriger, unterweibiger, meist regel-mäßiger, selten etwas ungleich fllnsspaltigcrBlumcn-krone, sünsderBlnincnkroneuröhre cingefügten u. mitderen Lappen abwechselnden Staubblättern; Frucht-knoten frei, dreifächerig, wenig- od. vieleiig; Samen-träger mittclpunktständig mit anssteigenden Eichen;Griffel mit dreispaltiger Narbe; Kapsel dreiklappig,die Klappen in der Milte die Scheidewand tragendvd. mit vertretender Rippe; Keim gerade, im horni-gen Eiweiß; Würzelchen nach Lein Nabel gerichtet.Gattungen: Oalstnsia, l'blox, Oollomia, Oilia, I'o-lemnmum, Iloitria, Lantus., Lobsos u. LFansn-ibus. Die Familie ist vorzugstvcise im westlichen

Polcn.

NAmerika enttvickelt, auch hat sie zahlreiche Vertreterin den Anden SAmerikas, dagegen nur wenige inder alten Welt.

Polcmonion, Hafenstadt in Pontos, von KönigPolcmon anscheinend an Stelle des alten Lid? an-gelegt; nach ihr wurde dieser Theil des Landes Pou-tos Polemoniakos genannt (vgl. Pontos).

Uolemoniuni L., Pflanzengatt, ans der Fam. derkolsmonisoono (V. I), Kelch sünsjpaltig; Blnmen-krone radförmig, fünflappig; Schlund durch die auder Basis verbreiterten Staubblätter geschlossen;Staubbeutel aufliegend; Arten in der alten u. neuenWelt, in Sibirien, NAmerika u. Chile; verbreitet ist;?. eoerulsum 4b., Himmelsleiter, Jakobsleiter, mitblauen, auch weißen, in aufrechten Endstränßernstehenden Blumen, gefiederten Blättern, eilanzett-lichen, zngespitztcn Blättchen; in unseren Hochgebir-gen, auch als Zierpflanze cnltivirt. Sonst war dasbittcrschmeckende Kraut als Horba vslerisnso p;rno-oso officinell; in Rußland als erweichendes Mittelbei Geschwülsten benutzt.

Polen (hierzu 1 Karte) (gcschichtl. Geogr.s, n u-faßt im weitesten Sinne das von den Polen einst be-herrschte n.großentheilS auch von ihnen bewohn leLa ndzwischen Ostsee, Oder, Karpathen, Dnjestr, Dnjepr n.Düna. Kein Land in Europa hat verhältnißmäßig sobedeutende n. rasche Veränderungen in seiner Aus-dehnung n. Macht erfahren, als P. Bald war cS derSchutzwall Europas gegen die Überflnthnngim derBarbaren des Ostens (Russen, Taiaren, Türken),bald darauf der Spiclball der Nachbarn. Die erstenpoln. Niederlassungen lagen im Gebiete der Warthe:Posen, Gnesen, statisch, um das Jahr 1000 grenztedas.Herzogrhnm im S. an die Karpathen n. umfaßtenamentlich das Gebiet der Weichsel bis zur Braye-mündnng, das der Oder bis zur Warthe n. Pom-mern zwischen Weichsel, Netze, Oder u. Ostsee marlehnspslichtig: kurze Zeit dehnte sich das KönigreichP. auch ans Böhmen n. Mähren ans, dann ans Ha-licz u. Volhynien, auch Preußen mar lehnspfli.htig.Zwar machten sich im 12. u. 13. Jahrh. Böhmen,Mähren, Schlesien und Pommern unabhängig, da-gegen vergrößerte sich P. nach Osten, 1380 kam nachdein Anssterben des MannSstammes der Pursten n.dem Tode Ludwig d. Gr., der P. n. Ungarn unterseinem Sceptcr vereinigte, durch Verheirathnng vonHedwig mit Jagicllo auch Litauen, sowie später Liv-land und Ehstland u. die Lehnsherrlichkci: über Kur-land u. Semgallcn, die über die Moldau und Wa-lachei, die Herrschaft über die meisten Kosaken hin-zu, wogegen sich Ostpreußen nach u. nach P-sHcrr-schaft entzog n. im 17. Jahrh. für unabhängig er-klärt wurde. Seinen höchsten Glanz n. seine größteAusdehnung hatte P. unter der Herrschaft der Ja-gellonen (13861572) erreicht; seine Macht er-streckte sich bis znm Schwarzen Meere u. über denDnjepr über ein Gebiet von mehr als 18,000 UModer 1 Milk. Hstem; noch in der ersten Hälfte des 18.Jahrh. umschloß es das Königreich Preußen, um-faßte das Gebiet der Weichsel (incl. Westprenßen),des Niemen, der Düna, dehnte sich über den Dnjeprans u. grenzte im S. an den mittleren Dnjestr unddie Karpathen. Man schätzte das Reich noch ans750,000 fWkm mit 15 Milk. Ew., von Lenen nochnicht die Hälile eigentliche Polen waren. Das Reichzerfiel in drei Provinzen: Groß-P., mit Len Woj-