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PolarsLröiiiungcn
Polirrströmungen, die Bewegung des Meer-Wassers von den Polen nach dem Äquator, s. in Meer.
Polartag ist die mehr als 24stündige Beleucht-ung dcrPolarzone durch dieSoune, stets iudie Som-merhälftc des Jahres der zugehörigen Erdhälstc fal-lend n. diese am Pol selbst ganz aussllllend (vergl.Polarnacht).
Polaruhr, ein von Wheatstoue ersnndenes In-strument, mit dem man die wahre Sonne,izeit be-stimmen kann, so genau wie mit einer Sonnenuhr.Dasselbe beruht aus der Beobachtung, daß der blaueHimmel auf die Sonnenstrahlen, wie ein Polarisa-lionsspiegel. thcilweise polarisirend wirkt. Die Po-lariiationscbeue gehtdurch den Beobachter, dnrchdenbetrachteten Punkt des Himmels n. durch die Sonne;also wenn man nach dem Polarstern sieht, durch dieSonne und die Erdachse. Man bestimmt nun miteinem Nicol die Polarisationscbcne für den Polar-stern u., aus der Neigung derselben gegenden Meri-dian des Beobachters, die Zeit. Die Beobachtunggelingt bei hinreichender Helligkeit auch noch einigeZeitvor u. nachSonnenausgangu. Untergang. Stahl.
Polarzonen, s. II. Erde, vgl. Zonen.
Polar! n,Kirchdorsimböhm.Bez. Gablonz (Oster-reich),hoch im Gebirge; Baumwollenspinnerei,Band-weberei, Glashütte, Mühlen; 1869: 4311 Ew.
Polder (in NDeutschland Koog), in den Nieder-landen und NDeutschland Stucke Land, welche ehe-mals infolge Überschwemmungen des Meeres odervon Flüssen See od. Teich waren u. durch Eindämm-ung mit daraus folgendem Auspumpen des Wassers,sowie Anjschlicknng für die Cultnr wiedergewonnensind. Sie lohnen Mühe u. Kosten reichlich durch ihreaußerordentliche Fruchtbarkeit. Beidentiefstgelegenenmüssen die meist durch Windmühlen in Bewegunggesetzten Wasserhebungsmaschinen (P-mühlen) oftLen größten Theil des Jahres in Thätigkcit beiden,um das Grundwasser,das in Gräben gesammelt wird,zu entfernen. In den Niederlanden sind die bedeu-tendsten P.: der Beemster, Purmer, Schermer undHaarlemer. Neuerdings geht man sogar mit demPlane um, einen Theil der Znidersee einzupoldern;vgl. Niederlande (Geogr.). Schroot.
Poldistanz, so v. w. Polardistanz.
Pole (koli), 1) Drehpunkte; insbes. die beidenPunkte am scheinbaren Himmelsgewölbe (Himmels-P., Nord- u. Südpol), welche, während binnen 24Stunden der ganze Fixsternhimmel sich zu drehenscheint, unbeweglich bleiben, deren Verbindungslinie(HimmelsachschalsodieDrehungsachsederscheinbarenHimmelskngel ist; ferner der Nord- u. Südpol derErde, die beiden Punkte der Erdkugel, in welchen die-selbe von der Himmelsachse durchschnitten wird, oderdie Endpunkte der Achse, um welche die Erde in 24Stunden (Sternzcit) eine ganze Umdrehung macht.2) An einer Kugel überhaupt, od. am Himmelsge-wölbe insbesondere heißen P. eines größten, od. aucheines anderen Kreises die Endpunkte der auf ihmsenkrecht stehenden Achse. So unterscheidet man P.der Ekliptik; so sind Zenith u. Nadir die P. desHorizonts, Morgen- und Abcndpunkt die P. desMeridians, Mittags- u. Mitternachtspunkt P.desersten Verticalkreises. 3) P. einer Geraden; ziehtman in der Ebene eines Kreises eine beliebige Ge-rade u. auf sie aus dem Mittelpunkte eine Senkrechte,so heißt derjenige Punkt dieser letzteren, welcher der
t — Pvümiancr.
4. harmonische Punkt zu ihren Durchschnittspimkteiimit dem Kreise u. ihrem Fnßpnnktc, u. dem letzterenzngcordnet ist, der zur ersten Geraden gehörige Pol.Die Gerade heiß» in Beziehung auf diesen Pinül diePolare (Polarlinie). Der Pol der Geraden u. derSchnittpunkt jener «senkrechten mit der Polaren hei-ßen conjugirte P. Conjngirte P. einer Kugel sindconjngirtc P. eines größten Kreises derselben. Wi-bcim Kreise, so gibt es überhaupt bei jedem Kegel-schnitte für jeden in seiner Ebene gelegenen Punkleine Gerade, welche mit dem Kegelschnitte jede durchdenPnukt gehende Gerade harmonisch theilt; sie heißtPolare des Punktes, dieser Pol der Geraden.
Pole, Reginald de la, engl. Cardinal, gcb.1500 zu Stowerton Castle in Staffordshire, Sohndes Herzogs Richard de la P. u. der Margarethe vonSalisbury, Tochter des Herzogs v. Clarence, NichteEduards IV., stndirte in Oxford, Italien u. ParisTheologie, schon seit 1519 Kanonikus von Salisbury.Obgleich von Heinrich VIII. sehr begünstigt, billigteer dessen Scheidung von Katharina und Lossagungvom Papste doch nicht, verließ daher 1535 England u.lebtedenWissenschasten inPadua; hierschrieb ergegenHeinrichs Vorgehen: ?ro nnitaiis seolssins (iokov-sicme, wosür er 1536 vom Papst Paul III. den Car-dinalshnt erhielt, vom König aber seiner Einknusteberaubt, des Hochvcrraths beschuldigt u. znni Todevernrtheilt wurde. 1537 wurde er als päpstl. Legatan Len König Franz nach Frankreich geschickt, vondort aber ans Verlangen der engl. Regierung ansze-wiesen, lebte daun in Viterbo n. diente dein Papst zurAusführung mehrerer kirchl. Verhandlungen, wie ernamentlich das Concil in Trient eröffnele. NachdemMaria den Thron Englands bestiegen hatte, wurdeer als Cardinallegat zur Ordnung der kirchlichenVerhältnissedahingeseudet; er kam nach langeinAns- ;enthalte in Deutschland u. Brüssel im Nov. in Lon-don an, bewirkte die vollständige Unterwersiing desParlaments u. der Geistlichkeit unter den Päpstlichen iStuhl, wurde 1556 Erzbischof von Canterbury, der- slor aber seine Legatemvürde, weil er an dem Ber- ttrage über vic Kirchengüter festhielt, u. st. 18. Nov. t1558. Er schr. noch: Do Lnmml pontüliois oküeio etpccksobnbo, Löwen 1569; lislormaiio Lnxlino.Roi»1556, Löw. 1569 u. a.; sein Leben von T. Philipps,Lond.1764,2Bde. Vgl. anchHook, lüvss oktüonreli-bisiiops olOanterbur/, 8 Bde., ebd. 1877. B.ntll»z.
Polcmarchos (griech. Aut.), 1) in Athen der sdritte von den neun Archonten, bis ans die Perser-kriege eine militärische Behörde, welcher auch dieLeitung der Leichenfeier für die ini Kriege Gebliebe- -neu u. die Sorge für die Hinterlassencn derselben ob- s
lag, so wie die Besorgung derdem Enyalios(s.d.) dar<znbringendcn Opfer u.die Gedächtnißseier des Har- Imobios und Aristoßiton. Nach den Perscrkriegcu is! ider Mittelpunkt seiner Thätigkeit die Jurisdictionin Sachen der Fremden n. Metöken. 2) In SpartaAnführer einer Mora und Kriegslast) des König-'!im Frieden sorgten die Polemarchen für Erhaltungder Ordnung in der Stadt und hatten die Aussichtüber die Shssitien. 3) In anderen Staaten einehöhere Magistratsbehörde. Eichhost'
Polemiancr, vergl. Anthropolatrie, Anhänger 1des Polemius, der als Schüler des Apollinaris,schos von Laodikea, lehrte, der Leib des Herrn sei ansdem Himmel herabgckommen u. gleichen Wescnsmn